Sustainability

Preisgekrönte Nachhaltigkeitsexpertin gewährt zum Weltumwelttag inspirierende Einblicke

Umweltaktivisten und Klimaforscher plädieren schon seit Jahrzehnten für mehr Nachhaltigkeit. Viele Unternehmens- und Wirtschaftsbereiche haben jedoch erst vor wenigen Jahren begonnen, Maßnahmen zur Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit zu ergreifen. URBAN HUB hat mit Monica Miller Brown, Sustainable Design Manager bei thyssenkrupp Elevator Americas, über Nachhaltigkeit und Materialtransparenz in der nordamerikanischen Bauwirtschaft gesprochen. Vor Kurzem hat das Magazin „Environmental Leader“ sie als einen der 75 führenden Experten im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet und als Finalistin im Rennen um seinen renommierten „Person of the Year“-Award nominiert.
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Die Zukunft soll grün sein - Umweltfreundliche und nachhaltige Entwicklung umfasst Projekte in den Bereichen Müllvermeidung und Energiesparen und fördert den Wechsel zu grünen, umweltfreundlichen Ressourcen wie Solar- und Windenergie oder wiederverwertbaren Materialien.
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Erstellt am 05.06.2018

Eine angeborene Leidenschaft für Nachhaltigkeit

Monica studierte Landschaftsarchitektur, doch ihre Leidenschaft für Nachhaltigkeit wurde ihr bereits in die Wiege gelegt. „Meine Familie führt schon seit vier Generationen einen Landwirtschaftsbetrieb, deshalb ist der Schutz natürlicher Ressourcen tief in mir verwurzelt.“

Der Wechsel vom Beruf des Landschaftsarchitekten zur Position als Sustainable Design Manager war daher ganz natürlich. Beides erfordert starke Problemlösungskompetenz in der Praxis und bei der Planung, um eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen. „Ich bin einfach von außen nach innen gewandert“, erklärt Monica.

Seit ihrem Einstieg bei thyssenkrupp Elevator wurde Monica nicht nur als LEED Accredited Professional, sondern auch als WELL AP (Accredited Professional) zertifiziert, was für ihr fundiertes Know-how im Bereich gesundes Bauen spricht.

„In unserem Streben nach mehr Nachhaltigkeit darf unser Fokus nicht mehr darauf liegen, weniger Schlechtes zu tun, sondern wir müssen uns darauf konzentrieren, mehr Gutes zu tun.“
Monica Miller Brown, Sustainable Design Manager, thyssenkrupp Elevator Americas

Der Wendepunkt

Auf die Frage, was die größte Herausforderung bei der Entwicklung eines nachhaltigen Gebäudes sei, antwortet Monica blitzschnell: „der Austausch von Informationen!“ Den Menschen die richtigen Daten bereitzustellen, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen können, ist bisher ein langwieriger Prozess gewesen. Hersteller und Lieferanten sind manchmal unsicher, ob sie ihre Erfahrungen mit anderen teilen sollen. Außerdem wissen sie einfach nicht, welche Fragen sie stellen müssen.

„Wir befinden uns jetzt an einem Wendepunkt“, erklärt Monica. Die Bauwirtschaft in Nordamerika steht jetzt an einem ähnlichen Punkt wie die Nahrungsmittelbranche vor einigen Jahrzehnten, als die Lebensmittelkennzeichnung zur Pflicht wurde. Die Verbraucher möchten einen Nachweis darüber, dass in ihren Wohnhäusern keine gesundheitsgefährdenden Materialien verbaut wurden. Dadurch ist die Branche zu einem transparenteren Umgang mit den eingesetzten Baustoffen gezwungen.

Die ersten Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Wo fängt man an? Monica verfolgt einen einfachen, praktischen Ansatz: „Man muss einen Maßstab festlegen und sich ein besseres Verständnis zum Ziel setzen.“ Früher standen bei Verhandlungen über Baustoffe hauptsächlich Form, Funktion und Preis im Vordergrund. Mittlerweile werden aber auch die gesundheitlichen Auswirkungen und Nachhaltigkeitsaspekte abgewogen.

Sobald ein Gespräch mit einem Kunden beginnt, verspürt man den Drang, eine fundierte Entscheidung zu treffen, und der Wissensbedarf und Informationsaustausch setzen sich dann entlang der gesamten Lieferkette fort. Wenn Lieferanten Zugriff auf die richtigen Daten haben, können sie ihren Kunden die nötigen Informationen bereitstellen und ihnen so helfen, zu kalkulieren, welche umweltbezogenen und gesundheitlichen Auswirkungen ein Gebäude haben könnte.

Weniger ist nicht immer mehr

Monica beobachtet allgemein einen Sinneswandel in Bezug auf Nachhaltigkeitspraktiken. Viele Jahre lang wurde nur davon gesprochen, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck verringern müssen. Mittlerweile gilt es aber, einen „Handabdruck“ zu hinterlassen – das heißt, wir sollen nicht nur die negativen Auswirkungen eindämmen, sondern auch etwas Positives bewirken.

Ein perfektes Beispiel hierfür sind energieeffiziente Gebäude. Ursprünglich stand dieses Konzept einfach nur für Energiesparen. Heute geht es darum, Energie zu erzeugen und neue Ressourcen zu erschließen.

Von einem einzigen Gebäude zu ganzen Städten

Letztendlich wünscht Monica sich, dass die Debatte auf die nächste Ebene gehoben und ehrgeiziger angegangen wird. Anstatt nur die Nachhaltigkeit eines einzelnen Gebäudes zu erhöhen, sollten Pläne für eine ganze Stadt gemacht werden.

„Wir können tatsächlich nur dann ein Teil des Paradigmenwechsels werden, wenn wir Städte in ihrer Gesamtheit betrachten können“, so Monica. Wenn Menschen wie Monica das Zepter der Nachhaltigkeit in ihren Händen halten, erscheint das Konzept absolut realisierbar.

Image Credits

Building and Greenery, photo by xijan, taken from istock.com

Bird’s-Eye View Green Building, photo by chuttersnap, taken from unsplash.com

Green Apartment, photo by Chris Barbalis, taken from unsplash.com

Green Escalator, photo by Daniel Genser, taken from unsplash.com

World Environment Day, taken from United Nations