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Smartes Ersatzteilmanagement: Wie Digitalisierung urbane Mobilität vorantreibt

Vor Kurzem wurde in Madrid ein riesiger, hochmoderner Lagerkomplex eröffnet. Dort werden bis zu 9.800 Ersatzteile zur Wartung und Reparatur von Aufzügen und Fahrtreppen, die aus unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken sind, vorrätig gehalten. Dank 6.800 Quadratmetern Lagerfläche kann das smarte Ersatzteillager mehr als 1,4 Millionen Bestellungen pro Jahr bewältigen. Einzigartig ist dabei, wie dort digitale Technologien eingesetzt werden, um Kunden urbane Mobilitätslösungen auf optimale Weise zur Verfügung zu stellen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Internet der Dinge (IoT) – und die Verwandlung von Big Data in Smart Data.
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Mit weniger Ressourcen mehr verändern - Was bewegt die Welt? Innovative Technologie. In den Bereichen Mobilität, Bauwesen, Energiegewinnung und Produktion verändern besonders grüne Innovationen den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt.
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Erstellt am 12.02.2020

So profitieren Kunden vom Smart-Data-Lager

Das Ersatzteillager in San Fernando nahe Madrid setzt neue Akzente bei der Bereitstellung von Mobilitätslösungen. Da wäre zum einen der hohe Effizienzgrad der ultramodernen Anlage: Um beeindruckende 30 Prozent konnte der Arbeitsaufwand bei der Verbringung wichtiger Ersatzteile zum Zielort gesenkt werden.

Wartungstechniker gelangen schneller an das benötigte Ersatzteil, wodurch technische Störungen in kürzerer Zeit behoben werden. Das kommt direkt den Kunden zugute, die auf reibungslos funktionierende Aufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige angewiesen sind: Die durchschnittliche Ausfallzeit sinkt um 20 Prozent. Ein weiteres Plus ist die höhere Nachhaltigkeit, der verringerte Energieverbrauch und die reduzierten CO2-Emissionen – schließlich müssen die Techniker 10 Prozent weniger Fahrten unternehmen, um Ersatzteile und Material zu beschaffen.

Julio Arias Warehouse Madrid

Julio Arias im San Fernando Spare Business Center in Madrid.

„Dank der neuen Ausstattung und Systeme des smarten Ersatzteillagers können wir die von unseren Wartungstechnikern benötigten Ersatzteile leichter bereitstellen und so unseren Kunden das Leben ein bisschen einfacher machen. Wir setzen dabei auf recycelbare blaue Container, wodurch der Verpackungsaufwand reduziert und die Umwelt geschont wird.“
Julio Arias, thyssenkrupp Elevator warehouse technician
Opening Warehouse Madrid

Inneneinblicke in die Digitalisierung der Logistikbranche

Das neue Lager ist das Ergebnis einer Exzellenzinitiative von thyssenkrupp Elevator für den Geschäftsbereich Spare Parts, die in mehreren Stufen erfolgt. Das Ziel lautet dabei, eine lückenlose digitale Logistikkette zu schaffen, in deren Mittelpunkt Big-Data-Tools und die Arbeit von Wartungstechnikern stehen.

Mithilfe der Fülle an Big Data, die durch das Internet der Dinge erzeugt und durch maschinelles Lernen verwertet werden, berechnet ein neues Bestandsverwaltungs- und Planungssystem im Lager, welche Teile oder Komponenten Techniker im nächsten Monat am wahrscheinlichsten benötigen. Es ordnet diese dann einer blauen „Ersatzteilbox“ zu, die an einen geeigneten Abholpunkt transportiert wird. Das System stellt auch sicher, dass die voraussichtlich benötigten Teile bereits im Lager vorhanden sind.

Währenddessen können Außendiensttechniker zusätzliche Teile für ihre Tasche anfordern und die Lieferung über ihre Mobilgeräte nachverfolgen. Auf diese Weise sind sie in der Lage, ihre Arbeit effizienter zu planen und sicherzustellen, dass keine der von ihnen beaufsichtigten Mobilitätslösungen ausfallen.

Ein neuer Protagonist in der vernetzten Logistikwelt: MAX

Die nächste Phase in der digitalen Transformation von Mobilitätsservices wird darin bestehen, den Lagerstandort in Madrid mit der leistungsstarken MAX-Technologie auszurüsten. MAX ist das erste cloudbasierte System, das Ausfälle von Fahrstühlen und Fahrtreppen in Echtzeit verhindert. Statt korrigierender Wartung verspricht MAX zukünftig vorausschauende Wartung.

