Intelligente Städte für ein nachhaltiges Leben

Intelligente Städte sind grüne Städte

Staus, Luftverschmutzung, soziale Brennpunkte – dies sind nur einige Probleme, mit denen viele Städte angesichts der zunehmenden Urbanisierung zu kämpfen haben. Die sogenannten Smart Citys bieten eine Chance, das Wachstum im urbanen Raum zu bewältigen und die Lebensqualität zu erhöhen.

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Denken Sie an eine Ihnen wohlvertraute Stadt: Wie einfach können Sie sich dort mit dem Auto fortbewegen und einen Parkplatz finden? Sind die Einkaufsstraßen überfüllt, und ist sicheres Radfahren möglich? Stellen Sie sich dieselbe Stadt nun mit noch mehr Autos, Fahrrädern und – natürlich – Menschen vor. Viel mehr Menschen. Laut den Vereinten Nationen wird die globale Stadtbevölkerung von 3,92 Milliarden im Jahr 2015 bis 2050 auf 6,25 Milliarden ansteigen – ein Wachstum von fast 60 Prozent.

Eine Möglichkeit, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, sind „intelligente“ Städte, die wegweisende Lösungen für Mobilität, nachhaltige Energien und Raumnutzung vereinen und – was noch wichtiger ist – trotz zunehmender Bevölkerungsdichte attraktiven Lebensraum schaffen.

Was ist eine „intelligente“ Stadt?

Der Begriff „Smart City“ bzw. „intelligente Stadt“ wird unterschiedlich definiert, beschreibt aber im Grunde die Kombination aus städtischer Innovation, menschlichen Netzwerken und Umwelt. Das „Smart City“-Konzept erkennt den Wert der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gruppen wie Akademikern, Unternehmen, Bürgern und der Stadtverwaltung an, die gemeinsam nach effizienten Lösungen für die Stadt der Zukunft zu suchen.

Intelligente Städte sind umweltfreundliche Städte: Sie sollten nicht nur auf allen Ebenen effizienter sein, sondern auch ein intelligentes, nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglichen und gleichzeitig ihre Auswirkungen auf die Umwelt begrenzen.

Grundsätzlich ist eine Stadt eine Ansammlung von Netzwerken: ein Geflecht aus Menschen, Technologie und Infrastruktur. Durch die enge Zusammenarbeit dieser Netzwerke können der Energieverbrauch gesenkt, Räume optimal genutzt und die Lebensqualität verbessert werden.

 

 

Zukunftstrends im urbanen Zeitalter

Referent: Dr. Parag Khanna, Managing Partner bei Hybrid Reality
Vortrag (englisch) beim New Cities Foundation Summit 2014

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Der Weg zur intelligenten Stadt

In der Praxis gibt es viele Initiativen, um Städte intelligenter zu machen. Diese können Städtebau, Gebäudemanagement, Stadtplanung, Revitalisierung, öffentliche Verkehrsmittel und Stadtverwaltung umfassen – das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs.

Erneuerbare Energiequellen wie Wind-, Solar- und Wärmekraftwerke spielen eine bedeutende Rolle, da die Gesundheit der Menschen von einer gesunden Umwelt abhängt. Regenerative Energien tragen zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und weniger Luftverschmutzung bei, jedoch können Städte nur dann wirklich umweltfreundlich sein, wenn sie lernen, Energie effizient zu nutzen.

40 Prozent des globalen Energieverbrauchs ist beispielsweise auf Gebäude zurückzuführen. Dies macht sie zu einem primären Zielobjekt für Städte, die ihren ökologischen Fußabdruck verringern möchten. Gebäude sind reif für das Zeitalter der intelligenten Städte, da es immer mehr Entwicklungen in unzähligen Bereichen der Gebäudetechnik gibt: Dachbegrünung, Kraft-Wärme-Kopplung, Solartechnologie usw. Gleichzeitig gibt es auch immer exotischere und innovativere Ideen, z. B. energie-erzeugende Aufzüge.

Intelligente Technologie kann das Stadtleben auch auf der persönlichen Ebene verbessern: E-Government-Programme stellen eine direkte Verbindung zwischen Bürgern und Behörden her. Mit Smartphone-Apps können die Bürger ihre Gesundheit im Auge behalten, ihre Energieeffizienz verbessern oder auch nur nach einer Mitfahrgelegenheit oder einem Parkplatz in der Nähe suchen.

Das Smart City Konzept Das Smart City Konzept
Aspekte des Smart City Konzepts
„Unternehmen und Kommunen auf der ganzen Welt suchen gemeinsam nach Lösungen, die sich flexibel, nachhaltig und harmonisch in die städtische Infrastruktur einfügen und so eine höhere Lebensqualität fördern.“

Prof. Dr. Hans Ferkel

Leiter für Forschung und Entwicklung bei thyssenkrupp Steel Europe

Schluss mit Stop-and-go

Die meisten Pendler kennen Staus und Verspätungen im öffentlichen Verkehr nur zu gut. Auch Radfahrer und Fußgänger bleiben nicht vom Stop-and-go des Stadtverkehrs verschont. Intelligente Mobilität verspricht Städten effiziente, umweltfreundliche und komfortable Fortbewegungsmöglichkeiten. Radfahrer und Fußgänger können sich in den intelligenten Städten von morgen vielleicht über erhöhte Fahr- und Gehwege freuen, sodass das Warten an Zebrastreifen für sie entfällt.

