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Clevere Synergien: Die Verbindung von Smart Homes und Smart Cities

Kaum zu glauben, aber wahr: Bisher gab es kaum physische, digitale oder theoretische Berührungspunkte zwischen Smart Homes und Smart Cities. Das ändert sich nun: Staat, Wirtschaft und Bürger betrachten das Smart Home zunehmend als Schlüssel zum Aufbau und zur Evolution von Smart Cities.
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Mit weniger Ressourcen mehr verändern - Was bewegt die Welt? Innovative Technologie. In den Bereichen Mobilität, Bauwesen, Energiegewinnung und Produktion verändern besonders grüne Innovationen den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt.
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Erstellt am 08.02.2019

Smart Homes – zum Wohle des Einzelnen

Smart-Home-Systeme locken mit vielen Annehmlichkeiten, und die Zahl und Qualität der auf dem Markt erhältlichen Geräte nimmt stetig zu. Smarte Technologie wird zunehmend in moderne Haushaltsgeräte und Haustechnik integriert, es gibt jedoch auch immer mehr Möglichkeiten, Smart-Home-Funktionalität in vorhandene Infrastruktur einzubetten.

Der Umstieg auf ein Smart Home lohnt sich. Ob Staubsaugerroboter, die in eigener Abwesenheit die Arbeit erledigen, oder Kühlschränke, die die Einkaufsliste abarbeiten – das Smart Home erleichtert den Alltag und verspricht Sicherheit und Sorgenfreiheit. Gleichzeitig helfen intelligente Verbrauchszähler, die Kosten von Energie und Wasser einzudämmen.

IoT-vernetzte Smart Homes sind zwar unter Umständen mit Produktherstellern und Energieversorgern verbunden, aber bieten noch keinen voll funktionierenden Service für die Allgemeinheit.

 
Smart homes

Das rundum intelligente Zuhause ist noch längst nicht in der Breite der Gesellschaft angekommen – mit diesem kurzen Video wird es jedoch neue Fans gewinnen: Es zeigt ein Zuhause mit über 150 unterschiedlichen smarten Funktionen, die das Leben ein bisschen einfacher machen. Willkommen im Zuhause der Zukunft!

Smart Cities – zum Wohle der Gemeinschaft

Der Fortschritt macht auch vor Smart Cities nicht Halt. Einst verrichteten sie still und heimlich simple Aufgaben wie die Überwachung der Luftqualität. Oder nehmen wir das Beispiel Straßenverkehr: Sensoren, unter anderem in Straßenlaternen eingebaut, übermitteln Daten an fortschrittliche Analysesysteme, die Big Data in Echtzeit auswerten. Mit den hieraus gewonnenen Erkenntnissen können Planer beispielsweise den Verkehrsfluss regeln und Staus vorbeugen.

Einige Smart Cities fördern auch zunehmend private Initiativen und Bürgerbeteiligung. Städte wie San Francisco, Toronto und Tel Aviv haben Onlineplattformen errichtet, die den Gemeinsinn stärken und die Qualität der kommunalen Verwaltung anheben, indem Bürger digital vernetzt und in städtische Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

Der „smarte“ Bürger als Bindeglied zwischen Privatem und Öffentlichem

Diese Entwicklung, in deren Zusammenhang oft das Schlagwort Smart City 3.0 fällt, verändert unseren Blickwinkel auf Smart Homes. So wie Smart Cities, die einst kommunale Dienstleistungen erbrachten, nun auch im Dienste des Individuums stehen, haben auch Smart Homes eine Evolution vollzogen und nun das große Ganze im Blick.

Daraus hervorgehen soll der „smarte“ Bürger, der die Vorteile von Technologie für alle maximiert – für mehr Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, für eine bessere Energieverteilung, mehr Gesundheit und Sicherheit und eine höhere Mobilität und Barrierefreiheit. Davon profitieren auch Regierungen und Unternehmen, da dieser Trend der Nutzung smarter Technologie Vorschub leistet und ihre Akzeptanz verbessert.

In einem für die nahe Zukunft geplanten Artikel widmet sich URBAN HUB einem besonders interessanten Fall: Das Megaprojekt The Hudson Yards in New York errichtet Smart Homes und Büros und schafft so einen neuartigen, eng miteinander vernetzten Wohn- und Geschäftsdistrikt.