Dank IoT und Machine Learning sammelt MAX Daten von Aufzügen und anderen Mobilitätslösungen rund um den Globus. Anschließend greift das System auf sein Diagnosemodul zurück, um eine Echtzeitanalyse vorzunehmen und Wartungsmaßnahmen einzuleiten. MAX gibt mittels einer synchronisierten, zentralen Übersicht Aufschluss darüber, welche Teile oder Komponenten wo und wann benötigt werden. Der Versand und die Lieferung an den zugewiesenen Außendienstmitarbeiter wird proaktiv ausgelöst, damit eine pünktliche Installation gewährleistet werden kann. Das ambitionierte Ziel lautet, Anlagenausfällen komplett den Garaus zu machen.

Zur Erreichung dieses Ziels wurde das Madrider Ersatzteillager so konzipiert, dass es mithilfe von MAX Big Data in Smart Data umwandeln kann. Dabei kommen geeignete Analysealgorithmen zum Einsatz. Das Warenhaus verwandelt sich in ein intelligentes logistisches System – quasi ein „lernendes“ Lager. Als Konsequenz werden Techniker zur rechten Zeit mit den benötigten Tools ausgestattet. Das kommt dem Kunden zugute – und auch die Techniker sind begeistert!

 
Video

Wie profitiert urbane Mobilität von der digitalen Transformation? Dieses kurze Video zeigt das neue smarte Ersatzteillager in Aktion und beweist: thyssenkrupp Elevator bleibt immer in Bewegung!

Nachhaltigkeit als zentraler Baustein

Weitere Pluspunkte des neuen Standorts in der Madrider Peripherie sind eine verringerte Umweltbelastung und die höhere Nachhaltigkeit. Auch hier ist digitale Technologie im Spiel, denn die Prozesse und technische Ausstattung der Betriebsstätte profitieren von Echtzeitdaten und -analysen sowie Systeminteroperabilität.

Das bedeutet, dass für die Erbringung von Logistikdienstleistungen wesentlich weniger Streckenkilometer zurückgelegt werden müssen. Laut dem Weltklimarat werden rund 5,5 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen durch logistische Aktivitäten verursacht. Das neue Lager von thyssenkrupp Elevator macht viele Fahrten obsolet, die früher zur Auslieferung von Bauteilen und Komponenten erforderlich waren – insgesamt werden satte 400.000 Kilometer pro Jahr eingespart. Das entspricht rund 10 Erdumrundungen und verhindert, dass 64 weitere Tonnen Fahrzeugabgase in die Atmosphäre gelangen.

thyssenkrupp Elevator hat sich dem Schutz der Umwelt verpflichtet. Das gilt auch für die Verpackung von Ersatzteilen: Sämtliches Verpackungsmaterial, das am neuen Standort zum Einsatz kommen wird, ist recycelbar oder wiederverwendbar.

Enrique Gallegos Warehouse Tote
Warehouse Tote

Enrique Gallegos holt eine neue „Ersatzteilbox“ ab.

„Für mich ist es vorteilhaft, benötigte Ersatzteile an einem günstig gelegenen Verladepunkt entlang meiner Route aufzunehmen. So spare ich mir 100 Kilometer Fahrstrecke, die ich sonst brauche, um zur Filiale zu fahren und die Ersatzteile dort abzuholen. Das kommt meiner Gesundheit und meiner Sicherheit zugute.“
Enrique Gallegos, thyssenkrupp Elevator maintenance technician

Vorreiter in der Digitalisierung technischer Wartungsservices

Das smarte Warenhaus in Madrid wird einen Großteil Südeuropas mit Teilen und Komponenten versorgen. Ähnliche Anlagen von thyssenkrupp Elevator werden strategisch in der Nähe wichtiger globaler Hubs wie Stuttgart, Shanghai, Porto Alegre und Pune angesiedelt werden. Letztendlich werden zehn neue, zentral verwaltete Anlagen das derzeitige Netz von 10.000 Lagerhäusern, Fabriken und Logistikzentren ersetzen und verbessern.

Das neue Warenhaus in Madrid zeigt, wie thyssenkrupp Elevator bei der Digitalisierung von Wartungsservices für urbane Mobilitätslösungen neue Maßstäbe setzt.