Städtische Bahnhöfe können durch die Errichtung schneller Beförderungssysteme ein größeres Einzugsgebiet bedienen. Diese Systeme nutzen eng übereinanderliegende Paletten und ermöglichen trotz hoher Geschwindigkeiten ein sanftes Abbremsen und einen komfortablen Ein- und Ausstieg. Längere Strecken können mit fahrerlosen Transportfahrzeugen auf erhöhten Fahrsteigen zurückgelegt werden.

Verbesserungen wie diese sind eine Bereicherung für Menschen, die kein eigenes Auto besitzen. Menschen mit eingeschränkter Mobilität profitieren besonders von den besseren Verbindungen, mit denen sie leichter von A nach B kommen können.

Wenn der öffentliche Verkehr effizienter wird, werden viele der heutigen Autofahrer vielleicht komplett auf ihr Auto verzichten. Tatsächlich könnte der öffentliche Verkehr in Zukunft so gut funktionieren, dass die Städte auf autofreie Stadtzentren hoffen können. Der damit einhergehende Vorteil eines reduzierten Energieverbrauchs und geringerer Emissionen schont die Umwelt und macht die Stadt zu einem noch attraktiveren Ort zum Leben.

Patrick Bass
„Ob Bahnhöfe, Flughäfen oder Gebäude – unsere Transportlösungen prägen immer häufiger das Bild moderner Städte. Dort, wo Menschen zusammenkommen, sorgen unsere Produkte für eine reibungslose Fortbewegung. Darum investieren wir in die Entwicklung neuer Technologien, mit denen wir urbane Mobilität auf die nächste Stufe heben.“

Patrick Bass

Leiter für Forschung und Entwicklung bei thyssenkrupp Elevator

Innovative Ideen von klugen Köpfen

Wie können wir dieser Idee zum Erfolg verhelfen? Wenn Städte intelligenter werden möchten, müssen sie unbedingt die Bürger einbeziehen: Die Nutzer der öffentlichen Infrastruktur stoßen oft die besten Ideen für intelligente Lösungen an. Soziale Netzwerke bieten Unternehmen und Stadtverwaltungen die Möglichkeit, mit den Bürgern zusammenzuarbeiten. Die Nutzer können Verbesserungsvorschläge auf den Facebook-Profilen von Unternehmen posten und über Twitter mit Politikern interagieren.

Unternehmen tragen auch dazu bei, das Leben in modernen Metropolen zu verbessern. Sie installieren Ladestationen für Elektroautos, verbessern die Energieeffizienz, bieten sauberere Energien an und sorgen dafür, dass die Menschen leichter von A nach B kommen. Öffentlich-private Partnerschaften sind definitiv eine clevere Möglichkeit, um den Einfallsreichtum des Privatsektors für die Verbesserung des öffentlichen Dienstes zu nutzen.

„Wir glauben, dass am Ende alles zusammenkommen kann: neue Mobilitäts- und Wohnkonzepte, neue Lebens- und Arbeitsmodelle, fortschrittliche Technologien. Auf was wir uns jedoch letztlich konzentrieren müssen, sind die Menschen – sie stehen im Vordergrund. Nichts hindert uns daran, die Lebensqualität und die Kreativität von Städten zu verbessern.“

Kent Larson

Principal Research Scientist, Media Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Der Nachhaltigkeitsfaktor

Die Lebensqualität in Städten wird auch von den richtigen Umweltschutzmaßnahmen abhängen. Ideen hierzu liefern unter anderem sogenannte Think Tanks, interdisziplinäre Teams gemeinnütziger Organisationen und universitäre Forschungszentren. Das Media Lab des MIT Media Laboratory beispielsweise hat ein Elektrofahrzeug entwickelt, das sich aufgrund seiner einzigartigen Bauweise quasi „zusammenfalten“ lässt und so das Problem der Parkplatzknappheit lösen soll. Nachhaltigkeitsprogramme und interdisziplinäre Forschungsteams findet man heute auch an Universitäten auf der ganzen Welt.

Ein weiterer Ansatz sind allgemeine Standards und freiwillige Zertifizierungsprogramme, die das Image und die Sichtbarkeit von nachhaltigem Design verbessern. Darüber hinaus gibt es das Zertifikat Leadership in Energy & Environmental Design (LEED) für eine besonders ökologische Bauweise, das für Gebäude mit effizientem Energie- und Wasserverbrauch, Recyclingverfahren und hoher Luftqualität vergeben wird. Internationale und regionale Zertifizierungsstellen zeichnen Unternehmen aus, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Die Unternehmen wiederum können ihr Image verbessern, indem sie ihre hohen Standards für Nachhaltigkeit präsentieren.

Smart City Think Tanks und andere Quellen

MIT Media Lab

„Changing Places“ am Media Lab des MIT: http://cp.media.mit.edu

New Cities Foundation

New Cities Foundation: http://www.newcitiesfoundation.org

Smart City Expo World Congress

Smart City Expo – World Congress, 18. – 20. November 2014
http://www.smartcityexpo.com

Die Zukunft ist intelligent

Einfach ausgedrückt: Intelligente Städte nutzen die zur Verfügung stehenden Räume und Ressourcen so effizient wie möglich, um einen attraktiven und sauberen Ort zum Leben zu bieten. Alle arbeiten harmonisch zusammen, indem sie Ideen vorbringen und gemeinsam Lösungen finden. Haben Sie eine Idee für Ihre Stadt? Sich mit jemandem zusammenzutun, der ein offenes Ohr hat, ist vielleicht leichter als Sie denken. 

Zusätzlich zu den Themen intelligente Mobilität und intelligente Gebäude bietet Urban Hub auch Informationen zu ökologisch sinnvollen Bauweisen, dezentraler Stromerzeugung, Nullemission, intelligenten Stromnetzen, autonomen Fahrzeugen, Konnektivität und noch vielem mehr.

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