Wie Marathonläufe, schöne Städte und erfolgreiche Manager zusammenhängen

Der Tokio-Marathon
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Städte sind stets darum bemüht, ihren Bewohnern eine optimale Lebensqualität zu bieten, und Marathonläufe haben erheblich dazu beigetragen, dass sich Städte auf die Anforderungen von Laufbegeisterten ausgerichtet haben. Diese Sportveranstaltungen fördern nicht nur die Gesundheit und Fitness der Bevölkerung, sondern bringen auch das Beste in Managern zum Vorschein.

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Marathonläufe für eine gesündere Stadtbevölkerung

In den frühen 1970ern war das Bild vieler Städte von Armut, Verschmutzung und Kriminalität geprägt. Die Wende kam im Jahr 1976, als der New York City Marathon nicht mehr nur mehrere Runden um den Central Park führte, sondern zum ersten Mal durch alle fünf Bezirke verlief: Die ganze Stadt kam zur Unterstützung der Läufer zusammen, wodurch der ganzen Welt ein positives Stadtbild vermittelt wurde.

Städtemarathons haben dazu beigetragen, dass die urbane Infrastruktur heute zugunsten von Outdoor-Sportarten umgestaltet wird und die Städte – um die Gelegenheit für positive Publicity nicht zu verpassen – für die Bewohner verschönert werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Marathonläufe mittlerweile auch in anderen Weltstädten wie Chicago, London, Berlin und Tokio zu gefeierten Großereignissen geworden sind.

Tokio: Traumziel für Laufbegeisterte Tokio: Traumziel für Laufbegeisterte

Tokio – Traumziel für Laufbegeisterte

Tokio ist der Inbegriff einer stetig wachsenden Metropole. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2010 wurden in der Metropole Tokio 13 Millionen und in der Hauptstadtregion 43,4 Millionen Einwohner erfasst – für New York City liegen die entsprechenden Vergleichszahlen bei 8,1 Millionen und 19,3 Millionen.

 

Tokios Bevölkerungszahl Tokios Bevölkerungszahl

Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2007 hat sich der Tokyo Marathon zu einem der wichtigsten Marathonläufe der Welt entwickelt. Mehr als 300.000 Läufer bewerben sich auf ca. 35.000 Startplätze, was für einen harten Wettbewerb im Bewerbungsverfahren sorgt. Der Lauf findet häufig bei Regen statt, führt die Teilnehmer aber an vielen populären Sehenswürdigkeiten vorbei – darunter die Imperial Palace Gardens, das Tokyo Metropolitan Government Building und der Tokyo Tower – und endet an der Messe „Tokyo Marathon Expo“.

Dieser Marathon ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine Stadt und deren Image in der Welt von einem Marathon profitieren können. Einer der diesjährigen Teilnehmer war Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp Elevator AG und begeisterter Marathonläufer.

Andreas Schierenbeck

Der Weltenbummler

Andreas Schierenbeck, der seit 2012 bei thyssenkrupp Elevator tätig ist, hat eine Karriere hinter sich, viel mit einem Marathon gemein hat: Er arbeitete in Kolumbien, Venezuela, Schweden, Österreich sowie in den USA und in der Schweiz. Obwohl seine Position eine hohe Verantwortung darstellt, schafft er es dennoch, Zeit mit seiner Familie zu verbringen und zu trainieren.

Schierenbeck lief seinen ersten Marathon im Alter von 40 Jahren im Jahr 2006 in Zürich. Danach nahm er an Marathonläufen in Berlin, Monterey (Kolumbien), Boston, Chicago und New York City (USA) und zuletzt am Tokyo Marathon in Japan teil.

Die Teilnahme an einem Marathon und die entsprechende Vorbereitung erfordern ein hohes Maß an Engagement, Durchhaltevermögen, strategischer Planung sowie mentale und physische Stärke – allesamt unerlässliche Eigenschaften für einen erfolgreichen Manager. Auf die Frage, inwiefern seine Marathonteilnahmen seine Arbeit beeinflussen, bleibt Schierenbeck dennoch bescheiden: „Ich mache das nur zum Spaß.“ Aber genau das ist wahrscheinlich auch der Ansatz, den er im Beruf verfolgt.

Schierenbeck beim Tokyo Marathon 2015, Endzeit: 3:47:12

„Ich gehe zwar auch gerne im Wald laufen, aber Städtemarathons bieten einem die einzigartige Gelegenheit, Sport zu treiben und gleichzeitig die Sehenswürdigkeiten einer Stadt anzusehen.“

Andreas Schierenbeck

Marathonläufer sind die besseren Manager

Auch wenn Schierenbeck diesen Bezug nicht herstellen wollte, so haben die jüngsten Forschungsergebnisse es doch bewiesen: Laut einer Studie des Social Science Research Network hat die Fitness eines Managers – die sich daran zeigt, dass er einen Marathon bis ins Ziel läuft – einen positiven Einfluss auf den Unternehmenswert. Aber wen wundert das? 

Man muss zäh sein, um an einem Marathon teilzunehmen, aber die Leitung eines Unternehmens ist schließlich auch kein Spaziergang.

Vorteile für alle

Die Gesellschaft profitiert auf vielerlei Weise von Marathonläufen: Sie fördern die physische Fitness, tragen zur positiven Persönlichkeitsentwicklung von Managern bei und – was am wichtigsten ist – sie können urbane Räume beleben. 

Als Gastgeber eines großen Marathonlaufs muss eine Stadt sicherstellen, dass es genügend Flächen für die Läufer gibt, was in der Regel auch Verbesserungen für Fußgänger und Fahrradfahrer bedeutet. Die Stadtverwaltung muss sich zudem Gedanken darüber machen, welches Bild die Läufer, Blogger und Journalisten aus aller Welt von der Gastgeberstadt in ihre Heimat mitnehmen und dort verbreiten. Dies veranlasst die Städte dazu, neue Parks sowie attraktive Sehenswürdigkeiten zu errichten und die urbane Landschaft insgesamt zu verschönern.

Die wichtigsten Städtemarathons Die wichtigsten Städtemarathons
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