 

Gemeinsam smart in Louisville

2003 setzte Louisville eine smarte Idee um: Die US-Stadt vereinigte sich mit dem Bezirk Jefferson County. Hierdurch konnte die Erbringung kommunaler Dienstleistungen für die 92 Gemeinden von Greater Louisville deutlich verbessert werden. Vor Kurzem hat die Stadt zudem ein neues Vorzeigeprojekt gestartet, um Smart Homes und Smart Cities enger miteinander zu verzahnen.

Die Initiative, die noch in den Kinderschuhen steckt, nutzt den Automatisierungsdienst IFTTT, mit dem Apps und Geräte Daten austauschen können. Hobby-Programmierer und lokale Daten-Nerds entwickeln nun Schnittstellen zwischen städtischen Netzen und Haustechnik. Amazons Sprachassistent Alexa nutzt diese Lösung, um Bürger besser mit ihrem Zuhause und ihren Mitmenschen zu verknüpfen.

Smart Living – spürbare Vorteile für alle

Die Auswirkungen einer auf smarte Technologien ausgerichteten Lebensweise macht sich vielerorts bemerkbar. Durch die Verstärkung des digitalen Bands zwischen Smart Homes und dem sie umspannenden smarten urbanen Netzwerk können Städte besser auf die Bedürfnisse ihrer Bürger eingehen, während diese wiederum städtische Dienstleistungen von Zuhause aus in Anspruch nehmen können.

Wo gehen Smart Homes bereits eine Symbiose mit Smart Cities (und smarten Unternehmen) ein? Nachfolgend einige Beispiele:

  • Umgebungssensoren und Warnsysteme: Während manche Umweltfaktoren (Luftqualität im Außenbereich, übermäßige Kälte) von einem Smart Home intern beeinflusst werden können (Öffnen der Fenster, Regulierung der Heizung), können bei Rauch, Feuer, austretendem Gas oder giftigen Chemikalien in der Luft automatisch die zuständigen Notfalldienste benachrichtigt werden.
  • Katastrophenwarnungen: Angebundene Frühwarnsysteme können Menschen in ihrem Zuhause vor bevorstehenden Erdbeben, Tsunamis, Unwettern oder Flutwellen warnen und proaktiv darüber informieren, was zu tun ist und wo Schutz gesucht werden kann.
  • Bürgerinformation: Einwohner können sich nun mittels smarter Assistenten über aktuelle Geschehnisse in ihrer Stadt informieren. In Louisville, Kentucky, können beispielsweise mit Alexa kompatible Geräte täglich eine Ansprache des Bürgermeisters in die Wohnzimmer der Bürger übertragen oder Bescheid geben, wann die Müllabfuhr das nächste Mal kommt.
  • Notfallmeldung: Bewegungsmelder, akustische Sensoren, sprachgesteuerte Systeme oder Fitness-Armbänder können bei einem medizinischen Notfall einen Arzt oder Krankenwagen verständigen. Auch bei der Installation von Haustechnik wie einem Treppenlift für Rentner steht inzwischen smartes Technologiezubehör zur Auswahl, wie beispielsweise ein integrierter Telefonanschluss auf Basis von DECT-Technologie.
  • Predictive-Maintenance-Sensoren: Wartungssensoren an Öfen, Wasserrohren oder Abwasseranlagen verhindern, dass lebenswichtige Systeme den Dienst versagen. Bürogebäude nutzen bereits smarte Systeme wie MAX, um die Ausfallzeiten von Aufzügen zu minimieren und für eine reibungslose Personenbeförderung zu sorgen.

Aufbruch in eine neue Zeit

Jetzt, wo die Integration von Smart Homes mit Smart Cities voranschreitet, wird die Automatisierung routinemäßiger Aufgaben im eigenen Zuhause um eine neue Dimension erweitert, um sowohl für die einzelne Person als auch das Gemeinwesen Mehrwert zu schaffen.

Gemeinsam mit neuen Urban Apps und Wearables, die uns in virtuelle, mobile Sensoren verwandeln, können wir Smart Homes besser mit Smart Cities verbinden, die Vorteile des technologischen Fortschritts ausgewogener verteilen und die Lebensqualität für alle erhöhen.

Image Credits

Home Automation, photo by Mike MacKenzie, taken from flickr.com