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Karneval weltweit – Topadressen, Geheimtipps und Reise-Hacks

Besonders fest ist der Karneval in katholisch oder orthodox geprägten Regionen verwurzelt. Ursprünglich diente er im Christentum der Einstimmung auf die vorösterliche Fastenzeit. Heute wird diese alte Tradition als willkommener Anlass genommen, auf einer rauschenden Party das Ende des Winters einzuläuten. URBAN HUB hat Karnevalshochburgen rund um den Globus besucht, darunter auch echte Geheimtipps. Besonders beeindruckt hat uns, wie einige Städte mit moderner Technologie die Sicherheit und Mobilität von Besucherscharen gewährleisten, die dem Winterblues entsagen wollen.
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Rundum intelligent - In vielerlei Hinsicht basiert ein Smart-City-Konzept lediglich auf guter Stadtplanung, die sowohl Fortschritte in den digitalen Technologien als auch neue Denkansätze für uralte urbane Konzepte wie Beziehungen, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, demokratische Beteiligung, Good Governance und Transparenz berücksichtigt.
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Erstellt am 06.03.2019

Rio de Janeiro, Brasilien

Cariocas – so werden die Einwohner von Rio genannt – haben den Karneval im Blut. Auch viele Menschen rund um den Globus träumen von einem Besuch – im letzten Jahr kamen über eine Million Feiernde. Glücklicherweise wurde die Verkehrsinfrastruktur im Vorfeld der Olympischen Spiele 2016 stark ausgebaut.

Der Flughafen Rio de Janeiro-Antônio Carlos Jobim wird jährlich von 17 Millionen Besuchern frequentiert. Dank hochmoderner Fluggastbrücken und Fahrsteige gelangt man nach der Landung in Windeseile ins Stadtzentrum, das sich während des Karnevals im Ausnahmezustand befindet. Highlight ist die Hauptparade im Sambodromo, aber auch über die ganze Stadt verteilt demonstrieren rivalisierende Samba-Schulen ihr Können.

Köln, Deutschland

Köln versteht es zu feiern – warum also bis Februar warten? Die „fünfte Jahreszeit“ beginnt schon am 11. November und findet mit dem berühmten Rosenmontagszug ihren Höhepunkt. Stattliche, festlich geschmückte Wagen ziehen durch die Stadt und nehmen oft in satirischem Ton das politische Geschehen aufs Korn.

Damit die Jecken (ebenfalls fast eine Million!) nicht die Orientierung verlieren, entwickelte T-Systems gemeinsam mit einem der Organisatoren eine Karnevalsapp. Besucher sollen sich so besser in der Stadt zurechtfinden und laufen nicht Gefahr, Highlights der Party zu verpassen.

Goa, Indien

Viele Bräuche berühmter Karnevalshochburgen sind europäischer Herkunft. Die indische Provinz Goa unterstand jahrhundertelang (bis 1961) der portugiesischen Kolonialherrschaft, wodurch Karnevalstraditionen wie Gitarrenmusik und Fado-Gesänge Eingang fanden.

Inzwischen lassen sich die viertägigen Feierlichkeiten als eine schillernde Mischung aus hinduistischen und christlichen Bräuchen beschreiben – so wird beispielsweise mit einem Feuerwerk um die Gunst der Götter geworben. Ein Besuch der Straßenumzüge sollte nur in alten Klamotten erfolgen, da man Gefahr läuft, von Eimern mit farbigem Wasser übergossen zu werden!

Sydney, Australien

Seit 1978 wird Karneval in Sydney gefeiert und lädt Besucher ein, sich im närrischen Treiben zu verlieren. „Sydney Gay & Lesbian Mardi Gras“ hat sich zu einem der wichtigsten Feiertage der LGBT-Community weltweit entwickelt, an dem hunderttausende Menschen teilnehmen.

Immer häufiger wird Sydney zur Bühne für Events von Weltrang. Um die Sicherheit und Mobilität großer Menschenansammlungen im Stadtzentrum zu gewährleisten, hat die Stadt umfassend in ihre Verkehrsinfrastruktur investiert. Neue U-Bahn-Stationen wurden eingeweiht und vorhandene modernisiert, damit alle Besucher, insbesondere körperlich beeinträchtigte, problemlos von A nach B gelangen.

