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Wie Technologie und Design das Passagiererlebnis bei der Ankunft am Flughafen verbessern

In gewisser Weise ist ein Flughafen wie eine riesige Fabrik. Das Hauptprodukt ist die schnelle, effiziente Beförderung von Objekten von A nach B. Einige dieser Objekte eignen sich für rein technische Lösungen, wie etwa die Flugzeugwartung oder Gepäckabfertigung. Die anderen „Objekte“ sind aus Fleisch und Blut: die Passagiere. Da die Fluggäste ausschlaggebend für das dynamische Ziel von Flughäfen sind, müssen Technologien mit passagierfreundlichem Design kombiniert werden. Um besser zu werden, setzen Flughäfen also nicht nur auf neue Technologien, sondern versuchen auch, das Passagiererlebnis zu optimieren. Das ist vor allem bei Flugankünften zu beobachten.
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Mit weniger Ressourcen mehr verändern - Was bewegt die Welt? Innovative Technologie. In den Bereichen Mobilität, Bauwesen, Energiegewinnung und Produktion verändern besonders grüne Innovationen den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt.
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Erstellt am 08.10.2019

Lösungen für ein besseres Ankunftserlebnis

An einem neuen Flughafen einzutreffen, ist aufregend. Es kann aber auch anstrengend sein, vor allem wenn man das Flugzeug über Treppen verlassen und dann bei Wind und Wetter mitten auf dem Rollfeld auf einen Bus warten muss, in dem es keine Sitzmöglichkeiten gibt. Am Flughafeneingang wird der Unmut der Passagiere vielleicht weiter geschürt, insbesondere bei Reisenden mit Mobilitätseinschränkung oder kleinen Kindern: Häufig gilt es jetzt erst wieder eine lange Treppe nach oben zu steigen, bevor man endlich in das witterungsgeschützte Flughafengebäude mit allen Annehmlichkeiten für die Passagiere gelangt.

Technologie kommt zur Hilfe: Fluggastbrücken gibt es mittlerweile in sämtlichen Formen und Größen, mit Brückenverbindungen und Apron-Drive-Modelle mit Teleskop-, Hub- und Rotationsachsen. Für jeden Flughafen gibt es also eine passende Fluggastbrücke, die den Boarding-Prozess beschleunigt und Ihr Leben einfacher macht.

Airport Steps

Willkommen in unserem modernen Flughafen! Entschuldigen Sie die vielen Stufen.

Die Rolle der Psychologie beim Flughafendesign

Technologie allein reicht nicht aus. Designpsychologie hilft Flughäfen, Architekten und Produktherstellern, besser zu verstehen, wie für ein optimales Miteinander von Mensch und Technologie gesorgt werden kann. Zukunftsorientierte Flughäfen setzen schon jetzt auf passagierorientiertes Design, um jeden Aspekt des Flughafenerlebnisses möglichst angenehm und effizient zu gestalten.

Wenn es um das Ankunftserlebnis geht, überlegen die Designer, inwiefern die Umgebung die Emotionen und Handlungen der Menschen beeinflusst. Bei der Ankunft zählt wirklich der erste Eindruck: Die sensorischen und erfahrungsbezogenen Faktoren, die beim Verlassen eines Flugzeugs mitspielen, entscheiden über das Reiseerlebnis der Fluggäste. Schon kleinste Veränderungen können eine enorme Wirkung haben – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.

Eine Fluggastbrücke mit einem passagierorientierten Design trägt beispielsweise dazu bei, dass die Passagiere ihre Umgebung positiver wahrnehmen. Dies kann zum Beispiel durch den Einsatz von ortstypischen Farben oder Bildern oder gar durchsichtigem Glas erreicht werden, um den Passagieren einen möglichst angenehmen und sicheren Ausstieg aus dem Flieger zu ermöglichen.

Napping Pod
Napping Pod

Am Münchner Flughafen gibt es jetzt Schlafkabinen für die Passagiere.

Clevere Flughäfen stellen die Passagiere in den Mittelpunkt

Moderne Flughäfen bieten ihren Fluggästen wirklich erstaunliche Annehmlichkeiten. Die Flughäfen Jewel Changi in Singapur und Incheon in Südkorea sind mit Kinosälen ausgestattet, in Denver gibt es eine Eislaufbahn, und der Flughafen Arlanda in Stockholm hat eine romantische kleine Hochzeitskapelle für Schnellentschlossene zu bieten.

