Niedrigerer Energieverbrauch von städtischen Gebäuden dank moderner Aufzugtechnologien

Das World Financial Center and der Torre Agbar

Die Mehrheit der Menschen wird irgendwann einmal in einer Stadt leben. Wenn wir den Energieverbrauch nachhaltig reduzieren möchten, müssen wir uns auf die Orte konzentrieren, an denen die meisten Menschen leben und arbeiten. In Städten sind Gebäude, Industrie und Verkehr (in genau dieser Reihenfolge) die größten Energieverbraucher. Was die Gebäude angeht, bieten Aufzüge erhebliche langfristige Energie- und Kosteneinsparpotenziale.

In Anbetracht der Tatsache, dass ältere Aufzugmodelle bis zu 10 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs eines Gebäudes ausmachen können und über eine Lebensdauer von 30 Jahren verfügen, wird es höchste Zeit, sich ernsthafte Gedanken über die Verbesserung der Energieeffizienz von Aufzügen zu machen.

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Der Ruf des Großstadtdschungels

Aufgrund des bereits überwältigenden Wachstums urbaner Bevölkerungen bedarf es neuer Wohn- und Gewerberäume. Schätzungen zufolge werden bis 2030 250 Millionen neue Wohneinheiten in den zwölf Ländern benötigt, die 61 Prozent der gesamten Weltbevölkerung beheimaten. Dieser dringende Bedarf an Wohnraum erfordert hohe Gebäude, die eine kleinere Grundfläche besitzen und eine intelligente Energieverwaltung zulassen.

Die Schaffung neuen Gewerbe- und Wohnraums stellt einen wichtigen Ansatzpunkt dar, um die ökologische Leistungsbilanz unserer Städte zu verbessern. Dazu müssen jedoch moderne Technologien eingesetzt werden, die umweltfreundlichere, energiesparendere und kosteneffizientere Hochhauskonzepte ermöglichen.

Gebäude sind größte Energieverbraucher

Der Energiebedarf im Aufwärtstrend

Der globale Energiebedarf wird innerhalb der nächsten 15 Jahre um 20–35 Prozent steigen – fast zwei Drittel davon werden Städte verbrauchen. Gebäude sind die größten Energiekonsumenten und stellen damit den wichtigsten Ansatzpunkt zur Reduzierung des globalen Energieverbrauchs dar.

Dies macht sie zu einem primären Zielobjekt für Städte, die ihren ökologischen Fußabdruck verringern möchten. Wenn intelligente Technik und innovative Technologien die Energieeffizienz von Gebäuden verdoppeln könnten, ließe sich allein dadurch der globale Energieverbrauch bis 2030 um 10 Prozent reduzieren.

Die Dinosaurier des Energieverbrauchs

Die Ressourcenknappheit ist eine Zukunftsrealität, die uns alle betreffen wird. Wir müssen unbedingt jetzt handeln und Energiesparmaßnahmen ergreifen, um innerhalb der nächsten 15 Jahre wirklich etwas bewirken zu können.

Zur Senkung des Energieverbrauchs sind umfassende Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden in Europa erforderlich – allein durch die Modernisierung von Aufzügen könnte der Strombedarf um bis zu 60 Prozent verringert werden. Aus finanzieller Sicht sollte der Energieverbrauch als erheblicher Kostenfaktor für Gebäude angesehen werden. Durch den Austausch alter Aufzüge und Fahrtreppen kann die Energiebilanz eines Gebäudes und somit auch seine Kosteneffizienz stark verbessert werden.

Energieverbrauch von Städten und der Weltbevölkerung Energieverbrauch von Städten und der Weltbevölkerung
World Financial Center in Shanghai

Eine neue Klasse ökologischer Gebäudekonzepte

Aufzüge, Fahrtreppen und andere Mobilitätslösungen spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung nachhaltiger – und potenziell energieautarker – Gebäude. Zudem tut Energiesparen nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geldbeutel gut. Im Folgenden finden Sie einige aktuelle Beispiele, in denen fortschrittliche Transportsysteme den Energieverbrauch effektiv senken konnten.

Zu diesen Innovationen zählen beispielsweise die Doppeldeckeraufzüge, die 2008 zum ersten Mal im Shanghai World Financial Center, dem größten Gebäude Chinas, eingesetzt wurden. Dort befördern vier dieser Aufzüge – mit übereinander angeordneten Kabinen, von denen jede über eine Tragfähigkeit von 2.000 kg verfügt – Besucher bis in die Sky Lobby in 240 Metern Höhe.

