Wohntürme – der große Trend zum vertikalen Wohnen

Die Dubai Marina mit dem „Tallest Block“ der Welt.

Der Luxusturm 432 Park Avenue in New York ist mit 426 Metern – zumindest für den Moment – das höchste Wohnhochhaus der Welt. Sieben der zehn höchsten Wohnhäuser weltweit befinden sich allerdings in der futuristischen Dubai Marina. Hochhauswohnanlagen gibt es überall auf der Welt, und sie bieten schätzungsweise 60 Millionen Menschen Wohnraum. Aber für wen sind sie bestimmt? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wann und wo man sie stellt.

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Von exklusivem Luxus bis zum schlichten Apartment

Die ersten modernen Hochhäuser waren größtenteils Bürogebäude. Nach kurzer Zeit setzten sich jedoch auch mehr und mehr Wohntürme im Stadtbild durch, die vor allem für gut situierte Bürger Wohnraum mit vielen Annehmlichkeiten boten. Der Bau des Ritz Tower im Jahr 1925 läutete einen Boom des vertikalen Wohnens für Wohlhabende ein: Innerhalb von nur 10 Jahren konnte New York mit etwa 150 dieser luxuriösen Hochhäuser aufwarten, und der Trend breitete sich bis nach Shanghai und Buenos Aires aus.

Doch vertikales Wohnen war so offensichtlich die Lösung für das Wohnraumproblem der wachsenden Stadtbevölkerung, dass es nicht lange dauerte, bis es im großen Stil in Social-Engineering-Projekten umgesetzt wurde. In Form von Massenunterkünften für den Mittelstand und die Arbeiterklasse – oft im Rahmen von riesigen öffentlichen Wohnungsbauprojekten – verbreitete sich das Konzept rapide in Städten in den USA, Europa und der ehemaligen UdSSR. In den 1970ern wurden Hochhausblöcke dann zunehmend als Auslöser – und nicht mehr als Lösung – für den Stadtverfall angesehen. Waren nur die Reichen den Herausforderungen des vertikalen Wohnens gewachsen?

Ritz Tower - New York City

„… der Ritz Tower … war für die Wohnarchitektur richtungsweisend. Der Bau des Ritz im Jahr 1925 glich einem symbolischen Ereignis. Er war der Ausdruck dessen, was sich die Menschen in ihrer Fantasie vorstellten, er spiegelte den Glamour der Jazz-Ära wieder und läutete schließlich die Moderne ein.“

Elizabeth Hawes – Autorin von „New York, New York“

432 Park Avenue

Die Antwort …

Asien scheint das ganz anders zu sehen. Singapur, Tokio und Hongkong betreiben allesamt erfolgreiche vertikale Wohnprojekte für jedermann. In Singapur leben tatsächlich 80 Prozent der Menschen in Sozialwohnungen, zum Großteil in Hochhäusern. Auch China erlebt gerade einen spektakulären Hochhaus-Boom – und zwar nicht nur für die Superreichen.

URBAN HUB hat bereits in der Vergangenheit zahlreiche originelle Gebäudeideen der Zukunft vorgestellt, darunter vertikale Dörfer, lebendige Gebäude und innovative, vielseitig nutzbare Hochhäuser. Diese und weitere Konzepte werden womöglich neue Wohnperspektiven und Chancen für das Leben in modernen Städten eröffnen und vertikales Wohnen für jeden von uns greifbar machen.

New York versucht unterdessen, es allen recht zu machen. Der Wunsch nach einem urbanen Lebensgefühl vonseiten der wohlhabenden Bevölkerung nimmt zu. Veraltete Regulierungen und Richtlinien werden deswegen allmählich über Bord geworfen, damit bezahlbarer Wohnraum für Familien mit niedrigem Einkommen entstehen kann. Eins ist sicher: Die Menschen möchten in Städten leben. Und der einzige Weg führt nach … oben.

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A short story of the highrise
Die zehn höchsten Wohntürme Die zehn höchsten Wohntürme

„Unsere großen Städte … könnten ohne Weiteres noch einigen weiteren Familien Platz bieten, jedoch schränken Regulierungen und Richtlinien die Bautätigkeit ein. Besonders Beschränkungen der Bauhöhe verhindern die vermehrte Nutzung des effizientesten öffentlichen Transportmittels, das je erfunden wurde – der Aufzug.“

Paul Krugman – Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften

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