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Globalisierung 4.0 – Erfolgreich bestehen in Zeiten des Wandels

Nahezu jede Arbeit erfordert eine adäquate Aus- und Weiterbildung. Zwar betrachten viele Menschen Lernen auch als Selbstzweck, die meisten von uns bilden sich jedoch berufsbedingt weiter. Die Arbeitswelt entwickelt sich rasant weiter. Im Zeitalter der Globalisierung 4.0 sind neue Qualifikationen gefordert, die Bedeutung traditioneller Skillsets verblasst. Was genau heißt das für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?
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Mit weniger Ressourcen mehr verändern - Was bewegt die Welt? Innovative Technologie. In den Bereichen Mobilität, Bauwesen, Energiegewinnung und Produktion verändern besonders grüne Innovationen den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt.
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Erstellt am 02.05.2019

Globalisierung 4.0 im Kontext: Was bisher geschah

Die erste Globalisierungswelle erfolgte im Rahmen der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts. Überseedampfer, die Panama- und Suez-Kanäle, transatlantische Telegrafenkabel und die Erfindung der Eisenbahn rückten die Welt enger zusammen, und der Handel mit Rohstoffen und produzierten Gütern explodierte förmlich. Der erste Weltkrieg markierte schließlich das Ende der „Globalisierung 1.0“.

Die Globalisierung 2.0 begann im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg. Wichtige Einflussfaktoren waren die Institutionalisierung internationaler Beziehungen (UN, IWF und Weltbank) und des Handels (GATT), der Ausbau der Infrastruktur (z. B. das Highway-Netz in den USA), die massenhafte Verbreitung neuer Technologien (z. B. Flugzeuge) und die Standardisierung (z. B. Schiffscontainer).

Darüber hinaus wurden viele Probleme und Exzesse der ersten Globalisierungswelle ausgebügelt, um für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Wichtige Werkzeuge waren dabei die progressive Besteuerung, öffentliche Investitionen, die Entkolonialisierung, Entwicklungshilfen sowie Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Krieg.

„Die Globalisierung 4.0 steht erst am Anfang, doch bereits jetzt sind wir unzureichend vorbereitet. Deshalb müssen wir uns von veralteten Denkstrukturen lösen und dürfen Prozesse und Institutionen nicht allzu zögerlich anpassen.“
Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums

Das Ende der Gegenwart: Globalisierung 3.0

Startschuss für die Globalisierung 3.0 – auch Zeitalter der Hyper-Globalisierung genannt – waren die frühen 1990er-Jahre. Sie ähnelte insofern Phase 1.0, als dass technologische Umwälzungen (der PC, das Internet, digitale Technik) die Art und Weise, wie wir Handel betreiben, von Grund auf veränderten.

Charakteristisch für diese Phase sind die Öffnung von Handelsschranken auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene sowie die allgemeine Verfügbarkeit von Dienstleistungen über das Internet. Allerdings resultierten daraus auch politische und soziale Spannungen und vielleicht sogar die Weltfinanzkrise von 2007. Aktuell nähern wir uns dem Ende dieser Ära. Angesichts der zunehmenden Durchdringung des Alltags mit Daten und des Potenzials von Big Data könnte nun ein vielversprechendes neues Kapitel eingeleitet werden, das mit dem Übergang von der dritten zur vierten industriellen Revolution verglichen werden kann.

Typewriter
Macintosh
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Startschuss in die Zukunft: Globalisierung 4.0

Aktuell wird das Zeitalter der Globalisierung 4.0 eingeläutet. Vielen ist dieser Name noch kein Begriff; grob gesagt werden darunter die Folgen des technologischen Megatrends der vierten industriellen Revolution, auch Industrie 4.0 genannt, verstanden.

Die neue Generation an Technologien geht mit einem Quantensprung in unserer Fähigkeit einher, das menschliche Zusammenleben –und damit auch Handel und Wirtschaft – zu organisieren. Entwicklungen wie ultraschnelle Breitbandnetze (insbesondere 5G), das Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz (KI) und hochmoderne Robotik bilden einen ersten Ankerpunkt in diesen noch wenig erschlossenen Gewässern.

