Cities

„Race for Space“ in der Großstadt: New York schafft Platz mit Sanierung von Hudson Yards

Viele ältere Großstädte sind mit der Herausforderung des Platzmangels konfrontiert. Alte Wahrzeichen sollen bestehen bleiben, doch Gebäude von gestern bieten nicht immer die nötige urbane Dichte für Arbeits- und Wohnraum in modernen Städten. In einigen Städten werden ehemalige Produktions- oder Lagerstandorte umfunktioniert. Auch New York City hatte einen solchen Standort. Das Problem: Mitten auf dem Gebiet befindet sich das Betriebsgelände eines wichtigen Bahnhofs. Die Lösung?
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Rundum intelligent - In vielerlei Hinsicht basiert ein Smart-City-Konzept lediglich auf guter Stadtplanung, die sowohl Fortschritte in den digitalen Technologien als auch neue Denkansätze für uralte urbane Konzepte wie Beziehungen, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, demokratische Beteiligung, Good Governance und Transparenz berücksichtigt.
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Erstellt am 13.03.2019

Ein Dach als Baufläche

Die Lösung war offensichtlich: ein Dach! Oder zwei: Die 11,3 Hektar große Fläche wurde auf zwei Plattformen errichtet, die gleichzeitig das geschäftigste Bahngelände der USA mit 30 aktiven Bahntrassen und vier Zugtunneln abdecken.

Hohe Wolkenkratzer benötigen natürlich weitaus mehr Halt. Deshalb wurden 300 Senkkästen mit einem Durchmesser von 1,2 bis 1,5 Meter installiert, die über die Dächer des Bahngeländes hinausreichen. Diese Fundamente wurden zwischen den Schienen errichtet und 6 bis 24 Meter tief im Boden verankert, um eine Unterbrechung des Zugverkehrs zu vermeiden.

Was man für 25 Milliarden Dollar kaufen kann

Doch das war erst der Anfang. Auf diesen Plattformen und Fundamenten entstehen etwa 1,7 Millionen Quadratmeter neuer und neu erschlossener Raum. Es ist das größte private Entwicklungsprojekt in der Geschichte der USA und kostet etwa 25 Milliarden US-Dollar.

Das Megaprojekt besteht aus zwei Phasen, von denen die erste im Frühjahr 2019 abgeschlossen ist. Die wichtigsten Ziele waren die Schaffung von mehr Platz für die wirtschaftliche Expansion New Yorks sowie die bessere Nutzung dieses Hafenviertels mit idealer Lage auf der West Side von Manhattan. Maßgeblich waren die kommunale Planung und Unterstützung: Die Stadt hat erheblich in die angrenzende Infrastruktur investiert.

Integrierte Verbindungen

Im Rahmen kommunaler Investitionen soll die U-Bahnlinie 7 erweitert und an Hudson Yards angebunden werden. Das erforderte unter anderem den Bau einer neuen U-Bahn-Station – der ersten in New York seit 25 Jahren. Die beliebte High Line, ein hoch gelegener Park für Fußgänger, wurde ebenfalls erweitert und verläuft nun um den westlichen Teil des Bauprojekts herum.

Im Inneren der Gebäude entschieden sich die Entwickler für schnelle und effiziente Mobilitätslösungen, wie den platzsparenden TWIN von thyssenkrupp Elevator. TWIN ist das weltweit einzige Aufzugsystem mit zwei unabhängigen Kabinen in einem Schacht. Es wird in New York erstmals in Hudson Yards eingesetzt.

„In zahlreichen Studien konnten wir zeigen, dass die Besitzer und Mieter der Gebäude durch TWIN von erheblichen Einsparungen bei den Baukosten sowie einer effizienteren Nutzung der Fläche profitieren können.“
Pete Nelson thyssenkrupp Elevator Vice President NI Sales Business Unit Americas

Stadtleben all-inclusive

Die Attraktivität für Arbeitnehmer und die Zukunft der Arbeit waren wesentliche Aspekte, um die Stadt und Investoren für die Idee von Hudson Yards zu begeistern. Eine gut geplante „Stadt in der Stadt“ bietet Wohnraum, Arbeitsplätze und Freizeitmöglichkeiten an einem zentralen Ort, was besonders jüngere Menschen mit unkonventionellen Arbeitszeiten und modernem Lifestyle anspricht.

Hudson Yards umfasst 4.000 Wohnungen, Büroräume, Freizeitangebote, über 100 Geschäfte, Restaurants, Cafés und eine öffentliche Schule. Es ist weit mehr als ein Projekt mit Mischnutzung: Dank des vielfältigen Angebots vor Ort müssen die Bewohner Hudson Yards gar nicht mehr verlassen.

