Wie optimierte Mobilität in Krankenhäusern Leben retten kann

Das Bilkent Krankenhaus in Ankara

Die schrillen Sirenen eines ankommenden Rettungswagens. Im Wageninneren ein schwer verletzter Fußgänger, der von einem Auto angefahren wurde. Das Krankenhaus wurde bereits alarmiert, und das medizinische Personal wartet am Eingang der Notaufnahme. Zur selben Zeit wird im fünften Stock der Operationssaal vorbereitet, und Blutkonserven und Medikamente werden aus dem Lager im Keller direkt nach oben gebracht – mit einem speziellen Serviceaufzug. Auf dem Dach wartet ein Hubschrauber, der den Patienten bei Bedarf in eine Spezialklinik bringen wird.

In vielen Krankenhäusern auf der ganzen Welt ist dies eine ganz normale Alltagsszene. Menschenleben hängen am seidenen Faden, und Kompetenz, Professionalität und Schnelligkeit entscheiden über Leben und Tod. Alle Glieder der Rettungskette müssen nahtlos ineinandergreifen, und Aufzüge und andere interne Beförderungssysteme müssen dafür sorgen, dass alles – und jeder – zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Ein einziger Fehler kann ein Menschenleben kosten.

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Moderne Technologien für Krankenhäuser

Überall auf der Welt sind Menschen auf medizinische Versorgung angewiesen, und die wachsenden Bevölkerungszahlen lassen auch den Bedarf an Ärzten, Krankenpflegern sowie medizinischen Bedarfsartikeln und Einrichtungen steigen. Viele Regierungen handeln nun und starten eine Vielzahl von Initiativen, darunter Projekte zur Errichtung neuer Krankenhäuser.

Die meisten Kliniken konzentrieren sich heutzutage auf die Notfallversorgung, bedrohliche Erkrankungen und Verfahren, die spezialisiertes Personal und spezielle Technik erfordern. Im Hinblick auf ihre Organisation ähneln sie „Gesundheitsfabriken“. Und dort sind – wie in jeder Fabrik – Koordination und Timing entscheidend.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, implementieren viele moderne Medizinzentren fortschrittliche Technologien und setzen dabei auf intelligente Systeme, Automatisierung sowie umweltfreundliche Geräte und Verfahren. Großes Interesse wecken zum Beispiel Beförderungstechnologien, die für einen reibungslosen Betrieb der „Fabrik“ unerlässlich sind.

Das Bilkent Krankenhaus von oben Das Bilkent Krankenhaus von oben
Das größte Krankenhaus der Welt: das Bilkent in Ankara
Turgay Sarli
„Mit 50.000 Mitarbeitern und unzähligen Besuchern, die sich innerhalb des 1,3 Millionen Quadratmeter großen Komplexes bewegen, bringt das Bilkent-Krankenhaus gewiss einige Herausforderungen mit sich. Durch unsere intensive Zusammenarbeit mit den Planern – und zwar bereits zwei Jahre, bevor wir den Auftrag erhielten – konnten wir maßgeschneiderte Mobilitätslösungen entwickeln, die diesen riesigen Flächen gerecht werden und uns alle sehr stolz machen.“

Turgay Sarli

Managing Director, thyssenkrupp Elevator Turkey

Wegweisende Projekte für die Logistik im Gesundheitsweisen

Es gibt weltweit einige zukunftsweisende Projekte, die einen näheren Blick wert sind. Allein in der Türkei werden gerade 36 neue Krankenhausprojekte im Rahmen einer großen Initiative ins Rollen gebracht, um der wachsenden Bevölkerung des Landes (aktuell 74 Millionen) eine bessere Gesundheitsversorgung zu bieten. Das Flaggschiff unter diesen Projekten ist der Bilkent Integrated Healthcare Campus – eine Einrichtung mit knapp 5.000 Patientenbetten. Nach der Fertigstellung im Jahr 2016 wird dies der größte Krankenhauskomplex der Welt sein. thyssenkrupp Elevator installiert 326 einzelne Mobilitätslösungen im Bilkent – Fahrtreppen, Fahrsteige und Aufzüge –, um Menschen und medizinische Bedarfsartikel dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden.

