Der Alltag einer Servicetechnikerin und Aufzug-Allrounderin

Blick in den Aufzugschacht

Die Arbeit als Elevator Maintenance and Call Out Engineer ist alles andere als anspruchslos. Das weiß niemand besser als Kirsty Green, die sich bei thyssenkrupp Elevator UK um Aufzüge im Großraum Manchester kümmert. Sie muss nicht nur in Notsituationen zu Hilfe eilen und Aufzüge betriebsbereit halten, sondern sich auch mit den Anlagen anderer Unternehmen bestens auskennen. So repariert und wartet Kirsty tagtäglich Aufzüge unterschiedlichster Hersteller und greift dabei immer wieder auf die Unterstützung von ITS zurück.

In einer Pause von ihrer Arbeit an der Aufrüstung der Notbetätigung eines Aufzugs nahm Kirsty sich Zeit, um URBAN HUB Einblicke in ihren Tagesablauf zu gewähren. Neben Erklärungen zu den Einzelheiten ihrer Tätigkeit und der erforderlichen Ausbildung hatte sie auch amüsante Anekdoten über einige ganz spezielle Aufzugnutzer parat.

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Aufzugstechnikerin Kirsty Green

Gut geschult, mit Gabe und Gespür

Nach ihrem Ingenieurstudium absolvierte Kirsty Green eine Ausbildung bei Otis. Als erste und einzige Frau im Außendienst blieb sie dem Unternehmen für einige Jahre treu, bevor sie einen kurzen Abstecher in die Eisenbahnindustrie wagte. 2013 schließlich stieß sie zu thyssenkrupp Elevator, wo sie dank der internen technischen Supportabteilung ITS theoretische und praktische Erfahrungen mit zahlreichen Bauarten und Modellen von Aufzügen sammeln konnte. 

Darauf angesprochen, welche Fähigkeiten in ihrem Beruf notwendig seien, erklärte Kirsty: „Um die Ursache für den Ausfall eines Aufzugs zu ergründen, muss man sich darauf verlassen, was man sieht, hört und riecht. Und man muss ein Gespür dafür haben, was als Nächstes passieren könnte.“ 

Zudem seien in ihrem Metier umfassende Sicherheitsschulungen unerlässlich, um beispielsweise Hochspannungsgeräte richtig handhaben zu können. Auch bedürfe es eines gewissen Durchhaltevermögens, um Lösungen für nicht augenfällige Fehler zu finden. Schließlich müsse man auch in der Lage sein, sich in Geduld zu üben, um mit schwierigen Kunden fertig zu werden.

Unterwegs mit Kirsty Green

Ein typischer Arbeitstag beginnt mit einer routinemäßigen Wartung auf Kirstys Route, gelegentlich muss sie auch eine über Nacht aufgetretene Störung beheben. Danach diktiert ihr Telefon den weiteren Tagesablauf.

Neben planmäßigen Wartungsarbeiten muss Kirsty zuweilen mit Notrufen rechnen, die eine blitzschnelle Reaktion erfordern, wenn etwa jemand in einer Aufzugskabine festsitzt. Ein „typischer Arbeitstag“ kann somit stets Überraschungen bereithalten. Am häufigsten klingelt ihr Telefon jedoch aufgrund technischer Probleme mit Türen, ausgelöster Fangvorrichtungen oder gedehnter Sicherungsseile, die gekürzt werden müssen.

Ihr wichtigster Begleiter ist ihr Transporter: „Er ist sozusagen mein mobiler Werkzeugkoffer, der Großteil meiner Ausrüstung ist darin verstaut. In meiner Werkzeugtasche selbst finden sich unter anderem Schraubendreher und gängige Schraubenschlüssel.“ Ebenfalls stets bei ihr sind ein Standard-Multimeter sowie eine Reihe herstellerspezifischer Prüfwerkzeuge und ihre persönliche Schutzausrüstung.

Arbeit an der Technik des Aufzugs

Unterstützung durch ein umfassendes Netzwerk

Selbst gestandene Ingenieure wie Kirsty Green finden hin und wieder neue und außergewöhnliche Umstände vor. Doch sollte sie Hilfe bei einem neuen Aufzug oder bei komplexen Programmierungsproblemen benötigen, kann sie sich jederzeit an ITS wenden. 

Prüfung der Aufzug-Technologie

„Ein großer Pluspunkt der Zusammenarbeit mit ITS ist, dass man immer etwas Neues lernt und bestrebt ist, einen Schritt vorauszudenken. Das betrifft nicht nur unsere eigenen Anlagen, sondern allgemein unterschiedlichste Arten von Fahrstühlen und -treppen.“ Zusätzlich zu ihrem bei thyssenkrupp Elevator und Otis gesammelten Erfahrungsschatz wurde Kirsty von ITS für die Arbeit an Aufzügen von KONE, Schindler, Orona und weiteren Herstellern geschult.

„Auf ITS ist in jeder Hinsicht Verlass. Wir können den Technikern dort einen defekten Antrieb oder eine beschädigte Platine schicken, sie prüfen das Teil, bestellen Ersatzteile und reparieren es. Zudem liefern sie Ratschläge und können uns komplizierte Programmierungen erklären.“

„Im Grunde arbeite ich jedoch so gut wie immer allein, denn allgemeine Arbeiten lassen sich auch ohne Unterstützung ausführen.“

Besonders schlaue Schüler

Im Laufe ihrer Tätigkeit als Aufzugstechnikerin bekam Kirsty Green es immer wieder mit problematischen Aufzugnutzern zu tun. Und so hatte sie auch einige interessante Geschichten für uns auf Lager. 

