Mumbai, Maharashtra (Indien)

Bevölkerungsreiches Mumbai

Mumbai ist die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Maharashtra und eine bedeutende Hafenstadt vor der Westküste Indiens am Arabischen Meer. Mit mehr als 12 Millionen Einwohnern ist Mumbai die bevölkerungsreichste Stadt Indiens und die Stadt mit der achtgrößten Bevölkerung der Welt (Wikipedia, Stand 2011).

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Die größte Stadt Indiens?

In der größeren Metropolregion Mumbai – bestehend aus dem „Mumbai Suburban District“ und den Städten Navi Mumbai, Thane, Bhiwandi und Kalyan – wohnen 21,5 Millionen Menschen. Je nachdem, wie man die Größe von Megastädten definiert, liegt der Großraum Mumbai in Bezug auf die Größe nur noch hinter der indischen Hauptstadt Neu-Delhi zurück, die 2014 25 Millionen Einwohner zählte (UN World Urbanization Prospects).

Indienkarte
Bevölkerungswachstum indischer Städte Bevölkerungswachstum indischer Städte

Die Metropole der Dichte

Mit knapp 28.000 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Mumbai eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Welt. Zum Vergleich: Tokio und New York zählen jeweils rund 13.500 und 6.000 Einwohner pro Quadratkilometer, während Shanghai und Berlin eine Bevölkerungsdichte von 3.600 bis 3.800 Einwohnern pro Quadratkilometer haben. Ganz extrem: Der Slum von Dharavi kommt auf unglaubliche 334.728 Einwohner pro Quadratkilometer.

Taj Mahal

Das Zentrum von Bollywood

Mit einem Anteil von 25 Prozent an der Industrieproduktion und 70 Prozent am Seehandel ist Mumbai eine der reichsten Städte Indiens. Sie gilt als das nationale Handels-, Finanz- und Unterhaltungszentrum. Der Mittelpunkt der Hindi-Filmbranche – bekannt als „Bollywood“ – befindet sich ebenfalls in Mumbai, genau wie die meisten großen Fernsehanstalten und Verlagshäuser. Diese hohe Konzentration an Kultur- und Finanzeinrichtungen zieht viele Menschen aus ganz Indien in die Stadt und sorgt für eine große kulturelle Vielfalt.

Vergleich Bollywood und Hollywood Vergleich Bollywood und Hollywood
Slums und Luxus in Mumbai

Slums und Luxus Seite an Seite

Tatsächlich leben 62 Prozent der Bürger Mumbais in Slums. Insgesamt wohnen etwa neun Millionen Menschen in Stadtvierteln wie Dharavi, dem größten Slum im Zentrum Mumbais, wo sich bis zu einer Million Menschen auf gerade einmal zwei Quadratkilometern drängen.
Auf der anderen Seite ist Mumbai jedoch auch für seine Gebäude aus der Kolonialzeit, seine Bürokomplexe im sowjetischen Stil und zwei UNESCO-Welterbestätten bekannt. Die Stadt zählt insgesamt 31 Wolkenkratzer mit einer Höhe von über 100 Metern – angeführt von den Imperial Towers, die mit 256 Metern bis heute die höchsten Gebäude in der Stadt sind. Das 2010 vom Architekturbüro Perkins+Will fertiggestellte futuristische Gebäude „Residence Antilia“ gilt als das teuerste Wohnhaus der Welt.

An einem Bahnhof in Mumbai

Ein überaus stark frequentiertes Schienennetz

Da die Stadt überbevölkert und Wohnraum teuer ist, leben viele Menschen weit von ihrer Arbeitsstätte entfernt und müssen täglich zur Arbeit pendeln.
88 Prozent der Pendler nutzen öffentliche Verkehrsmittel wie Nahverkehrszüge, Busse, öffentliche Taxis oder Rikschas. Mit der Entwicklung eines zentralen Plans im Jahr 2004 nahm das Konzept für ein Metrosystem allmählich Gestalt an. Im Juni 2014 nahm die erste Metrolinie ihren Betrieb auf.

 

 

Und wie lebt es sich in Mumbai?

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Wie bewältigt man das schnelle Wachstum?

