Madrid poliert Spaniens Ruf in Sachen Smart Cities auf

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Seit jeher ist Spanien beim Einsatz intelligenter Lösungen in seinen Städten führend. Städte wie Barcelona oder Santander nutzen das innovationsfreundliche Umfeld voll aus und sind zu treibenden Kräften der Veränderung geworden. Jetzt will Madrid allen zeigen, wie viel „smarter“ eine solche Smart City sein kann.

Die Stadt will Probleme wie Staus, Umweltverschmutzung und öffentliche Infrastruktur angehen. Dabei verfolgt sie einen einzigartigen, praxisorientierten Ansatz auf Grundlage digitaler Daten.Es geht ihr weniger um Art und Umfang der Datenerhebung, sondern eher darum, die Lösungen am Bürger auszurichten und den Fallstricken einer vom Menschen losgelösten Technologie aus dem Weg zu gehen.

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Spanien legt den Grundstein für Innovation und Debatten

Spanien ist in Sachen Smart Cities alles andere als ein Neuling. In den letzten zwanzig Jahren hat das Land stark in erneuerbare Energien und IKT-Netze investiert. Beide Branchen bilden die Schaltstellen zwischen öffentlicher Verwaltung, Wirtschaft und sozialen Einrichtungen – ein Grundbaustein jeder Smart City. In Spanien sind auch viele Forschungs- und Entwicklungszentren beheimatet, die digitale Technologien in alle Welt exportieren.

Das spanische Netzwerk intelligenter Städte (RECI) verfolgt das Ziel, ein nachhaltiges Stadtmodell zu entwerfen, das die Lebensqualität der Bürger steigert. Mittlerweile gehören ihm dutzende Städte zwischen Santander und Málaga an. Mit intelligenten Lösungen für Bereiche wie Wasserwirtschaft oder ökologischen Verkehr nehmen spanische Städte eine Vorbildrolle ein. Das IoT Institute zählt Barcelona sogar zu den weltweiten Top 5 der Smart Cities.

„Smart“ in Madrid: Von den Menschen, für die Menschen

Die Smart-City-Community blickt gespannt auf Madrid, wo die neuesten Lösungen des Smart-City-Konzepts entwickelt werden. Statt die städtischen Netze schablonenhaft miteinander zu verknüpfen, geht Madrid von der Praxis aus und fragt, welche gesellschaftlichen Herausforderungen mit den neuen, individuellen Technologien und Netzwerken zu lösen sind.

Madrid will dabei die Komplikationen umgehen, die die ausschließliche Nutzung eines einzigen Systems mit sich bringt. Ein solches zwängt die öffentliche Versorgung auf Jahrzehnte in ein starres Korsett und nutzt die von den Bürgern generierten Daten, ohne sie an andere Stellen weiterzugeben. Es behindert auch das organische Wachstum kleinerer, innovativer Lösungen für neue Herausforderungen.

Daher strebt Madrid ein ganzes „Ökosystem“ unterschiedlicher, konkurrierender Netzwerke und Lösungen an.

Die Cloud im Dienste des Menschen

Madrid hat eine Digitaltechnologie gefunden, die sich auf unterschiedliche Herausforderungen wie Verkehrsüberwachung, Gebäudezugang und öffentliche Verkehrsnetze anwenden lässt. Cloudbasierte Software verbessert den städtischen Verkehr enorm. So ermöglicht MAX von thyssenkrupp Elevator und Microsoft eine vorausschauende Wartung von Aufzügen.

In der U-Bahn verbessert Madrid vor allem die Barrierefreiheit. Dazu wird in 156 Aufzügen MAX eingesetzt. Das kommt vor allem Menschen mit Behinderung zugute, denen die Barrierefreiheit im ÖPNV seit langer Zeit ein Anliegen ist. MAX weist Techniker frühzeitig auf Probleme hin und verkürzt so Reparatur- und Ausfallzeiten.

Die Technologie findet sich auch in umweltfreundlichen Gebäuden wie der BBVA-Zentrale, wo es die Anfahrt der Mitarbeiter erleichtert und sie miteinander vernetzt. MAX wurde in 60 Aufzügen eingebaut und erkennt, welcher Aufzug am schnellsten ankommt. So werden Wartezeiten verringert und technische Probleme früh erkannt, was teure Wartungen überflüssig macht.

Solche und andere Lösungen werden aktuell im ÖPNV und im Straßennetz in der ganzen Stadt eingeführt, um die Bürger zu vernetzen, ehemals isolierte Stadtviertel miteinander zu verbinden und so die ökonomische Nachhaltigkeit zu fördern.

„Microsoft Azure IoT vernetzt auf Grundlage einer flexiblen und sicheren Cloud-Plattform Millionen Systeme von thyssenkrupp, wodurch das Unternehmen seinen gesamten Informationsbestand integrieren und analysieren kann. Mit dem gewonnenen Wissen kann thyssenkrupp sein Geschäft noch proaktiver aufstellen und die Zusammenarbeit mit Gebäude- und Infrastrukturmanagern auf eine neue Stufe heben.“

Pilar López, President von Microsoft Ibérica

Madrid führt Smart Cities in die richtige Richtung

Inzwischen ist Madrid zum Schauplatz einiger führender Digitaltechnologien wie der MAX-Software geworden. MAX wurde im spanischen R&D-Center in Gijón erprobt, dem eine großartige Zukunft bevorsteht. Madrid hat es geschafft, Innovationen ganz an der Bevölkerung und echten Problemen auszurichten und so ein offenes Umfeld geschaffen, das echte Teilhabe ermöglicht.

Das einzigartige Engagement der Stadt in Sachen Smart Cities eröffnet neue Perspektiven auf die Frage, wie Technologie für Städte genutzt werden kann und wer über ihren Einsatz entscheidet. Die Entwicklung intelligenter Städte bleibt somit auch in Zukunft spannend, flexibel und offen für Innovationen.

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