Kein Stadtbewohner soll auf der Strecke bleiben: Optimierung der Mobilität für Senioren

Wie ist es, in einer Stadt alt zu werden? Das hängt von vielen Faktoren ab, wie Gesundheit, Wohlstand, Freunden und Familie. Aber auch die verfügbare physische und technische Infrastruktur spielt eine Rolle. Unglücklicherweise mangelt es in vielen Städten an einer gut ausgebauten Infrastruktur für mobilitätseingeschränkte Menschen, und viele der eingesetzten Mobilitätstechnologien sind seit Jahrzehnten nicht mehr überholt worden.

Sowohl kleine als auch große Veränderungen tragen maßgeblich zu einer höheren Lebensqualität bei. Angesichts dessen nehmen viele Städte Verbesserungen vor. Gleichzeitig investieren Unternehmen in intelligente neue Lösungen, um ebendiese Städte bei ihren Vorhaben zu unterstützen. Sei es für die Beförderung durch die Stadt oder eine bessere Mobilität im eigenen Zuhause – innovative Lösungen für Senioren und andere mobilitätseingeschränkte Menschen sind auf dem Vormarsch.

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Städte gehen verstärkt auf die Bedürfnisse von Senioren ein

Es ist allgemeinhin bekannt, dass die globale Bevölkerung stetig wächst – und altert: Mittlerweile ist einer von neun Menschen über 60 Jahre alt. Bei einer Weltbevölkerung von 7,4 Milliarden sind das mehr als 900 Millionen Menschen! Diese Entwicklung ist vor allem in einigen bestimmten Regionen der Erde relativ neu. Doch aufgrund innovativer Technologien sowie einer besseren Gesundheits- und Lebensmittelversorgung in vielen Teilen der Welt steigen die Lebensstandards und die Lebenserwartung der Menschen.

Der demografische Wandel zieht auch Veränderungen in unseren Städten nach sich, in denen bereits die Hälfte aller Menschen lebt. Das Leben in der Stadt kann für ältere Menschen sehr attraktiv sein, denn das Angebot an Dienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten ist dort sehr breit gefächert und vielfältig. Senioren schätzen das urbane Leben aus denselben Gründen wie die jüngeren Generationen!

Tatsächlich tun sich Senioren einen Gefallen, wenn sie die Möglichkeiten ihres urbanen Lebens voll ausnutzen: Studien haben gezeigt, dass aktive Senioren länger geistig und körperlich fit bleiben.

Berücksichtigung mobilitätseingeschränkter Menschen bei der Stadtplanung

Um alle Möglichkeiten nutzen zu können, die in einer Stadt geboten werden, müssen die Bewohner diese aber erst einmal erreichen können. Doch manche Städte können die Mobilitätsanforderungen von Senioren und auch jüngeren Menschen mit Gehbehinderung nicht hinreichend erfüllen.

Neue Technologien eröffnen neue Möglichkeiten für gemeinsam genutzte Transportmittel. Ein gutes öffentliches Transportsystem ist eine essenzielle Komponente für Senioren. Denn was nützt den Menschen der schönste Ort, wenn er für sie nicht gut erreichbar ist? Gute Mobilität – also die Möglichkeit, jederzeit an den Ort seiner Wahl zu gelangen – ist ein wichtiger Faktor, um Senioren besser in die Gesellschaft zu integrieren, die Gesundheit der Bevölkerung zu unterstützen und für hohe Lebensstandards zu sorgen.

Maßnahmen zur Förderung der Mobilität

Viele Städte haben bereits auf die Notwendigkeit einer besseren Mobilität reagiert: Behindertenparkplätze beispielsweise sind eine große Hilfe für viele mobilitätseingeschränkte Fahrer, Rollstuhlrampen erleichtern Menschen mit Rollator oder Rollstuhl die Fortbewegung auf städtischen Straßen, während andere Arten von Rampen, Fahrsteige, Fahrtreppen, Treppenlifte und Aufzüge die Beförderung zwischen verschiedenen Ebenen und Etagen ermöglichen – im Gegensatz zu Treppen, die für viele Menschen eine unüberwindbare Barriere darstellen.

Sich uneingeschränkt durch die Stadt bewegen zu können, ist für alle Bewohner wichtig, auch für Senioren. Urbane Mobilität beginnt jedoch schon in unseren eigenen vier Wänden, eine Tatsache, die bisher zu oft ignoriert wurde und der jetzt wieder vermehrt Beachtung geschenkt wird. Denn unsere Lebensqualität hängt maßgeblich davon ab, dass unser Zuhause ohne Barrieren für uns zugänglich ist und dass wir uns frei darin bewegen können.

Gute Mobilität beginnt bei uns zu Hause

Die Mobilität in unseren eigenen vier Wänden kann schon durch einfache Rampen oder auch durch Treppenlifte und Homelifte gewährleistet werden. In vielen Fällen werden diese aber einfach in die bestehenden Strukturen integriert, weshalb jede Installation sehr individuell und damit äußerst komplex und zeitaufwendig ist. Dass keine Installation wie die andere ist, hängt auch mit den unterschiedlichen Präferenzen und Anforderungen der Nutzer zusammen. Zudem werden die Betroffenen durch die Vorstellung, eine solch große technische Anlage dauerhaft in ihrem Zuhause einbauen zu müssen, und natürlich durch die damit verbundenen Kosten abgeschreckt.

Innovative Technologien eröffnen jetzt noch bessere Möglichkeiten für eine verbesserte Mobilität. Derzeit wird in Deutschland, Spanien und den Niederlanden ein neuer Ansatz getestet, der den Planungsprozess vereinfacht, viermal kürzere Bereitstellungszeiten ermöglicht und noch dazu Spaß macht: die HoloLens, eine Mixed-Reality-Brille von Microsoft. Mit dieser Brille können Techniker den Raum, in dem ein Treppenlift installiert werden soll, noch schneller und präziser vermessen.

 

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Die HoloLens bietet aber noch weitere Vorteile: Als hochmoderne Schnittstelle gewährt sie dem Anwender Zugang zu einer „Mixed Reality“, in der Hologramme in die physische Realität eingeblendet und dadurch Teil der realen Welt werden. Mithilfe dieser Technologie könnten die Planungs- und Entwicklungszeit verkürzt und damit die Kosten für den Endnutzer gesenkt werden.

Durch diese faszinierende „Vorschau“-Technologie wird eine unliebsame medizinische Notwendigkeit zu einem aufregenden neuen Hilfsmittel. Die HoloLens zeigt unterschiedliche Designoptionen in Vollfarbe an und ermöglicht es dem potenziellen Kunden dadurch, sich den neuen Treppenlift wie ein neues Möbelstück in seinem Zuhause vorzustellen. Dadurch wird Stress vermieden, für einen nahtlosen Übergang gesorgt und eine neue Mobilitätslösung bereitgestellt, die die Lebensqualität des Nutzers erhöht und perfekt auf das Dekor und die Anforderungen seines Zuhauses abgestimmt ist.

Uneingeschränkte Mobilität in der Stadt – für alle

Menschen aller Altersstufen besser an die Stadt anzubinden, in der sie leben, ist eine große Herausforderung – und eine große Chance – für alle Unternehmen, die bei der Stadtplanung mitwirken. Tatsächlich erkennen gerade Unternehmen oft verbesserungswürdige Bereiche, die Stadtverwaltungen und Inklusionsbefürworter übersehen, zum Beispiel die notwendige Möglichkeit für Senioren, sich barrierefrei in, aus und durch ihr Zuhause zu bewegen – eine essenzielle Komponente der generationenübergreifenden Inklusion.

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