Diese Aufzüge sind nicht einfach nur schnell: Sie sind die schnellsten Doppeldeckeraufzüge der Welt! Sie bringen Besucher mit rekordverdächtigen 10 Metern pro Sekunde (36 km/h) in die oberste Etage. Damit ein solches Tempo erreicht werden kann, haben die Ingenieure von thyssenkrupp Elevator eine besonders aerodynamische Verkleidung für die Aufzugkabinen und Türen entwickelt. Um trotz der hohen Geschwindigkeit ein angenehmes Fahrerlebnis zu gewährleisten, verwenden die Führungsschienen im Schacht eine äußerst präzise Lasertechnologie, und elektronisch gesteuerte, aktive Rollenführungen minimieren Vibrationen in der Kabine. Zur Krönung des Ganzen sind sie auch noch ausgesprochen effizient und erfüllen gemäß VDI 4701 die Anforderungen der höchsten Energieeffizienzklasse „A“.

Der Torre Agbar in Barcelona (Spanien) hat mittlerweile zahlreiche Auszeichnungen für sein Design, seine effiziente Landnutzung sowie seine umwelt- und gesellschaftsorientierte Gestaltung erhalten, darunter eine Zertifizierung nach dem führenden Nachhaltigkeitsstandard BREEAM. Seine Aufzüge verwenden ein intelligentes Führungssystem, das die Nutzung optimiert und den Energieverbrauch senkt.

Zusätzlich zu den Effizienzverbesserungen bieten Aufzüge die Möglichkeit, Strom zu erzeugen. Regenerative Antriebe nutzen die Energie, die beim Bremsen der Kabinen produziert wird, und können dadurch den Energiebedarf eines Gebäudes um rund 30 Prozent senken. Im One World Trade Center in New York City erzeugen die Aufzüge genug Energie, um das Beleuchtungssystem des ganzen Gebäudes zu versorgen. Erfahren Sie mehr auf URBAN HUB.

Der Torre Agbar, Barcelona Der Torre Agbar, Barcelona
Torre Agbar in Barcelona, BREEAM-zertifiziert

Intelligente, umweltfreundliche Modernisierungen

Regenerative Technologien lassen sich in nahezu jedes bestehende Gebäude integrieren. Wie im obigen Beispiel erzeugen auch die runderneuerten Aufzüge im symbolträchtigen Berliner Fernsehturm bei der Fahrt nach unten Strom. Zudem sind sie sehr dezent gestaltet: Sie wurden extra so konstruiert, dass sie sich harmonisch in die Umgebung einfügen und die sehr strengen Sicherheitsanforderungen dieses deutschen Wahrzeichens erfüllen.

Ein weiteres Beispiel: Ein großer US-amerikanischer Flughafen hat sich vor Kurzem mit thyssenkrupp Elevator zusammengetan, um seine Fahrtreppen mit der neuesten Energiespartechnologie zu modernisieren. Diese versetzt die Fahrtreppen in einen speziellen Standby-Modus, wenn sie nicht genutzt werden, wodurch knapp 60 Prozent an Energie eingespart werden können.

Andreas Schierenbeck
„Energieineffiziente Gebäude werden unseren steigenden Energieanforderungen heute einfach nicht mehr gerecht. Die Entscheidungen, die wir heute treffen, beeinflussen die Zukunft unserer Städte. Eine zukunfts- und nachhaltigkeitsorientierte Stadtentwicklung ist unerlässlich – zum Wohle unserer nachfolgenden Generationen.“

Andreas Schierenbeck, CEO, thyssenkrupp Elevator, beim EE Global 2015 in Washington, D.C.

Energiesparen als oberstes Gebot

Auch wenn das Einsparpotenzial die Investition durchaus rechtfertigt, kann die Errichtung eines komplett neuen umweltfreundlichen Gebäudes sehr kostenintensiv sein. Dies ist jedoch nicht die einzige Option. Oft ist es sinnvoller, vorhandene Strukturen zu überdenken, einer Generalüberholung zu unterziehen und herauszufinden, wie selbst alte Gebäude einen erheblichen Beitrag zu einer grüneren Welt leisten können. Achten Sie dabei jedoch darauf, sich Partner zu suchen, denen die Umwelt genauso sehr am Herzen liegt wie Ihnen selbst.

 

Credits

Stage Image 1: Shanghai lujiazui by jo.saulicensed under CC BY 2.0
Stage Image 2: Torre Agbar by Jimmy Baikoviciuslicensed under CC BY 2.0

Content Image 1: Shanghai lujiazui by jo.saulicensed under CC BY 2.0
Content Image 2: Torre Agbar by Jordi Masague

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