Urbanisierung auf dem Vormarsch – Trends, Herausforderungen, Chancen

Die Urbanisierung schreitet voran

1950 lebten gerade einmal 30 Prozent der globalen Bevölkerung in Städten. Hundert Jahre später – also im Jahr 2050 – wird der Anteil der städtischen Bevölkerung Prognosen zufolge bei 70 Prozent liegen. Um mit dieser rasanten Entwicklung Schritt zu halten, ist eine neue Vision für die Planung und Nutzung von urbanen Räumen erforderlich.

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Zum ersten Mal seit Anbeginn der Menschheit lebt über die Hälfte der globalen Bevölkerung in Städten. Durch die kontinuierlich fortschreitende Urbanisierung wird die Zahl der Stadtbevölkerung bis 2050 um schwindelerregende 2,8 Milliarden ansteigen. Dieses Wachstum wird zum größten Teil in den Schwellenländern stattfinden.

Die Land-Stadt-Migration – bedingt durch das Streben nach besseren Lebensbedingungen, besserer Bildung, Gesundheitsversorgung und kulturellen Angeboten – stellt einen wichtigen Meilenstein in der menschlichen Siedlungsgeschichte dar. Unter anderem führt sie dazu, dass sich wirtschaftlicher Wohlstand geographisch immer stärker konzentriert: 60 Prozent des Bruttoweltprodukts werden heute von rund 600 Städten generiert.

Der massive Bevölkerungszustrom stellt eine starke Belastung für städtische Infrastrukturen dar und zwingt Stadtplaner, Architekten und behördliche Entscheidungsträger, neue Konzepte für urbanes Leben zu entwickeln.

Bevölkerung in Städten Bevölkerung in Städten

Städtewachstum weltweit

Das stärkste Städtewachstum verzeichnen Afrika, der Nahe Osten, Lateinamerika und Asien. Allein in China wird es Prognosen zufolge im Jahr 2020 rund 121 städtische Ballungsräume (Metropolregionen mit mehr als 1 Million Einwohnern) geben – gefolgt von Indien mit 58.

In den Schwellenländern haben sich neue Megastädte mit 10 Millionen oder mehr Einwohnern gebildet, darunter Shanghai, Sao Paulo, Istanbul und Lagos.

Das anhaltende Wachstum von Großstädten lässt sich aber auch in Industrieländern beobachten. 2020 wird es in den USA 46 städtische Ballungsräume geben – angefacht durch eine Wachstumsrate, die 30 Prozent höher ist als die für das Land insgesamt. Auch im Rest von Nordamerika und in Europa ist ein ähnlicher Trend zu verzeichnen.

Städtische Ballungsräume weltweit Städtische Ballungsräume weltweit
Städtische Ballungsräume weltweit (2014)

Neue Ansätze für die Stadtplanung

Eine effiziente Stadtplanung und Infrastrukturentwicklung sind Grundvoraussetzungen, um Industrie und Handel zu fördern und eine durchgängig hohe Lebensqualität zu gewährleisten. Dies umfasst beispielsweise eine ausreichende Grundversorgung mit Wasser und Strom sowie funktionierende Abwasser- und Verkehrssysteme.

Ebenso wichtig ist die Schaffung zusätzlicher Wohn- und Gewerberäume. Schätzungen zufolge werden bis 2030 250 Millionen neue Wohneinheiten in den zwölf Ländern benötigt, die 61 Prozent der gesamten Weltbevölkerung beheimaten. Der explosionsartig ansteigende Wohnungsbedarf spricht für den Bau von Hochhäusern als Wohn- und Gewerbegebäude: Sie benötigen weniger Platz und ermöglichen eine zentrale und intelligente Energieverwaltung.

Die Schaffung neuen Gewerbe- und Wohnraums stellt einen wichtigen Ansatzpunkt dar, um die Infrastruktur unserer Städte intelligenter zu gestalten. Dank moderner Technologien können Hochhäuser errichtet werden, die umweltfreundlicher, energiesparender und kosteneffizienter sind als je zuvor.

Die Kunst, Menschenströme zu dirigieren

Eine effektive Steuerung des Stroms von Menschen, die sich innerhalb von und zwischen unterschiedlichen Gebäuden bewegen, ist in Städten ein absolutes Muss. Stellen Sie sich beispielsweise vor, was geschehen würde, wenn plötzlich alle Aufzüge in einer Großstadt stehen blieben – die Folgen wären Chaos, Panik und nicht zuletzt auch Umsatzverluste.

Neueste Technologien zur Personenbeförderung versprechen höhere Geschwindigkeiten, verbesserte Sicherheit und einen geringeren Raumbedarf für Aufzugsschächte und nutzen intelligente Algorithmen zur Verwaltung der Fahrgastströme.

Angesichts des Ausmaßes und der Verteilung des weltweiten Bevölkerungswachstums, der zunehmenden Überalterung und der prognostizierten Anzahl benötigter Neubauten besteht dringender Bedarf an technologischem Fortschritt im Bereich der fahrzeugunabhängigen horizontalen und vertikalen Mobilität. Der Grund liegt auf der Hand: Schätzungen zufolge wird die globale Nachfrage nach derartigen Mobilitätslösungen bis 2016 über fünf Prozent jährlich auf 52 Milliarden Euro steigen. Unternehmen wie thyssenkrupp tragen durch Investitionen in die Menschen, die Entwicklung neuer Technologien und den Ausbau ihrer globalen Präsenz dazu bei, die heutigen und zukünftigen Städte zu den lebenswertesten Wohnräumen unseres Planeten zu machen.

Mehrheit der Bevölkerung lebt und arbeitet in Städten Mehrheit der Bevölkerung lebt und arbeitet in Städten

Die Zukunft des menschlichen Wohlstands

Die Mehrheit der globalen Bevölkerung lebt und arbeitet heutzutage in Städten. Durch die Kombination von Wirtschaftswachstum mit stark vernetzten Gemeinschaften und umweltfreundlichen Technologien könnte der menschliche Wohlstand als Win-win-Formel für die Zukunft definiert werden.

In diesem Szenario arbeiten Einwohner, Unternehmen und Verwaltungsbehörden im urbanen Raum Hand in Hand daran, den insgesamten gesellschaftlichen Nutzen zu maximieren. Unterstützt werden sie dabei von neuen Verbindungstechnologien und einem flexiblen, umfassenden Ansatz für die Stadtplanung.

Städte auf der ganzen Welt erkennen langsam, was aus unserem Planeten geworden ist: eine urbane Landschaft. Dieses neue Zeitalter der Metropolen ist nur der Anfang einer aufregenden neuen Ära in der Geschichte der Menschheit.Wenn wir diesen Herausforderungen mit gut durchdachten Strategien begegnen, könnte die Menschheit das nachhaltigste und umfassendste urbane Ökosystem schaffen, das es je gab.

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