„Einmal steckten acht Schüler in einem Aufzug in ihrer Schule fest. Es handelte sich um ein älteres Modell, das ausschließlich durch Gewichtsausgleich funktioniert. Die Schüler alberten und sprangen in der Kabine herum, bis schließlich die Fangvorrichtung ausgelöst wurde.“ 

„Der Aufzug konnte nicht mehr nach unten fahren, da durch die Vorrichtung ein Absturz verhindert werden soll. Nachdem die acht Schüler jedoch die zulässige Personenanzahl des Aufzugs überschritten hatten, hätte er sich nur noch nach unten bewegen können. Aufgrund der ausgelösten Fangvorrichtung war eben dies aber nicht mehr möglich. Also rief ich in dieser ungewöhnlichen Situation einen ITS-Techniker herbei, um die Schüler zu befreien. Die Hälfte von ihnen holten wir durch die Ausstiegsluke in der Decke heraus, dann gelang es uns, die Fangvorrichtung zu lösen und den Aufzug zu bewegen. Nach dem Ende dieser Aktion wurden die Schüler vom Unterricht suspendiert.“

Aufzugtechniker bei der Arbeit
„Einmal war ein leicht aggressiver Mann in einem Aufzug eingeschlossen und ich hatte Angst, ihn herauszulassen. Ich drohte damit, die Polizei zu rufen und ihn bis zu deren Eintreffen im Aufzug warten zu lassen, wenn er sich nicht beruhigt – und schon war er ruhig.“

Kirsty Green

Maintenance and Call Out Engineer, thyssenkrupp Elevator UK

Aufzugssicherheit weltweit

Trotz zahlreicher seltsamer Begegnungen im Laufe der Jahre betont Kirsty, dass Gefahrensituationen seltene Ausnahmen darstellen: „Sicherheit ist bei unserer Arbeit oberstes Gebot. Wir ergreifen höchste Sicherheitsmaßnahmen, können aber leider nicht immer verhindern, dass jemand sich bewusst über sie hinwegsetzt.“

Aufzugskonstrukteure und Servicetechniker von thyssenkrupp aus aller Welt erklären, weshalb Sicherheit für sie von so großer Bedeutung ist…

Eine Zukunft im Aufzugsdesign?

Zurzeit absolviert Kirsty Green einen Aufbaustudiengang in Engineering Design. Hiervon erhofft sie sich eine Beförderung als Technikerin und später einen Wechsel in Forschung und Entwicklung. Denn ihrer Ansicht nach „könnte das Design von Aufzügen durchaus eine weibliche Note vertragen“. Zugleich ist sie davon überzeugt, dass sie durch ihre Erfahrung in der Wartung und Reparatur von Aufzügen eine neue Perspektive einbringen kann, um einfacher zu wartende Aufzüge zu entwickeln. Schließlich „gehen viele Hersteller davon aus, dass ihre Aufzüge bis in alle Ewigkeit halten“, weiß Kirsty.

Aufzug-Servicetechniker bei der Arbeit Aufzug-Servicetechniker bei der Arbeit

Werden Techniker bald von Computern ersetzt?

Weiterhin wollten wir von Kirsty wissen, in welche Richtung sich der Job des Servicetechnikers angesichts neuer Aufzüge und Technologien für Maßnahmen zur vorbeugenden Instandhaltung entwickeln könnte. „Die meisten Aufzüge von heute haben keinerlei Verbindung nach außen, weshalb man immer vor Ort nach dem Rechten sehen muss. Durch die zunehmende Vernetzung neuerer Anlagen kann man hingegen aus der Ferne alles überprüfen und sogar den Aufzug zurücksetzen. Bedenkt man jedoch, dass viele unserer Aufzüge mehr als 30 Jahre alt sind, werden Techniker wie wir so schnell wohl nicht überflüssig.“

Und langfristig betrachtet? Natürlich ist der menschliche Instinkt durch nichts wirklich zu ersetzen, vernetzte Systeme können die Sachkenntnis eines Technikers jedoch mit unterstützenden Daten ergänzen: „Mithilfe von Statusinformationen und Verfahrensbeschreibungen aus der Cloud könnten auch erfahrene Techniker Probleme sicherlich schneller und besser erkennen und lösen. Auch bei Sicht- und Geruchsprüfungen könnten neue Technologien von Vorteil sein. Geht es aber um letzte Feinarbeiten, führt an menschlichem Fingerspitzengefühl kein Weg vorbei.“

Kirstys Kollegen bei ITS betreiben umfassendes Reverse Engineering und führen regelmäßig Schulungen durch, um Wartungstechnikern gründliche Kenntnisse zu unterschiedlichsten Aufzugssystemen zu vermitteln. Dabei verfolgen sie das Ziel, persönliche Fähigkeiten, tief greifendes Know-how und „investigativen Spürsinn“ aus dem Arbeitsalltag mit intelligenten Technologien zu verknüpfen, um so einen erstklassigen Service zu gewährleisten.

International Technical Services (ITS)

thyssenkrupp Elevator gründete ITS als ein Netzwerk von Experten, das herstellerunabgängig und aus einer Hand Unterstützung für Aufzüge und Fahrtreppen aller Art bietet. Hierzu müssen die ITS-Techniker im Hinblick auf neue Anlagen aller großen Hersteller immer auf dem Laufenden sein – nicht von ungefähr zählen sie zu den kompetentesten und erfahrensten Technikern überhaupt.ITS-Website besuchen

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