Energy Efficiency

Materialien und Visionen für energieeffiziente Gebäude

Vom Tiny House bis zum Wolkenkratzer – Gebäude verursachen rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs. Gerade in dicht besiedelten Metropolen kann nachhaltiges Bauen entscheidend zur Erreichung klimaneutraler Standards beitragen. Zunehmend werden Baumaterialien als Schlüssel dafür angesehen, die Energieeffizienz zu steigern und den CO2-Fußabdruck von Gebäuden zu verringern. Von recycelten über Naturmaterialien bis hin zu Hybrid- und Verbundstoffen – die Möglichkeiten sind vielfältig. URBAN HUB wirft einen Blick auf zukunftsträchtige Baumaterialien und andere Architekturtrends, die Energieeffizienz im Bauwesen auf eine neue Stufe heben sollen.
Energy Efficiency
Energie sparen und Müll vermeiden - Energieeffizienz kombiniert die Aufklärung der Menschen über ihren Verbrauch mit neuen, verbesserten und grünen Gebäudestrategien, die den ökologischen Fußabdruck urbaner Zentren verkleinern.
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Erstellt am 25.06.2021

Zurück zur Natur

Gerade bei kleineren Bauvorhaben sind Naturmaterialien wie Lehm, Holz und Stroh eine lohnenswerte Alternativen zu synthetisch hergestellten Baustoffen. Naturbelassene Materialien sind in der Regel robust und langlebig und verfügen über hervorragende Isoliereigenschaften, die zu einer optimalen Energieeffizienz von Gebäuden beitragen.

Holz bleibt sogar bei Großprojekten und Wolkenkratzern1, eine populäre Wahl, wenn Innovation und Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen sollen. Neben seiner von Natur aus vorhandenen Energieeffizienz trägt Holz in vielerlei Hinsicht zu einer höheren Nachhaltigkeit von Gebäuden bei – ob durch eine kürzere Bauzeit oder das geringere Gewicht der Bausubstanz.

 
Mjøstårnet in Norway, the world’s tallest wooden building

Mjøstårnet in Norwegen, das höchste Holzgebäude der Welt

Recycelte oder kombinierte Materialien

Große Bauprojekte in urbanen Zentren setzen zunehmend auf einen Mix von recycelten oder Hybridmaterialien, um eine größere Energieeffizienz zu erzielen. Dazu zählen:

  • Recyclingstahl. Dieses robuste und stabile Baumaterial setzt in der Herstellung weniger CO2-Emissionen frei als herkömmlicher Stahl und ist außerordentlich energieeffizient.
  • Holz, ob in verarbeiteter Form oder in Kombination mit anderen Baustoffen. Brettsperrholz besteht aus dünnen Holzlagen, die aufeinander geleimt werden. Studien zeigen, dass der Energieverbrauch mit Sperrholz um 15 Prozent2  gesenkt werden kann. Andere besonders nachhaltige, energieeffiziente Verbundstoffe können beispielsweise aus einer gleichteiligen Mischung aus Plastikabfällen und Holzfasern hergestellt werden. 
  • Isolierte Sandwichpaneele (SIPs). Mit einer dämmenden Schaumstoffschicht zwischen zwei Zement- oder Holzplatten können SIPs (Structural Isolated Panels) die Kosten zur Raumklimatisierung um 50 Prozent3.

Keine Patentrezepte

Ebenso wichtig wie die Beschaffenheit des Materials ist die Frage, wie es im Sinne einer größtmöglichen Energieeffizienz eingesetzt werden kann. Megastädte können sich dabei von Hongkong inspirieren lassen4. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 komplett klimaneutral zu werden. Dabei steht besonders das Thema Energieeffizienz im Hochhausbau im Vordergrund. Unter anderem sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Fassadenverkleidung mit stark reflektierenden Materialien, um den Energieaufwand zur Raumklimatisierung zu verringern. Alternativ kommen GiPV-Paneele (gebäudeintegrierte Photovoltaik) zum Einsatz.
  • Dreifache Außenwandanlagen zur Verbesserung der Energieleistung.
  • Ausrichtung von Türmen zur Reduzierung der Sonneneinstrahlung.
  • Einsatz von „kühlenden Dächern“. Neben einem hellen Anstrich kombinieren Architekten Dachgärten und Solartechnik, um den Wirkungsgrad von Solarpaneelen zu steigern. Hierdurch wird außerdem dem Entstehen von Wärmeinseln in dicht besiedelten Gebieten entgegengewirkt.
Dachanlage_Hannover_product materials and energy efficiency

„Kühlende Dächer“ reduzieren den Energieverbrauch von Gebäuden

Unternehmen in der Verantwortung

Gebäude können nur so energieeffizient sein, wie sie von ihren Bewohnern gestaltet werden. Zwei UN-Initiativen sollen Unternehmen dabei als Fixpunkt zum Erreichen von Klimaneutralität dienen. „Race to Zero“5 möchte alle nichtstaatlichen Organisationen dazu verpflichten, die Weichen für eine emissionsfreie Zukunft zu stellen. „Business Ambitions for 1.5 °C”6 fordert Unternehmen auf, ihre Emissionen an das 1,5-Grad-Klimaziel anzugleichen.

TK Elevator hat sich die Ziele beider Initiativen auf die Fahnen geschrieben: Eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 25 Prozent bis 2030 und eine Reduzierung um 50 Prozent bis 2040.

Neben dem Ausbau seiner grünen Fahrzeugflotte hat TK Elevator bereits weiteres Potenzial zur Erreichung dieser Ziele ausgemacht. So sollen alle Betriebs- und Produktionsstätten durch die Nutzung nachhaltiger Materialien, durch Kreislaufwirtschaft und eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien eine größere Energieeffizienz anstreben. Unternehmen tragen Verantwortung dafür, dass eine hohe Energieeffizienz in Gebäuden keine Ausnahmeerscheinung bleibt. Auf diese Weise wird der Weg für kommende Generationen geebnet.

Sources

  1. Has the wooden skyscraper revolution finally arrived?, by Oscar Holland via cnn.com/style

  2. Energy retrofit analysis of cross-laminated timber residential buildings in Seoul, Korea: Insights from a case study of packages, by Hyun MiCho et al. via sciencedirect.com

  3. The Most Energy-Efficient Materials From Which to Build a House, by n.u. via hirecentres.com

  4. The city of sustainable skyscrapers, by Matthew Keegan via bbc.com

  5. Race To Zero Campaign, by n.u. via unfccc.int

  6. Join the Campaign for Our Only Future, by María Fernanda Espinosa Garcés et al. via unglobalcompact.org