Ein Stadtviertel wird digital

Die Kombination von Smart Cities mit Smart Homes kommt in Hudson Yards voll zur Geltung. Das Center for Urban Science and Progress der New York University hat überall in dem Stadtviertel Datenerfassungsgeräte installiert – ein durchdachtes System, das für neue und zukünftige Technologien geeignet ist.

Neben digital vernetzten Sensoren zur Überwachung von Luftqualität, Lärm, Verkehr, Temperatur sowie Wasser- und Energieverbrauch erfassen optionale mobile und In-Home-Apps Daten über die Gesundheit und die Aktivitäten der Benutzer. Kritische Systeme nutzen vorausschauende Instandhaltungstechnologien wie MAX von thyssenkrupp Elevator, die Ausfallzeiten um die Hälfte reduzieren. In Hudson Yards ist sogar der Boden mit Sensoren ausgestattet.

 
The hudson yard project

Bereit für die Zukunft

Hudson Yards verfügt auch über zahlreiche smarte Nachhaltigkeitsfeatures. Ein Micro Grid und effiziente gasbefeuerte Turbinen vor Ort reduzieren neben Treibhausgasen auch die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen. TWIN-Aufzüge halbieren den Stromverbrauch, und eine intelligente Beleuchtung ermöglicht automatisch zusätzliche Einsparungen.

38 Millionen Liter Regenwasser werden jährlich recycelt, und druckluftbetriebene Abfallschächte haben Müllfahrzeuge ersetzt. Gebäudemanagementsysteme sind effizient mit dem IoT verbunden, und es überrascht nicht, dass das erste Gebäude in New York mit LEED-Platin-Zertifizierung in Hudson Yards steht.

Der Raum zwischen Leben und Arbeit

Die Hälfte von Hudson Yards bilden öffentliche Außenbereiche. Parks, Gärten, Spielplätze und öffentliche Plätze erstrecken sich über mehr als 5 Hektar und bieten gleichzeitig nahtlosen Zugang zur High Line sowie zur Hafenfront. Hinzu kommt ein einzigartiges neues Zentrum für darstellende Künste: The Shed.

Öffentliche Kunst ist allgegenwärtig, doch kein Kunstwerk ist so eindrucksvoll wie The Vessel vom Heatherwick Studio, das Herzstück des öffentlichen Platzes im Zentrum von Hudson Yards. Dieses 16-stöckige Monument hat 150 Millionen US-Dollar gekostet und ermöglicht eine einzigartige (und kostenlose) Urban Journey über Rampen, Aufzüge und 2.500 Treppenstufen.

Wachstum beginnt mit Kreativität

New York City hat es mit Hudson Yards gezeigt: In Städten gibt es durchaus Raum für Innovation und Wachstum. Starre Grenzen und vorhandene Strukturen stellen eine Herausforderung dar, jedoch kein Hindernis. Alles, was es braucht, ist ein bisschen Kreativität.

In diesem Fall war nur eine neue Plattform erforderlich, um die vorhandene Infrastruktur zu schützen und Raum für ein vollkommen neues smartes, nachhaltiges und vernetztes Stadtviertel zu schaffen. Bei der kreativen Suche nach mehr Platz hat New York das enorme Potenzial einer Stadt über mehrere Ebenen entdeckt.

The Hudson Yards megaproject in New York has a smart goal.

Starchitect firms add sparkle to Hudson Yards

Kohn Pedersen Fox (KPF) provided the overall design, as well as designing 10 Hudson Yards (268 m.) and 30 Hudson Yards (386 m.), which features the highest (and breathtaking) outdoor observation deck in NYC. 15 Hudson Yards (278 m.) was designed by diller scofidio + renfro and the rockwell group, while SOM designed 278-m 35 Hudson Yards. Here are some more:

  • The Shed – designed by diller scofidio + renfro, and features mobility solutions from thyssenkrupp Elevator.
  • 50 Hudson Yards (308 m.) – designed by Foster+Partners and set to open in 2022, with 40 energy-saving TWIN elevators.
  • 55 Hudson Yards (240 m.) – designed by KPF, it links the new No. 7 subway line with 27 state-of-the-art thyssenkrupp elevators.

Image Credits 

Hudson Yards, photo by Narain Jashanmal, taken from unsplash.com 

Weehawken, photo by Sandy Ching, taken from unsplash.com

603 W 30th St., photo by James Morehead, taken from unsplash.com

Hudson Yards, photo by Gary Hershorn, taken from curbed.com