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Wir verändern die Stadt. Geht nicht auf die Straße, sondern in die Urban Apps!

„Urban Apps“ – bei diesem Begriff denken viele vielleicht an Apps, die einem dabei helfen, das beste Café oder einen kostenlosen Parkplatz zu finden. Doch die neue Generation der Apps will noch höher hinaus: Sie macht Bürger zu Mitwirkenden einer Stadtplanung, die nicht zuletzt auch ihr Leben beeinflusst. Ein Anbieter von Urban Apps ermöglicht es Stadtbewohnern jetzt, eine aktive Rolle in der Stadtplanung und -gestaltung, in Sachen Mobilitätsstrategien oder sogar bei der Verbesserung der Luftqualität und der Notfalldienste zu spielen. Urban Hub beschäftigt sich mit einigen dieser Urban Apps, die Bürgerteilhabe in Städten fördern.
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Mit weniger Ressourcen mehr verändern - Was bewegt die Welt? Innovative Technologie. In den Bereichen Mobilität, Bauwesen, Energiegewinnung und Produktion verändern besonders grüne Innovationen den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt.
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Erstellt am 28.08.2018

So geht die Nachbarschaft den Bach runter…

Wir alle kennen das. Ein Schandfleck entsteht, wo früher ein schönes, altes Gebäude stand, oder eine Straße wird ausgebaut und es ist kein Platz für Fußgänger oder Fahrradfahrer mehr da. Wenn so etwas passiert, schütteln Stadtbewohner nur den Kopf und fragen sich „Was haben sie sich dabei nur gedacht?“.

Jetzt gibt es eine App, die es Ihnen ermöglicht, Ihre Meinung zu teilen und bei Vorschlägen für die Stadtgestaltung mitzureden, bevor es zu spät ist. Cityswipe ist ein neues Tool, das in Santa Monica in Kalifornien benutzt wird. Wie bei der Dating-App Tinder wischt man nach rechts für Ja und nach links für Nein oder wählt zwischen zwei Plänen.

Urban App Neighborhood

Für eine Stadtgestaltung, die ein gutes Gefühl hinterlässt

Die Gestaltung einer Stadt kann maßgeblich beeinflussen, ob Sie mit Ihrer Stadtumgebung glücklich oder sogar emotional verbunden sind. Wenn sie Vorschläge machen, denken Stadtplaner heutzutage dabei immer mehr an die Zufriedenheit der Bewohner.

Dementsprechend hat das Centre for Urban Design and Mental Health das Urban Mind Project gestartet. Es verwendet eine ortsgebundene App namens PoppySeed, die es Menschen ermöglicht, ihre Gefühle zu dokumentieren, während sie sich durch die Stadt bewegen. Das Ziel der App ist es, diese Einblicke zu nutzen, um bessere, durchdachtere Städte zu bauen.

Vielleicht erobert PoppySeed ja bald auch deutsche Städte. Die App verleiht Ihrer Meinung zu Ihrer Stadt eine Stimme und hilft Planern, kooperative Städte zu schaffen, die mehr Zufriedenheit fördern.

Urban Apps Direction

Der Stimme von Bürgern mehr Gewicht verleihen

Die Kooperation begann über Social-Media-Plattformen und ging zur Speicherung von großen Datenmengen über. Städte haben gelernt, das Internet der Dinge zu nutzen, um datengetriebene Dienstleistungen und smarte Prognosetechnologien zu entwickeln, die den gesammelten Input besser verwerten können.

Diejenigen, die diese kooperative Verwaltung fördern, experimentieren weiterhin mit neuen Möglichkeiten, Bürger noch proaktiver einzubeziehen. Hier sind einige gute Beispiele:

  • In Brasilien verleiht die interaktive, bi-direktionale App ColAb Bürgern, die von Korruption frustriert sind, eine Stimme. In der Stadt Curitiba, wo das Feedback positiv war, sind neue Funktionen wie Push-Benachrichtigungen und Mini-Umfragen geplant.
  • In Estland will Tartu neue Lösungen für die Mobilität in der Stadt und ein intelligentes Transportsystem schaffen. Mittels Geotagging senden Pendler Daten über Orte und Routen, wodurch Input zum Thema Zugänglichkeit entsteht und darüber, wie Konzepte wie „die letzte Meile“ mit neuen Lösungen besser umgesetzt werden können.

Nachbarschaftliche Hilfe

Urban Apps können Bürgern auch helfen, sich gegenseitig zu helfen.

  • Barcelona, eine Stadt, der Smart-City-Kooperation nicht fremd ist, lässt seine Bewohner die Luftqualität überwachen. Die Bürger erhalten ein Werkzeugset mit einem Datenprozessor und Sensoren, mit dem sie gewonnene Daten auf eine öffentliche Plattform hochladen können, die jeder nutzen kann, um Recherchen über die Umwelt anzustellen.
  • In Jakarta ermöglicht die App PetaJakarta Benutzern, Tweets zu geotaggen, um andere vor Sturzfluten zu warnen. Die Einzelheiten werden einer Karte hinzugefügt, die dann allen hilft, gefährliche Straßen oder Gegenden zu umgehen oder aus ihnen heraus zu finden.
Connection Urban Apps

Dank mobiler Technologie können wir alle einen Beitrag zu besseren Städten leisten.

Aufregende Zeiten

Eine der Herausforderungen in einer Zeit der hohen Urbanisierungsdichte ist es, sich verbunden und wichtig zu fühlen. Stadtbewohner haben oft nichts mit den Entscheidungen der Stadtplanung zu tun, die um sie herum passieren, also suchen sie Möglichkeiten, etwas zur Gemeinschaft beizutragen.

Der öffentlichen Verwaltung in den meisten Städten ist dies aber tatsächlich wichtig, und die Urban Apps helfen beim Aufbau einer Kooperation im Sinne eines Gemeinschaftsvorhabens, welches das Ideenpotenzial der Bürger ausschöpft. Es ist nicht nur gut für die Städte, wenn man sich für ihre Zukunft einsetzt, es ist gut für jedermann!

Image Credit:

Poppyseed App, video by Jack C. Newell and Gensler