Smart Mobility

Außergewöhnliche Gehwege erhöhen und verschönern Strecken in der Stadt

Moderne Architektur wächst nicht nur nach oben, sondern verzweigt sich in alle Richtungen und transformiert urbanen Raum radikal. Warum sollten Gehwege da auf dem Boden bleiben? Städte experimentieren mit erhöhten Geh- und Radwegen oder verwandeln Bürgersteige in Flächen, die mehr können, als Passanten von A nach B zu bringen. URBAN HUB hat sich einige der außergewöhnlichsten dieser neuen Gehwege angeschaut, um herauszufinden, wie sie das urbane Kommen und Gehen verbessern.
Smart Mobility
Unterwegs zu besseren Lösungen - Die Menschen sind verstopfte Städte leid und entwickeln neue smarte Mobilitätslösungen in Form von innovativen Technologien und intuitiven Apps, die öffentlichen Nahverkehr, bessere Infrastrukturen und Car-Sharing-Projekte kombinieren.
527 Aufrufe

Erstellt am 05.06.2019

Urban Biking: Grenzenlose Freiheit

Schon lange haben Städte erkannt, dass die Förderung von nicht motorisierter Mobilität, die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und die Verbreiterung von Radwegen spürbare Vorteile mit sich bringen. Doch reicht das aus?

Die Antwort lautet eindeutig Nein, und Architekten entwickeln radikale Lösungen. Schon vor Jahren stellte Norman Foster sein Konzept für London vor. Der Skycycle sah 220 km Hochstrecke für Radfahrer über Bahngleisen vor. Die Idee wurde jedoch aufgrund von Sicherheits- und Budgetbedenken verworfen.

In China wurde eine solcher Rad-Hochweg jedoch erfolgreich in die Realität umgesetzt. Der Xiamen Bicycle Skyway verbindet fünf Stadtbezirke und drei Geschäftszentren miteinander. Die 7,6 km lange Strecke soll den Stadtverkehr entlasten und ist an Bushaltestellen, Einkaufszentren und öffentliche Gebäude angebunden.

 
Der Fahrrad-Skyway in Xiamen, China: der längste der Welt

Ein Schritt in die richtige Richtung: Gehwege tun Gutes

Umweltbewusste Stadtplaner nutzen jeden Millimeter, um den Weg zu einer nachhaltigeren Welt zu ebnen. Ein britisches Unternehmen hat Bodenplatten aus recyceltem Gummi entwickelt, die den Druck beim Auftreten in kinetische Energie umwandeln. Recyceltes Gummi ist eine gute Alternative zu Beton, da es flexibel ist und die weiche Oberfläche zum Laufen einlädt.

Andere Experimente umfassen das Streichen von Gehwegen mit Farbe, die tagsüber UV-Strahlen absorbiert und nachts leuchtet. Sogar begehbare Solarmodule werden getestet. Los Angeles geht noch einen Schritt weiter: Dort wird der Asphalt weiß beschichtet, um Überhitzung und städtischen Mikroklimata vorzubeugen.

 
Bürgersteige, die Schritte in Energie umwandeln

Hingucker: lenken den Blick auf die urbane Schönheit

Gehwege fordern Architekten heraus, neue Maßstäbe in Sachen Design und Einfallsreichtum zu setzen. In Changsa, China, bringt eine rote, schleifenförmige Brücke die Menschen zum Lächeln. In den Niederlanden werden Sitze aus Beton zu Trittsteinen bei Hochwasser. Und in Lyon, kombiniert ein Tunnel Natur und Kunst mit einer autofreien Passage.

Ein Bürgersteig mit Ausblick

In Mumbai, Indien sind 60 % der Verkehrsteilnehmer zu Fuß unterwegs aus, doch auf den Straßen gibt es keinen Platz. Auf Überführungen – liebevoll „gelbe Raupen“ genannt – können Fußgänger die Straße sicher überqueren. In Seoul wurde eine ehemalige Autobahnbrücke in einen 1 km langen grünen Gehweg hoch über dem Stadtverkehr umgewandelt. Beide Konzepte haben die Sicherheit von Fußgängern erheblich verbessert.

Angesichts innovativer Hochstrecken für Fußgänger und Radfahrer müssen Architekten Zugang für alle gewährleisten, zum Beispiel durch Lösungen wie ACCEL.

Google Dublin

Auf Augenhöhe: Wolkenkratzer und Gehwege

In den 1970er-Jahren haben sich sogenannte Skywalks einen schlechten Ruf als Schandflecke und Sackgassen eingehandelt. Heute werden Wolkenkratzer immer häufiger durch Skybridges verbunden. Die Designs sind mittlerweile ansprechender, und das Konzept, von Gebäude zu Gebäude, und sogar von Straße zu Straße zu gelangen, ohne den Boden zu berühren, ist wieder attraktiv – und notwendig.

Die High Line ist jetzt an Hudson Yards angebunden, das Großbauprojekt von New York City, bei dem Wohnen, Arbeiten und Mobilität kombiniert werden – von unterirdischen Bahnhöfen bis hin zu Dachgärten. Und modernste Technologien wie TWIN-Aufzüge ermöglichen den schnellen Zugang zu allen Ebenen.

Stadtleben in der Höhe

Die Idee, Gehwege eine Etage nach oben zu verlagern, wird immer beliebter. Urbane Architekten und Stadtplaner stellen zunehmend Konzepte vor, die ein Leben auf mehreren Ebenen vorsehen. Das nächste Mal, wenn Sie unterwegs sind, sollten Sie also nach unten oder nach oben schauen und sich darüber freuen, dass Ihre Stadt in Sachen außergewöhnliche Gehwege und neue Mobilität auf dem Laufenden ist.

Image Credits:

Elevated Cycling Path China, video by Dezeen

Power with Pathways, video by TechCrunch

Mumbai, photo by Nichalp, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported 

Lyon, photo by Tibidibtibo, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported 

Seoul, photo by Christian Bolz, taken from commons.wikimedia.org, Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International

Skybridge, photo by Stephen Bergin, taken from unsplash.com

NYC Vessel, photo by James Morehead, taken from unsplash.com