Badeoasen in der Großstadtwüste

Barcelonas Strände
Cities
Urbanization

Der Bondi Beach von Sydney, Ipanema in Rio de Janeiro, die weißen Strände von Kapstadt, das Art-Deco-Flair des Miami Beach – sie alle verkörpern den Idealtypus des Stadtstrands. Doch auch andere Städte warten mit hübschen Badeoasen auf. Wir zeigen eine Auswahl der interessantesten Projekte.

Seit Jahren modernisieren Städte marode Hafenviertel und andere wassernahe Gebiete. So entstanden im Anschluss an die Beseitigung postindustrieller Strukturen entlang von innerstädtischen Flüssen attraktive Naherholungsgebiete. Nun gilt es, die Wasserqualität zu erhöhen und Bademöglichkeiten auszuweiten. Neben Fitness-Flächen und dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist urbanes Baden der nächste große Sporttrend in grünen Smart Cities.

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Hier lohnt sich der Sprung ins kühle Nass

Einige Städte wie Barcelona sind bereits jetzt ein Paradies für Schwimmfans (Link): Im Vorlauf der Olympischen Sommerspiele 1992 wandelte die katalonische Metropole eine Müllhalde in einen attraktiven Stadtstrand um und verbesserte so für ihre Bewohner den Zugang zum Meer auf spektakuläre Weise. Andere Städte warten mit etwas unscheinbareren Badeperlen auf:

Im nordöstlichen Teil von Kyoto können sich Badebegeisterte in einem Schwimmbad im Takano River Abkühlung verschaffen. Wer vor einem anstrengenden Geschäftsmeeting in Hongkong noch einmal aus dem Alltagstrubel abtauchen möchte, kann sich zu den morgendlichen Wasserratten in Deep Water Bay gesellen. Doch auch mildere Regionen hat das Badefieber erfasst: Nach einem zehnjährigen Säuberungsprojekt zählt Kopenhagen nun insgesamt vier Hafenschwimmbäder.

Hafenschwimmbädern in Kopenhagen Hafenschwimmbädern in Kopenhagen
Eines von vier Hafenschwimmbädern in Kopenhagen

Mit den Fußspitzen im Wasser

Viele städtische Gewässer werden sauberer, doch nicht alle sind zum Baden geeignet. Seoul kämpft bereits seit 1982 mit seiner Wasserqualität. Inzwischen sieht man Windsurfer und Kajak-Fahrer auf dem Han River, aber Schwimmen ist noch immer riskant. Stattdessen wurden Schwimmbäder und Wasserparks entlang des Flusses errichtet.

Auch andere Städte suchen die Nähe des nassen Elements. Paris baut Spielplätze, Parks und Strände entlang der Seine. Bis 2024 soll das Wasser klar genug sein, um darin zu schwimmen. In Wien wurde ein schwimmender Pool in den Donaukanal eingelassen, um eine Bademöglichkeit direkt im Stadtzentrum zu schaffen.

Paddel statt Badehose

Wer Erholung auf dem Wasser sucht, hat natürlich noch andere Möglichkeiten als Schwimmen. Hier einige Beispiele, wo wasseraffine Großstädter auf ihre Kosten kommen:

  • Oklahoma City isolierte einen Abschnitt des Oklahoma River, um eine 11 Hektar große Wildwasserbahn zu errichten.
  • In Hamburg können Sportbegeisterte die Strände entlang der Elbe als Ausgangspunkt nutzen, um per Stand-up-Paddling das umfangreiche Kanalnetzwerk zu erkunden.
  • In Denver bietet sich die Gelegenheit, auf Schwimmreifen einen Abschnitt des South Platte River hinabzugleiten.

Urbane Bade-Oasen rund um den Globus

Für viele bleibt das Schwimmen in urbanen Gewässern jedoch ein Traum. Berlin und London verfolgen ambitionierte Pläne zur Errichtung von Stadtbädern entlang ihrer Flussufer, sind ihrem Ziel jedoch noch kein Stück näher gekommen. In New York ist die Strömung des East River zu stark. Alternativen sind schwimmende Pools wie der +POOL, die gefiltertes Flusswasser nutzen.

Portland im US-Bundesstaat Oregon bewies mit seinem Bürgerprojekt „The Big Float“ ein besseres Händchen. Einmal im Jahr findet dort ein Festival samt Parade statt, bei der die Teilnehmer mit Muskelkraft oder auf Schwimmreifen einen Abschnitt auf dem Willamette River zurücklegen. Die Veranstaltung hat die Haltung gegenüber dem Baden im Fluss verändert und auf Missstände hinsichtlich der hohen Flussverschmutzung aufmerksam gemacht. 

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The + POOL, floating pools that filter the river water

Den Sprung wagen

Der öffentliche Zugang zu städtischen Gewässern macht nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen und im Hinblick auf die Lebensqualität Sinn, sondern dient auch dem Umweltschutz. Denn sowohl Städtebewohner als auch Touristen schätzen dieses nicht selbstverständliche Privileg und erhöhen infolgedessen ihr Engagement, um Städte und ihre Gewässer sauber zu halten.

Vergessen Sie also beim nächsten Städtetrip nicht, Ihre Badehose einzupacken. Denn vielleicht lockt inmitten des Großstadtgetümmels ja ein Sprung ins kühle Nass. Wir sind in jedem Fall gespannt, welche urbanen Badeperlen Sie entdecken!

Umweltaktivisten mit Schwimmreifen auf dem Willamette in Portland Umweltaktivisten mit Schwimmreifen auf dem Willamette in Portland
Umweltaktivisten mit Schwimmreifen auf dem Willamette in Portland

Copenhagen Harbour Bath – Islands Brygge, taken from flickr.com – image by: © webjay, all rights reserved

The Big Float 2013, taken from flickr.com – image by: © Matthew Nenninger & Tracie Andrews, all rights reserved

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