Wie Wearables intelligente Städte und ihre Bürger verbinden

Menschen, Städte und Technologie

Die Zukunft des urbanen Lebens hat bereits begonnen: Das intelligente Zuhause lässt sich per Smartphone steuern. Intelligente Städte überwachen die Bewegungen von Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern. Intelligente Planer nutzen diese Informationen, um die Infrastruktur zu verbessern, und intelligente Behörden stellen öffentliche Dienstleistungen über intelligente Apps bereit. So intelligent, so gut.

Der Weg zu besseren Lebensbedingungen in der Stadt, einem flüssigeren Verkehrsfluss und effektiveren Strategien (z. B. zur Umsetzung wichtiger Smart-City-Ziele) bleibt jedoch weiterhin steinig. Technologie wird sicherlich das verbindende Element zwischen Menschen, Dienstleistungen und intelligenten Geräten sein. Wie das funktionieren kann, zeigen bereits einige Leuchtturmprojekte.

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Keine Beteiligung ohne klar ersichtliche Vorteile

Eine wichtige Voraussetzung für den Aufbau einer wirklich intelligenten Stadt ist die Beteiligung der darin lebenden Menschen. Dazu kann beispielsweise ihr Feedback eingeholt werden. Wenn die Bürger die Möglichkeit bekommen, regelmäßig Ideen vorzubringen, Fragen zu stellen und Kritik zu äußern, können die Entscheidungsträger diese Informationen nutzen und versuchen, die Lebensbedingungen für die Bürger zu verbessern. Dies wiederum fördert die Bürgerbeteiligung.

Nichtsdestotrotz hören sich Phrasen wie „die Bewegungen der Menschen überwachen“ unheimlich und bedrohlich an. Deshalb ist es sehr wichtig, die Vorteile zu erklären, die sich daraus ergeben. Es müssen sich vielleicht nicht unbedingt alle Bürger beteiligen, aber es sollten genug sein, um zum Beispiel die öffentliche Meinung repräsentativ widerzuspiegeln oder den Verkehrsfluss überwachen zu können.

Wenn dieser Ansatz Früchte trägt, werden die Vorteile für die Öffentlichkeit ersichtlich und mehr Menschen werden sich beteiligen. Es sollte aber auch unmittelbare Vorteile für die Pioniere geben, das heißt Gründe für die Implementierung interaktiver Technologien, wie etwa aktuelle Verkehrsinformationen, Veranstaltungshinweise und andere Echtzeit-Tipps. Die Teilnehmer könnten zum Beispiel davon profitieren, dass rote Ampeln schneller auf Grün umschalten, oder sie könnten Tipps erhalten, um roten Ampeln gänzlich auszuweichen.

Aktuelle Informationen und Interaktion per App

Das öffentliche Wohl im Mittelpunkt

Intelligent hier, intelligent da. Aber was bedeutet eine „intelligente Stadt“ überhaupt? Eine Stadt kann technisch sehr fortschrittlich sein, ist dadurch aber noch längst nicht „intelligent“. Und Technologie ist natürlich nur ein Hilfsmittel: Sie kann für schlechte, aber auch für gute Zwecke eingesetzt werden.

Intelligente Städte nutzen Technologie jedoch in der eindeutigen Absicht, das Leben ihrer Bewohner zu verbessern. Diese Städte möchten gesund, umweltfreundlich, effizient, sauber, reaktionsfähig, demokratisch und vielschichtig sein – ein Ort, an dem sich die Bürger wohlfühlen. Diese Absichten offenzulegen ist der erste Schritt, um die breite Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen.

Intelligente Spiele, die wirklich Spaß machen

Ein weiterer nützlicher Faktor ist Spaß. Um die intelligente Stadt für alle zugänglich und attraktiv zu machen, muss man möglicherweise ein Spiel daraus machen.

Derzeit läuft in Amsterdam und in Grenoble das Projekt „Age of Energy“, ein Spiel mit postapokalyptischem Setting, das Daten von intelligenten Zählern erfasst und den Nutzern zeigt, wie sie Energie sparen können. Weitere „Spiele mit ernstem Hintergrund“ könnten es den Nutzern unter anderem ermöglichen, selbst Verbesserungen an einer virtuellen Kopie ihrer Stadt vorzunehmen, oder Punkte für ein spezielles vorgeschlagenes Stadtprojekt zu sammeln.

Intelligente Lösungen bekannt zu machen könnte auch einfach nur bedeuten, dass man eine alte Aufgabe einfach besser als zuvor erledigt: Präventivwartungslösungen helfen beispielsweise, Ausfälle wichtiger Technologien zu verhindern. Science Fiction? Nein. Tatsächlich gibt es für Aufzüge bereits solche Lösungen, die dank Machine-Learning- und IoT-Technologien (Internet der Dinge) Ausfallzeiten halbieren können.