In Anbetracht all dieser Größen- und Ungleichheitsaspekte: Wie kann Mumbai dem rasanten Wachstum und den Problemen gerecht werden, die mit einer dicht besiedelten Megastadt einhergehen?
Zunächst ist der ständige Zustrom neuer Einwohner in die Region für den rapiden Anstieg der Immobilienpreise und die starke Intensivierung der Investitionen in Bau- und Verkehrsprojekte verantwortlich. Wir könnten die jüngsten Initiativen als „Remodellierung“ der Stadt bezeichnen: In einst traditionellen Nachbarschaften werden Wolkenkratzer errichtet, wodurch der Bedarf an innovativen Verkehrskonzepten mit modernen öffentlichen Transportmitteln steigt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt besteht darin, dass dieser vorwiegend durch Privatpersonen bedingte Boom von öffentlichen Initiativen begleitet wird, um die Entwicklung durch Vorschriften zu beeinflussen. Genau dies ereignete sich vor Kurzem, als die „Municipial Corporation for Greater Mumbai“ im Frühling 2015 einen Entwurf des „Mumbai Development Plan 2034“ (DP) veröffentlichte. Unglücklicherweise war die Skizzierung der Landnutzung und der Verkehrsinfrastruktur in dem Dokument fehlerhaft, weshalb der Plan noch einmal überarbeitet werden muss und erst im August fertig sein wird. Die heftige Debatte um den Vorschlag des Entwicklungsplans zeigt, wie schwierig es ist, ein Gleichgewicht zwischen der steigenden Nachfrage nach Gewerbehochhäusern und Luxuswohnungen und dem Bedarf an günstigem Wohnraum, Freiflächen und einer nachhaltigeren Entwicklung der Metropole zu finden.

Urbanisierungsrate und Immobilienprojekte

Schließlich sehen wir Bürger, die mit Grassroots-Organisationen zusammenarbeiten, die die Lebensbedingungen in den Slums mithilfe einfacher Maßnahmen zu verbessern versuchen: zum Beispiel durch die Errichtung öffentlicher Toiletten, die Förderung von Bildungsprogrammen und die Erhaltung von Freiflächen im Stadtzentrum. Institutionen wie das Urban Design Research Institute (UDRI) versuchen, potenzielle Wege zu einem neuen, dynamischen Mumbai zu erarbeiten.

Pro-Kopf-Ausgaben für die Infrastruktur

Indische Städte und die Welt

Im Jahr 2030 werden zwei der fünf größten Megastädte in Indien liegen. Auch wenn die Region Tokio weiterhin die Rangliste anführen wird, wird der wahre regionale und nationale Wettbewerb zwischen Indien und China stattfinden. Aktuellen Prognosen des Internationalen Währungsfonds zufolge wird Indien 2015 ein stärkeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichnen als China – ein Trend, der sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Für Mumbai und andere indische Städte wird die Intensivierung von Infrastrukturinvestitionen und die Pflege öffentlich-privater Partnerschaften künftig unerlässlich sein, um ein ausgewogeneres und nachhaltigeres Wachstum in einigen der größten urbanen Zentren der Welt zu erzielen.

Von der guten Bucht zur Muttergöttin

Seit dem 16. Jahrhundert trug die Stadt den Namen „Bombay“. Dieser leitet sich von dem portugiesischen Begriff „bom baía“ bzw. „bom baim“ ab (zu Dt.: „gute Bucht“), der 1508 von den Eroberern bei ihrer Ankunft im natürlichen Hafen geprägt wurde.

Als König Karl II. von England 1662 die portugiesische Infantin Katharina von Braganza heiratete, fiel Bombay als Teil der Aussteuer unter britische Herrschaft. Da er die Insel nicht selbst regieren wollte, überließ er sie 1668 der britischen East India Company für den Betrag von zehn Pfund Gold pro Jahr. 

Unter der britischen Hegemonie und der späteren Regierung vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zum indischen Unabhängigkeitstag 1947 behielt die Stadt den Namen Bombay. Erst 1995 stimmte der Stadtrat für die Umbenennung in den marathischen Namen „Mumbai“, der auf die Hindi-Göttin Mumbadevi und das marathische Wort für „Mutter“ verweist.

Bollywood Tanz
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