Urban Lifestyle

Wie städtische U-Bahnen in Italien moderne Mobilität und antikes Kulturgut vereinen

Der Bau einer U-Bahn-Linie ist in technischer Hinsicht immer sehr anspruchsvoll. In antiken Städten wie Rom sind solche Bauvorhaben aber noch komplizierter, denn im Boden schlummern zahlreiche archäologische Schätze von unersetzlichem Wert. Italienische Städte sind mit diesem Problem bestens vertraut. Experte Omar Riva weiß um die Herausforderungen, die kulturelle Relikte für Bauvorhaben und Zeitpläne mit sich bringen. Er spricht über einige clevere Lösungen von Unternehmen, mit denen man den Balanceakt zwischen der Erhaltung historischer Artefakte und der Schaffung moderner Mobilität meistern kann.
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Leben in der Stadt der Zukunft - Haben wir einmal den Einfluss urbanen Lebens auf die Umwelt erfasst, können wir den Weg zu einer lebenswerten und grünen Stadt der Zukunft ebnen.
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Erstellt am 18.02.2020

 

Die Vergangenheit ist unser stetiger Begleiter

Einst Hauptstadt des Römischen Reiches, heute moderne Hauptstadt Italiens: Rom ist dafür bekannt, antikes Erbe und modernes Flair auf brillante Weise zu vereinen. Da fast überall im Boden alte Ruinen verborgen sind, ist „die ewige Stadt“ eine ganz besondere Herausforderung für moderne Bauunternehmen.

Trotz der Schwierigkeiten, die mit Grabungsarbeiten verbunden sind, holt die Stadt ihr öffentliches Transportsystem in die Moderne und baut zwei neue Metrostationen in der Nähe des Kolosseums. Omar Riva ist stark in dieses Projekt eingebunden. Er arbeitet als technischer Ingenieur für thyssenkrupp Elevator und bekleidet aktuell die Position des Head of Field für das Italien-Geschäft des Unternehmens. Mit seiner langjährigen Erfahrung weiß er Lösungen zu entwickeln, die die Mobilitätsanforderungen der modernen Stadt erfüllen und gleichzeitig die Artefakte des Altertums erhalten.

Omar Riva

Unerwartete Funde durchkreuzen die Pläne

Die neuen römischen U-Bahn-Stationen Amba Aradam/Ipponio und Fori Imperiali liegen in der Nähe des weltberühmten Kolosseums. Beide Stationen sind mit Mobilitätslösungen von thyssenkrupp Elevator ausgestattet. Das Unternehmen hatte bereits in den 30 Stationen des ersten Abschnitts der 25 Kilometer langen fahrerlosen C-Linie insgesamt 53 Aufzüge und 88 Fahrtreppen installiert.

Der ursprüngliche Vorschlag von thyssenkrupp Elevator für die neuen U-Bahnhöfe musste jedoch geändert werden, als man bei Ausgrabungen auf eine Kaserne der kaiserlichen Garde aus dem zweiten Jahrhundert stieß. Dieser Fund war so bedeutend, dass die ursprünglichen Pläne komplett geändert wurden. Die Station Amba Aradam wird nun als Paradebeispiel für antike römische Bauwerke in ein modernes Infrastrukturprojekt integriert.

Ein Teil der Station wird als Museum konzipiert, in dem geschichtsträchtige Fundstücke wie das „Haus des Zenturios“ präsentiert werden. Es soll ein einzigartiges unterirdisches „Metro“-Museum im alten Zentrum des Römischen Reiches entstehen, das mit modernsten Mobilitätslösungen ausgestattet wird.

Neue U-Bahn-Station in Rom: Antike trifft Moderne

„Wir mussten natürlich Rücksicht auf die archäologischen Schätze nehmen, sodass es zu Verzögerungen kam und alle Projektbeteiligten gezwungen waren, ihre Planungen zu überarbeiten. Wir haben uns also einfach an die neuen Gegebenheiten angepasst: Wir haben die Größe, die Konfiguration, die Anzahl usw. geändert, denn schließlich mussten wir eine Lösung finden, die perfekt passt.“
Omar Riva, Head of Field, thyssenkrupp Elevator Italien

Der Boden ist wie eine Wundertüte

Der Ausbau des römischen U-Bahn-Systems begann im Jahr 2009. Damals lieferte thyssenkrupp Elevator bereits 85 Fahrtreppen und 53 Aufzüge für das Projekt. Mit den neuen Stationen, die 2023 eröffnet werden sollen, kommen noch weitere hinzu, sodass es dann insgesamt 115 Fahrtreppen und 67 Aufzüge sein werden. Alle zusammen werden pro Stunde mehr als 24.000 Fahrgäste befördern, also 432.000 Personen pro Tag. 

Grabungsarbeiten in Städten wie Rom erfordern immer viele Unterbrechungen und Änderungen, da man sich durch mehr als 3.000 Jahre Geschichte gräbt. Aufgrund des hügeligen Terrains in Rom sind die Grabungstiefen außerdem sehr unterschiedlich: Entlang der C-Linie beispielsweise variieren die Tiefen zwischen 10 und 70 Metern. Stößt man auf unerwartete Funde, müssen alle Projektbeteiligten schnell und flexibel reagieren, um eine clevere Lösung zu finden.