Ob es uns gefällt oder nicht – die Globalisierung 4.0 kommt, tatsächlich ist sie sogar schon hier. Die zentrale Frage lautet: Möchten wir zum Wohle unseres Planeten aktiv an ihren Vorteilen teilhaben, oder lassen wir diese Gelegenheit verstreichen – mit den dazugehörigen Konsequenzen?

Industrial Revolutions

Die Auswirkungen von Globalisierung 4.0

Es überrascht nicht, dass der Begriff Globalisierung 4.0 vielerlei Assoziationen hervorruft. Es besteht die Hoffnung, dass die dritte Phase der Globalisierung nahtlos und friedlich in die vierte übergehen wird, indem wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Das heißt: Genauso viele Reformen wie beim Übergang von 1.0 auf 2.0, aber keine Unterbrechungen wie zwischen 1914 und 1945.

Skeptiker fürchten, dass die Globalisierung 4.0 die schlechtesten Seiten von 3.0 noch stärker zum Vorschein bringen wird: erhebliche Arbeitsplatzverluste in der Mittelschicht aufgrund automatisierter, intelligenter „Globotics“ (Globalisierung + Robotik) sowie ein noch höherer Lohndruck.

Die gute Nachricht lautet: Globalisierung 4.0 kann dazu beitragen, die Weltbevölkerung näher zusammenzubringen. Damit einher geht jedoch eine große Verantwortung, die von allen – Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen – äußerst ernst genommen werden muss. Wir können uns nicht bequem zurücklehnen und abwarten – wir müssen handeln. Aber wie?

Eine „Globalisierungs-Roadmap“ für mehr Durchblick

Die Lösung liegt in einer simplen Roadmap, die aufzeigt, wie wir diesen Wandel aktiv beeinflussen und bewältigen können. Eine sinnvolle Strategie sollte die Reformideen der Globalisierung 2.0 berücksichtigen und diese um die seit den 1950er-Jahren gelernten sozialen, kulturellen und psychologischen Lektionen ergänzen.

Wir müssen also eine neue globale Architektur aus Institutionen, Gesetzen und Normen schaffen, die sich auf Handel, Entwicklung, Beschäftigung und Menschenrechte auswirken. Ziel sollte es sein, die Bedeutung von „Gewinn“ zu erweitern und einen stärkeren Schwerpunkt auf Fairness, Inklusion, soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zu legen.

Denn Fakt ist: Wir befinden uns an einem Scheideweg. Nur gemeinsam können wir die globalen Herausforderungen bewältigen, um unsere Ängste zu lindern und neue Hoffnung zu säen.

„Wir leben in einer Welt, in der alle großen Probleme [...] per Definition grenzüberschreitend sind.“

Parag Khanna, Experte für internationale Beziehungen

Globalisierung 4.0 und die Arbeitswelt

Unabhängig davon, wie sich die Welt verändern wird – unqualifizierte Arbeit hat eine geringe Zukunftsperspektive. Doch die Globalisierung 4.0 wird auch viele Bürojobs sowie den Dienstleistungssektor verändern – ähnlich zu den früheren Umwälzungen in Fabriken. Offshoring und Automatisierung werden in vielen Branchen Einzug halten – von der Gastronomie über das Baugewerbe und die Rechtsberatung bis hin zur Architektur.

Zur gleichen Zeit schlagen Unternehmen paradoxerweise wegen eines akuten Fachkräftemangels Alarm. Noch eminenter ist jedoch die Sorge, wie man Arbeitskräfte für die vielen hoch qualifizierten Stellen finden soll, die es aktuell noch gar nicht gibt.

Angesichts dieser Situation ist der Staat zum Handeln gezwungen. So müssen staatliche Einkommensgarantien – Stichwort „Flexicurity“ – ausgeweitet werden, um die soziale Stabilität aufrechtzuerhalten und technologische Akzeptanz zu fördern. Zudem müssen Regierungen und Unternehmen kooperieren, um ältere Arbeitnehmer umzuschulen und mit neuen Qualifikationen auszustatten.

Continued Learning

Bereitschaft für lebenslanges Lernen

In einem derart flexiblen Arbeitsmarkt werden zeitgemäße Ausbildungsprogramme eine Schlüsselrolle einnehmen. URBAN HUB hat bereits in der Vergangenheit Strategien aufgezeigt, wie sich Unternehmen, Regierungen, Verbände und Einzelpersonen auf die Zukunft der Arbeit vorbereiten können.