Flughafen-Apps dienen mittlerweile als nützliche Informationsquelle und Orientierungshilfe. Einige Funktionen davon basieren auf denselben Daten und Analysen, auf die sich auch die digitalen Serviceplattformen von Flughafenbetreibern stützen. Anhand dieser Tools können sie das Qualitätsmanagement in Echtzeit optimieren und evidenzbasierte Verbesserungsmaßnahmen für Flughafenangebote und das Kundenerlebnis planen.

 
Istanbul airport

Im Flughafen von Istanbul wird es sogar ein Krankenhaus geben.

Flughäfen werden zu Städten

Flughäfen sind immer mehr wie kleine Städte. Sie beanspruchen riesige Landflächen, und es wimmelt dort nur so von Menschen. Sie dienen als verkehrsreiche Drehkreuze für Reisende, als Marktplatz für Konsumgüter und werden zunehmend selbst zum Reiseziel – mit schicken Restaurants, Unterhaltungsangeboten und vielem mehr.

In gewisser Weise ähneln sie auch modernen Stadien, Konzerthallen und Kreuzfahrtschiffen. Denn anders als bei einer echten Stadt gibt es hier klare Grenzen und Einlasskontrollen. Dem Besucher wird nur gegen Vorlage eines Tickets oder einer Bordkarte Zutritt gewährt. Hat er es nach innen geschafft, gelten dieselben Regeln. Ob Flughafen oder Kreuzfahrtschiff: Gute Mobilität ist enorm wichtig.

Singapore Changi Airport

Einige Flughäfen investieren in Mobilität und das Kundenerlebnis.

Gute Mobilität an Flughäfen ist ein Muss

Gute Mobilität ist an Flughäfen vielleicht noch wichtiger als anderswo. Auch wenn Flughäfen zunehmend viele andere Bedürfnisse erfüllen, sollen sie doch immer noch hauptsächlich für Mobilität sorgen. Die meisten Menschen, die sich an Flughäfen aufhalten, wollen verreisen. Und bevor sie in ihr Flugzeug einsteigen können, müssen sie erst zu ihrem Gate gelangen.

Flughäfen investieren viel Zeit, Arbeit und Geld, um Mobilität und Reisen so einfach wie möglich zu machen. Dazu stellen sie beispielsweise sicher, dass genügend Fahrtreppen und Aufzüge zur Verfügung stehen, damit die Passagiere leicht und schnell von A nach B kommen. Auch Treppenlifte erleichtern Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Fortbewegung innerhalb des Flughafens.

Jeder freut sich über ein großzügiges Angebot an Fahrsteigen. Das intelligente ACCEL-System ergänzt die Grundidee des Fahrsteigs durch integrierte Sensoren. Das Beeindruckende bei diesem System ist, dass es auf der Strecke zwischen den Umsteigepunkten beschleunigt, damit die Passagiere schneller vorankommen, und an den Umsteigepunkten dann automatisch abbremst, um den Fahrgästen ein sicheres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen.

Mittlerweile befördern fahrerlose Shuttlezüge die Fluggäste von Terminal zu Terminal, und Flughafenmitarbeiter bewegen sich auf Fahrrädern und Rollern fort – die zunehmend elektrisch angetrieben werden.

Fahrsteige sorgen dafür, dass die Fluggäste schneller an ihr Ziel gelangen.
 
thyssenkrupp Airport Solutions Remote Control System

Flughäfen sind auch Unternehmen, und deshalb bieten ferngesteuerte Fluggastbrücken ihnen nicht nur den Vorteil, dass die Fluggäste auf komfortable und sichere Weise zum Flughafen gelangen, sondern sie wirken sich auch positiv auf die Gewinne der Flughafenbetreiber aus. Da körperlich fordernde Tätigkeiten durch höher qualifizierte Bürojobs ersetzt werden, schaffen diese Mobilitätstools auch neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.

Die Voraussetzungen für ein tolles Kundenerlebnis

Im Hintergrund ist auch die digitale Revolution am Werk. IoT-fähige Sensoren ermöglichen umfassende Prognose- und Verwaltungsmöglichkeiten, sei es in Bezug auf die Passagierströme oder das Toilettenpapier in den öffentlichen WCs. Präventivwartungslösungen wie MAX helfen dabei, Ausfälle wichtiger Anlagen zu den Stoßzeiten zu verhindern.