Rome Colosseum Metro Station Mockup

Wie fühlt es sich an, Relikte aus der Vergangenheit zu finden?

Die Entdeckung in Rom wirkte sich nicht nur auf die Planungen aus, sondern auch auf das Gefühlsleben der Menschen, die daran beteiligt waren. Für Omar Riva war es nichts Neues, eine große Verantwortung für die Mobilität vieler Pendler zu tragen. Durch seine Arbeit in Italien war er sich auch seiner Verantwortung gegenüber der Geschichte bewusst. Die Arbeit an den neuen Stationen berührte ihn aber emotional tiefer als andere Projekte.

„Als die Entscheidung gefällt wurde, die Station Amba Aradam in ein Museum zu verwandeln, bedeutete das natürlich, dass wir die Anzahl der Fahrtreppen und Aufzüge anpassen und den Aufzügen unsere Marke aufdrücken müssen, da Menschen aus ganz Italien und aller Welt in dieser Station ein- und ausgehen werden.“ An diesem U-Bahnhof werden sich regelmäßige Pendler tummeln, ebenso wie unzählige Touristen, die die ausgestellten Fundstücke im neuen unterirdischen Museum bestaunen möchten.

Roman Colosseum Ruins
Rome C Line

Römische Ruinen, die bei Grabungsarbeiten für die neue U-Bahn-Station entdeckt wurden.

„Wir können zeitsparende Wartungsarbeiten garantieren, indem wir Probleme innerhalb von 15 Minuten nach Eintreffen vor Ort beheben, wodurch eine Systemeffizienz von über 98 Prozent erreicht wird ... wir sind in der Lage, rund um die Uhr Unterstützung zu bieten, und tragen so dazu bei, dass die Anlagen immer ordnungsgemäß funktionieren.“
Omar Riva, Head of Field, thyssenkrupp Elevator Italien

Selbst Wartungsarbeiten werden durch das antike Erbe beeinflusst

Neben den Installationsarbeiten in Rom übernimmt thyssenkrupp Elevator als führender Anbieter für Wartungsdienstleistungen in Italien auch die Fahrtreppen- und Aufzugswartung im öffentlichen Verkehrsnetz, darunter in einigen U-Bahn-Stationen in Rom sowie an Bahnhöfen in Mailand, Turin, Genua und Bologna.

In Neapel hat thyssenkrupp Elevator einen speziellen Wartungsvertrag für 83 Aufzüge und 150 Fahrtreppen in über 23 U-Bahn-Stationen abgeschlossen. Ähnliche Aufgaben übernimmt das Unternehmen auch für 237 Aufzüge und 115 Fahrtreppen an 60 U-Bahnhöfen in Mailand. Allein in diesen zwei Städten trägt thyssenkrupp Elevator zu einer reibungslosen Beförderung von mehr als 1,2 Millionen Pendlern täglich bei.

Das antike Erbe ist auch bei Wartungsarbeiten eine Herausforderung, wie Omar Riva erklärt: „Die Wartung von Aufzügen und Fahrtreppen in diesen U-Bahn-Stationen ist noch schwieriger als der Einbau.“ Lagerplätze für Ersatzteile in solch geschichtsträchtigem Boden zu schaffen, ist sehr schwer. Doch es gibt eine einfache Lösung: Tools für eine vorausschauende Wartung wie MAX verhindern das Auftreten von Ausfällen, während neue „intelligente“ Lagerkonzepte Techniker bei der rechtzeitigen Ausführung von Wartungsarbeiten unterstützen. So wird stets für reibungslose Mobilität gesorgt.

 
Rome Colosseum Ruins

Dieses kurze Video veranschaulicht die Herausforderungen und Chancen, die die neuen U-Bahnen in Rom mit sich bringen.

Ein Urgestein auf dem Gebiet innovativer Beförderungstechnologien

Dank seiner langen Tradition von technischer Innovation und hoher Anpassungsfähigkeit ist thyssenkrupp Elevator in der Lage, moderne Mobilitätslösungen für Städte weltweit bereitzustellen. Im speziellen Fall der römischen C-Linie haben der Einfallsreichtum und die Feinfühligkeit des Unternehmens in Bezug auf die Anbindung von Pendlern an öffentliche Transportsysteme dazu geführt, dass thyssenkrupp Elevator 2016 von der Zeitschrift „Elevator World“ mit dem renommierten „Project of the Year Award“ ausgezeichnet wurde.

„Der Ausbau der römischen C-Linie ist ein aufregendes Projekt – nicht zuletzt wegen der recht spektakulären Station Amba Aradam/Ipponio. Die U-Bahn befördert jeden Tag Tausende Touristen und Bürger in das Herz des antiken Roms, deshalb müssen die U-Bahnhöfe nicht nur ansehnlich gestaltet, sondern auch funktional, komfortabel und sicher sein.“
Peter Walker, CEO, thyssenkrupp Elevator

Image Credits:

Rome Colosseum Ruins, photo by Autore sconosciuto, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International

Rome Colosseum Excavation, video by Journeyman Pictures