Diese neuen Aufzüge können dank modernster Technologie herannahende Krankenhausbetten erkennen, sodass ein schnelleres Öffnen der extrabreiten automatischen Türen möglich ist. Gleichzeitig verhindern Lichtsensoren im Türbereich, dass sich die Türen zu früh schließen. Dank eines bündigen Abschlusses zwischen Kabinen- und Haltestellenboden können Patienten ohne Erschütterung in den Aufzug hinein- bzw. herausgefahren werden, während der Patientenkomfort durch das sanfte Anfahren, Beschleunigen und Abbremsen noch zusätzlich erhöht wird.

Im neuen Bendigo Hospital im australischen Bundesstaat Victoria wurden unterdessen 17 Aufzüge für ganz besondere Fahrgäste entwickelt: Roboterwagen. Die Roboter kommunizieren als Teil eines automatisierten Systems zur Beförderung von medizinischen Bedarfsartikeln zwischen den Stockwerken direkt mit den Aufzügen. Das Ergebnis: höhere Zuverlässigkeit sowie geringere Betriebs- und Personalkosten.

„Aufzüge in Krankenhäusern sind besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Sie sind mit vielen speziellen Funktionen und Komponenten ausgestattet und müssen strengste Hygieneanforderungen erfüllen.“

Richard Tuckett

Senior Project Manager, thyssenkrupp Elevator Australia

TWIN in London

Der im Jahr 2015 abgeschlossene Umbau des zentral gelegenen Royal London Hospital, das aus insgesamt 21 Gebäuden besteht, war eines der umfassendsten Krankenhaussanierungsprojekte Großbritanniens aller Zeiten. thyssenkrupp Elevator hat 42 Aufzüge installiert, darunter fünf TWIN-Aufzüge – der erste Einsatz dieser Technologie in einem Krankenhaus.
In diesem Fall wurde die TWIN-Technologie an die standortspezifischen Anforderungen angepasst: Größere Aufzugkabinen mit einer Tragfähigkeit von 2.500 Kilogramm können bis zu 33 Personen befördern oder ein Patientenbett samt medizinischer Ausrüstung und Personal. Da diese einzigartige Technologie die unabhängige Beförderung zweier Kabinen in einem Schacht ermöglicht, konnte wertvoller Platz für die Patientenversorgung eingespart werden. Zudem konnten die Planer des Royal London Hospital-Projekts ohne zusätzliche Aufzugschächte weitere Aufzüge integrieren, sodass die vielen Besucher und Krankenhausangestellten nun effizient innerhalb des Gebäudes befördert werden können.

Wie eine Vision zusehends Gestalt annimmt

Die Mobilität in Krankenhäusern kann eine bewegende Geschichte sein: Ein spezieller Aufzug hält nur in der Notaufnahme, im Operationssaal und auf dem Hubschrauberlandeplatz; ein Rollstuhlplattformlift hilft einem ambulanten Patienten, zum Ausgang zu kommen; eine über einen LCD-Bildschirm bedienbare Zielauswahlsteuerung sorgt für eine optimale Verfügbarkeit von Aufzügen.
Fortschrittliche Leistungsmerkmale und automatisierte Funktionen können ebenfalls dazu beitragen, den Betrieb eines modernen medizinischen Zentrums sicherer und effizienter zu machen: zum Beispiel ein Personenaufzug, der die beim Abbremsen erzeugte Energie zurück in das Stromnetz einspeist, ein Lastenaufzug, der bei Nichtgebrauch in den Standby-Modus wechselt, oder eine Schachtentlüftung, die den Wärmeverlust und den Energieverbrauch senkt.
Die Realisierung des integrierten, intelligenten Krankenhauses rückt immer näher, und fortschrittliche Technologien und innovative Mobilitätslösungen sind ein essenzieller Bestandteil dieser Vernetzung. 

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