Die Zukunft der Arbeit erfordert Teamwork – Digitalisierung ist ein Gemeinschaftsprojekt

Die Digitalisierung der Arbeitswelt verspricht einen nie dagewesenen globalen Wohlstand – doch das erfordert strategische Planung und taktische Schritte vonseiten der Unternehmen, Regierungen, NROs und einzelnen Arbeitnehmern.

Wird die Digitalisierung Arbeitsplätze zerstören, neue schaffen oder beides? URBAN HUB zeigt, dass wir die enormen Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt gemeinsam meistern müssen, damit jeder von den Vorteilen profitiert.

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Was können wir tun?

Erfolgreiche Mitarbeiter benötigen zukunftssichere Fähigkeiten, und jeder ist selbst für seine persönliche Entwicklung verantwortlich. In Zukunft hängt Erfolg bei der Arbeit stark vom individuellen Handeln und einer positiven Einstellung ab. Das Stichwort heißt lebenslanges Lernen. Als Kinder gehen wir weiterhin zur Schule und machen später eine Ausbildung oder besuchen eine Universität oder Berufsschule. Daneben wird die formale Bildung im gesamten Berufsleben eine Rolle spielen.

Einen Teil dieser Ausbildung übernimmt direkt der Arbeitgeber. Zusätzlich vermitteln jedoch immer mehr MOOCs (Massive Open Online Courses) und kurze, zielgerichtete Programme sogenannte „Microcredentials“, die bereits jetzt zeigen, dass praktisch jeder schnell und einfach neue Fähigkeiten bequem von zu Hause aus erwerben kann.

Jeder kann sich weiterqualifizieren. Sie können sofort damit anfangen und zum Beispiel kostenlos Programmieren lernen! Doch so einfach ist es leider nicht. Deshalb benötigen wir die Unterstützung von öffentlichen und privaten Organisationen, die sicherstellen, dass jeder Arbeitnehmer profitiert.

Ein innovativer Blick auf die Karriere

Seit Jahren teilen wir unser Berufsleben in vorher (Aus-/Weiterbildung), während (Karriere) und nachher (Rentenalter/Ruhestand) ein. Vielleicht integrieren wir in Zukunft stattdessen bezahlte Arbeit, Weiterbildung und Freizeit ganzheitlich in unseren Alltag.

Quelle: Deloitte Human Capital Trends 2014 and 2015

Deloitte Human Capital Trends 2014 and 2015

„Die digitale Wirtschaft muss auf angemessener Arbeit basieren, die Menschen Würde gibt.“

Guy Ryder, Director-General, ILO

Die Macht von Business Intelligence

Wir werden auch erfolgreiche Unternehmen brauchen, die Dienstleistungen und geschäftliche Verantwortung schon heute ernst nehmen und eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie ihren Mitarbeitern Umschulungen und Weiterbildungen ermöglichen.

Diese Unternehmen nutzen „Design Thinking“, um Technologien besser zu verstehen und sie ihren Kunden und Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Durch ein optimiertes Nutzererlebnis ebnen sie ihren Mitarbeitern den Weg zur Digitalisierung, damit diese nicht nur eigenständiger arbeiten können, sondern auch einen größeren Anteil am Erfolg haben – für sich selbst und für ihr Unternehmen.

Das bedeutet, dass Unternehmen immer kreativere Formen der Weiterbildung entwickeln. Sie verwenden zum Beispiel zunehmend Videospiele und nutzerfreundliche Technologien, um das Lernen spielerisch zu gestalten. Oder sie fördern das lebenslange Lernen ihrer Mitarbeiter mit Studienkrediten und anderen Anreizen.

Auch die Kapazität der Personalabteilung, strategische Entscheidungen zu treffen, muss verbessert werden. Durch den vermehrten Einsatz von Analysetools für Big Data können sowohl derzeitige Fähigkeiten als auch zukünftige Trends präziser bewertet werden. Zudem gehört es zu den Aufgaben der Personalabteilung, flexible Regelungen für eine bessere Trennung von Arbeitsplatz und Arbeitsalltag zu entwickeln, sodass Mitarbeiter überall produktiv sein können.

Visionäre Führungsqualitäten sind unerlässlich.
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Während seiner Tätigkeit als Arbeitsminister unter US-Präsident Clinton war Robert Reich ein starker Befürworter neuer Technologien und setzte sich dafür ein, Arbeitnehmer dabei zu unterstützen, diese zu nutzen. In diesem Video erhalten Sie einen Überblick über seine Lösungen für die Herausforderungen der Arbeitswelt von heute.

Digitalization - Tablet Computer

Neue Freundschaften schließen, alte Beziehungen pflegen

Doch weder einzelne Arbeitnehmer noch einzelne Unternehmen können die Digitalisierung allein meistern. Deshalb müssen Unternehmen ihre Beteiligung an branchenübergreifenden Kooperationen, ihre öffentlich-privaten Partnerschaften sowie ihre Zusammenarbeit mit Gewerkschaften verstärken. Besonders Gewerkschaften, Universitäten und Industrieverbände verfügen über einen Einblick in die Branche, mit dem Einzelpersonen und vor allem kleinere Unternehmen nicht mithalten können.