Auch wenn es vielen Passagieren nicht bewusst ist, tragen viele weitere Vorgänge – weitestgehend unbemerkt – zu einem reibungsloseren Ankunftsprozess bei. Fluggastbrücken können jetzt beispielsweise dank eines neuen Systems, das vom Airport Solutions-Team von thyssenkrupp Elevator entwickelt wurde, remote mit einem ankommenden Flugzeug verbunden werden.

Andockmanöver führt ein Maschinenführer mithilfe eines Vorpositioniersystems aus, das die Fluggastbrücke automatisch vor der Kabinentür des Fliegers platziert. Mithilfe einer Bewegungssteuerung kann der Remote-Bediener die Fluggastbrücke manuell mit dem Flugzeug verbinden. Das spart den Passagieren Zeit, optimiert den Personaleinsatz, erhöht die Sicherheit des Maschinenführers und verringert das Risiko einer Beschädigung des Flugzeugs.

Diese fortschrittlichen Visual Docking Guidance Systems können aber auch eingesetzt werden, um für eine Extraportion Sicherheit und Geschwindigkeit beim Andockvorgang zu sorgen. Da Flugzeuge und Passagiere pünktlich und möglichst entspannt ankommen (und abfliegen) sollen, verringern intelligente Gate-Managementsysteme das Risiko menschlicher Fehler und die Standzeit für Flugzeuge, um so ein reibungsloses Passagiererlebnis bereitzustellen.

Um ein komplexes Ökosystem wie einen Flughafen zu managen, bedarf es ausgeklügelter, integrierter digitaler Lösungen, und thyssenkrupp Elevator verbessert mit seinen Produkten maßgeblich die Mobilität an Flughäfen weltweit – Beispiele sind Hamad International in Doha, Beijing Daxing, Istanbul Grand sowie LaGuardia und JFK in New York City.

Airport PBBs

Connecting future airports!

Die Kunst und Wissenschaft des Ankunftserlebnisses ist auch das Thema der diesjährigen inter airport Europe 2019 – der 22. Internationalen Fachmesse für Flughafenausrüstung, Technologie, Design & Service (in München). Das Motto lautet „Connecting future airports!“ und konzentriert sich auf den Einsatz digitaler Technologien zur Optimierung von Flughafenbetrieb und Kundenerlebnis.

Auf dieser wichtigen Branchenleitmesse wird thyssenkrupp Elevator mit externen Architektur- und Psychologieexperten zusammentreffen und dafür plädieren, dass Technologie passagierorientiert sein muss. Die Logik ist einfach: Menschen fühlen sich sicherer und behaglicher mit neuen Technologien, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Bedürfnisse von Anfang an im Designprozess berücksichtigt wurden.

An Flughäfen, wo die Förderung effektiver Mobilität eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb ist, kann man Passagiere zu Partnern machen, wenn man sich darauf konzentriert, ihre Wahrnehmung einer Technologie zu verbessern. Dann profitieren beide Seiten.

Flughäfen: so viele verschiedene Bereiche, so viele Möglichkeiten.

Der erste Eindruck zählt

Erste Eindrücke zählen, und bei der Ankunft am Flughafen kommt es zu vielen ersten Eindrücken. Die wachsende Wissenschaft des Ankunftserlebnisses stützt sich auf Wahrnehmungsdesign und digitale Technologien, um den Ankunftsprozess für alle beteiligten Personen zu verbessern – davon profitieren nicht nur sie selbst, sondern auch die Flughäfen. Das Airport Solutions-Team von thyssenkrupp Elevator weiß: „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.“

 
airport solutions by thyssenkrupp

Die Technologien, die beispielsweise bei Sanitäranlagen, der Gepäckabfertigung und Fahrtreppen eingesetzt werden, müssen präzise und zuverlässig arbeiten, ebenso wie die Technologien, die genutzt werden, um neue Flugzeuge anzudocken, den Fluggästen das Aussteigen zu ermöglichen und ihnen zu helfen, zu ihrem Ziel zu gelangen.

Image Credits:

Airport Steps, photo by chuttersnap, taken from unsplash.com

Napping Pod 1, photo by Nelo Hotsuma, taken from commons.wikimedia.orgCreative Commons Attribution 2.0 Generic

Napping Pod 2, photo by Nelo Hotsuma, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Istanbul New Airport, video by KMB

Singapore’s Changi Airport, photo by Peerapon Chantharainthron, taken from unsplash.com

Japan Airport Art Center, photo by Yu Kato, taken from unsplash.com

Schiphol Airport Art Museum, photo by Kat Walsh, taken from flickr.com, Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Generic

Airport Playground, photo by Sebleouf, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International