The Age of Energy

Das künftige Profil der intelligenten Stadt

Das künftige Profil der intelligenten Stadt Das künftige Profil der intelligenten Stadt

Öffentliche Gesundheit und Wearables

Weitsichtige Regierungen möchten, dass ihre Bürger gesund leben, denn das führt zu einer produktiven, zufriedenen Bevölkerung und niedrigen Gesundheitskosten.

Prognosen zufolge wird der Umsatz von Wearables im Jahr 2016 auf 18,4 Prozent steigen, wodurch sich für Regierungen neue Möglichkeiten zur Förderung der Gesundheit ihrer Bürger ergeben. Krankenhäuser können gefährdete Patienten rund um die Uhr überwachen, und Fitnessarmbänder und Apps können der Bevölkerung kostenlos zu Verfügung gestellt werden.

Derartige Anwendungen sind besonders für die Kostenverwaltung in Ländern mit öffentlichen Gesundheitssystemen attraktiv.

Prognose über den globalen Umsatz von Wearables (in Millionen Stück)

Prognose über den globalen Umsatz von Wearables Prognose über den globalen Umsatz von Wearables

Welchen Beitrag Bürger leisten

Heutige Städtebewohner möchten ihr urbanes Lebensumfeld aktiv mitgestalten – ob mittels ehrenamtlicher Arbeit, der Nutzung von Apps oder andere Formen der Beteiligung. Rein symbolische Akte der Partizipation an Projekten zur Städteplanung und -entwicklung sind längst nicht mehr ausreichend.

Wie sähe sie nun aus, diese Stadt, in der jeder gerne leben würde? Vermutlich käme sie der Blaupause einer so genannten Smart City sehr nahe. Bereits in der Vergangenheit hatte URBAN HUB darüber berichtet, dass Smart Cities in Städte-Rankings regelmäßig die höchste Lebensqualität aufweisen.

Der rasante technische Fortschritt gibt auch dem Einzelnen die Möglichkeit, Städte noch etwas intelligenter zu gestalten. Dies belegen Projekte wie „Here Comes Solar“, das Solarstrom in New Yorker Nachbarschaften salonfähig macht. All dies sind klare Signale, dass Menschen in Smart Cities leben möchten, die auf umweltfreundliche Technologien setzen und die Lebensqualität in den Mittelpunkt stellen.

Welchen Beitrag Unternehmen leisten

Auch Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Schaffung einer intelligenten urbanen Infrastruktur. Eine Firma stattet beispielsweise Senioren mit so genannten „Wearables“ aus. Die kleinen tragbaren Computer sollen es älteren Menschen ermöglichen, ihr Leben weiterhin selbstbestimmt zu gestalten, anstatt professionelle Pflege in Anspruch zu nehmen.

Die Stadtverwaltung von Kansas City, USA arbeitet gemeinsam mit Cisco, Sprint und App-Entwicklern am Bau einer intelligenten Straßenbahnlinie. Einige der Vorteile: kostenloses WLAN, intelligente Straßenbeleuchtung und Ampelschaltung sowie sensorgesteuerte Parkplatzüberwachung und Wetterprognosen für einen optimierten Einsatz von Schneepflügen.

Zudem hat Kansas eine Initiative privater und öffentlicher Träger  – das Kansas City Living Lab – ins Leben gerufen, welche das kreative Potenzial von Startups und freiberuflichen Entwicklern anzapft, um drängende urbane Probleme zu lösen – ein exzellentes Beispiel, wie eine Stadt die Kreativität seiner Bürger gewinnbringend einsetzen kann.

Erfahren Sie, wie Technologie Innovation stimuliert und Bürger vereint.

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Zum Einsatz bereit

Sind intelligente Städte ihren Kinderschuhen endlich entwachsen? Sind sie der Schlüssel zu unserer urbanen Zukunft, die Antwort auf alle damit zusammenhängenden Probleme und Herausforderungen?

Nehmen wir eine Bestandsaufnahme vor. Es existieren bereits genügend „smarte“ Technologien, um eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen, von der Bürger profitieren.

Die Smart City ist erwachsen geworden: Endlich können wir Städte effizienter, sicherer, umweltfreundlicher, gesünder und noch lebenswerter gestalten. Eigeninitiative ist dabei durchaus erwünscht, wir können den Wandel selbst vorantreiben – nicht zuletzt dank innovativen Technologien wie Wearables.

Activity Tracker sind attraktiv Activity Tracker sind attraktiv
Öffentliche Gesundheit und Wearables: Fitnessarmbänder und Apps können der Bevölkerung kostenlos zu Verfügung gestellt werden. Derartige Anwendungen sind besonders für die Kostenverwaltung in Ländern mit öffentlichen Gesundheitssystemen attraktiv.

Credits

Stage Image 1: Urban Frequencies by PhotonMix, licensed under CC BY 2.0

Stage Image 2: by Improve Your City Mobile Application

Stage Image 3: by The Age Of Energy

Stage Image 6: Fitness tracker app by Henk de Vries, licensed under CC BY 2.0

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