Kurzum: Jeder hat etwas zu gewinnen. Alle Unternehmen benötigen geschultes Personal. Fragen wie „Welche Fähigkeiten werden benötigt?“ oder „Wie können wir diese Fähigkeiten entwickeln?“ erfordern gemeinsame Anstrengungen und einen gemeinschaftlichen Ansatz. Effiziente Abläufe können diesen Prozess optimieren und die Kosten für die Entwicklung intelligenter, umsetzbarer Lösungen senken.

Darüber hinaus werden auch Organisationen gefragt sein, die Sinn stiften und Ideen von Gemeinschaft und Demokratie kommunizieren. Nichtregierungsorganisationen, gemeinnützige Einrichtungen, Stiftungen und Glaubensgemeinschaften müssen einbezogen werden, um die Flut an gesellschaftlichen Veränderungen zu meistern, die auf uns zukommt.

„Im 19. Jahrhundert hat es fast 100 Jahre gedauert, bis Regierungen in die nötige Bildung investiert haben, damit Arbeiter von der industriellen Revolution profitieren. Die digitale Revolution erfordert eine ähnlich kühne, aber zügigere Herangehensweise.“

The Economist

Trotz eines unerschütterlichen Glaubens an die Technologie als Motor des Fortschritts vertritt die Zeitschrift The Economist die Meinung, dass Regierungen den bevorstehenden Wandel, den die Digitalisierung mit sich bringt, mit ambitionierten, visionären und maßgeblichen Plänen und Schritten aktiv steuern müssen.

Die Bedeutung von Good Governance

Keine Frage: Wir haben viel Arbeit vor uns. Doch die meiste Arbeit kommt auf die Regierungen zu. Nehmen wir zum Beispiel die Bildung: Dort haben Regierungen schon früh einen großen Einfluss. Innovative Lehrplanreformen können Kindern helfen, sich die nötigen kognitiven, sozialen und verhaltensbezogenen Fähigkeiten für eine digitalisierte Arbeitswelt anzueignen.

Erfolgreiche Länder orientieren sich an dem dänischen Konzept „Flexicurity“, indem sie den Bedarf von Unternehmen an Arbeitern mit flexiblen Fähigkeiten mit den Anforderungen von Arbeitnehmern an wirtschaftliche Sicherheit kombinieren. Flexicurity ist als offizieller Bestandteil in der Beschäftigungsstrategie der Europäischen Union verankert.

Das Konzept Flexicurity umfasst Arbeitsmarktreformen einschließlich der finanziellen Unterstützung von Bildung. Die Initiative SkillsFuture in Singapur bietet Schulungskredite für Erwachsene über 25 Jahren. Für Personen ab 40 sind außerdem großzügige staatliche Subventionen verfügbar. Die Mittel können flexibel für verschiedenste Bildungsprogramme genutzt werden, egal ob Aus-, Fort- oder Weiterbildung. Auch zusätzliche staatliche Initiativen, zum Beispiel in Form von Steuergutschriften, Lohnzuschüssen oder dem vieldiskutierten Grundeinkommen, können die Kaufkraft steigern. Bill Gates schlägt sogar vor, den Einsatz von Robotern zu besteuern, um die erforderlichen Programme zu finanzieren.

Eine partizipatorische Demokratie stabilisiert die zivile Gesellschaft und fördert eine umfassende Digitalisierung. Investitionen in urbane Infrastrukturen wie Wohnraum oder den öffentlichen Nahverkehr stärken das Vertrauen in staatliche Institutionen im Hinblick auf die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Durch eine bessere Internetversorgung kann außerdem sichergestellt werden, dass die digitalisierte Arbeitswelt jedem offensteht.

Gemeinsam können wir unseren Kindern eine bessere Zukunft bieten. Gemeinsam können wir unseren Kindern eine bessere Zukunft bieten.
Gemeinsam können wir unseren Kindern eine bessere Zukunft bieten.

Die Digitalisierung braucht uns alle

Für eine reibungslose und erfolgreiche Digitalisierung müssen Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Regierungen und andere zusammenarbeiten und offen für innovative Ideen sein. Die Alternativen – stagnierende Löhne, Kündigung oder Einstiegsbarrieren in den Arbeitsmarkt – sind ein sicherer Weg zu Fremdenfeindlichkeit, Protektionismus, Extremismus und inneren Unruhen.

Die Digitalisierung birgt ein enormes Potenzial: Arbeit kann mehr Spaß machen, weniger mühsam und eintönig sein und zu einer bereichernden Erfahrung werden. Theoretisch kann die Digitalisierung auch zu mehr Freizeit führen, öffentliche Dienstleistungen verbessern und die allgemeine Lebensqualität drastisch anheben! Sie bietet jedem von uns einzigartige Möglichkeiten, doch wirklich von ihr profitieren können wir nur gemeinsam. Machen wir uns an die Arbeit!

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