Einige Punkte stechen dabei besonders heraus:

  • Idee des lebenslangen Lernens
  • Neue digitale Kompetenzen
  • Kreatives, flexibles und kritisches Denken
  • Soft Skills wie Empathie, Sensibilität, Zusammenarbeit und Leidenschaft – diese können beispielsweise gefördert werden, indem man Mitarbeiter zu ehrenamtlichem Engagement ermutigt

Eine wichtige Rolle spielen dabei die schulische und betriebliche Ausbildung. Ebenso wichtig ist für junge Menschen der reibungslose Übergang von der Schule ins Berufsleben. Die weltweit grassierende Jugendarbeitslosigkeit ist ein Skandal, der Millionen von Jugendlichen zum Nichtstun verdammt, während ihre Energie und Kreativität am größten sind, und sie gleichzeitig zu Außenseitern degradiert.

Soft Skills

Herausforderungen gemeinsam anpacken

Die vierte Phase der Globalisierung stellt eine große Herausforderung dar; je besser wir den Wandel bewältigen, desto mehr werden wir davon profitieren. Unternehmen müssen eine klare Vision sowie die benötigten Kompetenzen vermitteln, damit Mitarbeiter am Wandel teilhaben und sich darauf einstellen können.

thyssenkrupp Elevator: Know-how für die Zukunft

Wie die meisten erfolgreichen Unternehmen bietet auch thyssenkrupp Elevator seinen Mitarbeitern ein breites Spektrum an Ausbildungsoptionen. Viele davon werden über das globale Netzwerk „SEED Campus“ bereitgestellt, wo sich Mitarbeiter über neue digitale Technologien, Produkte und den Arbeitsschutz auf dem Laufenden halten sowie Soft Skills wie Teamwork und Serviceorientierung trainieren können.

Hololens

Richtungsweisende Technologie

Ein zentrales Puzzlestück ist dabei der Einsatz von Zukunftstechnologien. thyssenkrupp Elevator hat digitale Innovation frühzeitig in die betriebliche Ausbildung integriert. So werden beispielsweise über den SEED-Campus Schulungen angeboten, die auf Virtual-Reality-Technologie basieren, sodass Techniker neue Fähigkeiten ohne körperliche Risiken erlernen können. VR und AR werden vom Unternehmen auch beim Training für Lean Manufacturing eingesetzt und unterstützen Kunden dabei, Treppenlifte und Privataufzüge zu planen und in ihrem Zuhause zu visualisieren.

Lernen und Lehren

Darüber hinaus bietet thyssenkrupp Elevator Mitarbeitern die einzigartige Möglichkeit, ihr Wissen an andere weiterzugeben und dabei selbst etwas zu lernen. Im Rahmen des SEED-Projekts können Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit ihre Fähigkeiten als Trainer in fünf Ländern unter Beweis stellen: Kolumbien, Brasilien, Indien, Uruguay und Thailand.

Für jeden etwas

Das Hauptziel des Projekts ist es, arbeitslosen Jugendlichen den Übergang ins erwerbstätige Erwachsenenalter zu erleichtern. Projekt SEED bietet diesen jungen Menschen Zugang zu Know-how und Mentoren, um ihnen zu helfen, den Sprung ins Berufsleben zu meistern. Das Training beinhaltet viele der Fähigkeiten, die im Zuge der Globalisierung 4.0 an Bedeutung gewinnen, darunter Teamwork, Kooperation und kreatives Denken.

Image Credits

Typewriter, photo by Bernard Hermant, taken from unsplash.com

MacIntosh Plus, photo by Rama, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 France

Mac laptop, photo by Kari Shea, taken from unsplash.com

1st Revolution, photo by Mellahn, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Germany 

2nd Revolution, photo by USAF, taken from commons.wikimedia.org

3rd Revolution, photo by Steve Jurvetson, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Globalization 4.0, photo by geralt, taken from pixabay.com

World of Buildings, photo by Joshua Rawson-Harris, taken from unsplash.com

Crossing Highways, photo by Denys Nevozhai, taken from unsplash.com

Cafe Working, photo by Tim Gouw, taken from unsplash.com

Globalization 4.0 Soft Skills, photo by Helloquence, taken from unsplash.com