Moskau, Russland

Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching – meist geht es darum, für kurze Zeit einmal alle gesellschaftlichen Zwänge abzuschütteln. Etwas schwieriger gestaltet sich das Ganze in kälteren Regionen. In Moskau feiern Narren zwar ebenso ausgelassen, dafür aber trifft man auf weniger nackte Haut. Während Masleniza, auf Russisch „Butterwoche“, schlägt man sich den Bauch mit russischen Pfannkuchen voll, verbrennt Strohpuppen und misst sich im sportlichen Wettkampf. Gibt es einen besseren Weg, um die traditionelle Fastenzeit einzuläuten?

Wer im Anschluss ein paar Pfunde loswerden will, kann eine Moskauer Aussichtsplattform erklimmen, zum Beispiel den Federation Tower. Lassen Sie einfach den Hochgeschwindigkeitsaufzug außer Acht und nehmen Sie die Treppe – immer zwei Stufen auf einmal!

Luanda, Angola

Musikliebhaber und Karnevalsfans werden vielleicht wissen, dass brasilianische Sambamusik ihre Ursprünge im angolanischen Semba hat. Die Hauptstadt Luanda stellt die Bande zwischen den beiden Kulturen mit ganz eigenen Karnevalsbräuchen zur Schau. Die fantastischen, glitzernden Kostüme, der turmhohe Kopfschmuck und die Tänzer hinter dem königlichen Festpaar auf dem Festumzug sorgen für eine rundum gelungene Party.

Venedig, Italien

Während des Karnevals werden meist alle Masken fallengelassen. In Venedig geht es hingegen darum, das Geheimnisvolle zu kultivieren. Prächtig kostümierte Feiernde flanieren maskiert durch die Straßen der Stadt. Dieser Brauch blickt auf eine fast tausendjährige Tradition zurück. Dem Volksglauben zufolge sollen die Masken den gesellschaftlichen Stand des Trägers verbergen, sodass für zumindest eine Nacht alle Menschen gleichgestellt sind. Die Einheimischen kommen entweder auf privaten Bällen zusammen oder versammeln sich zu Musik, Aufführungen und Veranstaltungen auf den öffentlichen Plätzen.

New Orleans, Louisiana (USA)

„Mardi Gras“ – so wird in den USA der Vorabend des Aschermittwochs genannt. Die Franzosen brachten die vom Haus der Bourbonen übernommene Tradition nach New Orleans. Letztes Jahr wurde im French Quarter die 300. Ausgabe von Mardis Gras gefeiert. Auch wenn das Fest in Sachen schierer Größe nicht mit Rio mithalten kann, so pilgern doch jedes Jahr Tausende Besucher nach New Orleans, das IoT-Technologien einsetzt, um die feiernden Massen zu schützen und eine reibungslose Fortbewegung zu gewährleisten.

Ähnlich wie Köln hat die Stadt eine Karnevalsapp samt Parade Tracker entwickelt, die helfen soll, Staus und Verkehrsengpässe zu umgehen und sich die besten Plätze zu sichern, um die berühmten Ketten und Becher zu ergattern, die von den Balkonen und vorbeifahrenden Festwagen geworfen werden.

Teneriffa, Kanaren (Spanien)

Satte 15 Tage wird in Santa Cruz gefeiert – Teneriffas Metropole möchte seiner Partnerstadt Rio in nichts nachstehen. Startschuss ist bereits zwei Wochen vor Aschermittwoch, Höhepunkt ist jedoch der festliche Umzug am Freitag, der die Stadt einen Tag lang in den Ausnahmezustand versetzt. Offiziell endet der Karneval mit der „Bestattung der Sardine“ (einer großen Fischpuppe aus Pappmaschee) am Aschermittwoch.

Karneval ist so populär, dass es bestimmt auch in Ihrer Nähe Gelegenheit zum Feiern gibt. Genießen Sie also das Treiben – am besten sicher und ungehindert! Funktionierende Verkehrslösungen sorgen dafür, dass man die auf den Kopf gestellte Welt des Karnevals in vollen Zügen genießen kann.

Image Credits

Rio de Janeiro- Carnival, photo by Terry George , taken from wikimedia commons 

Louisiana- Carnival, photo by unknown, taken from pxhere

Venice, photo by Salvatore Gerace, taken from flickr.com

Apoteosis del Carnaval, Santa Cruz de Tenerife, photo by Philippe Teuwen, taken from flickr.com

Russian Costume, photo by unknown, taken from, Max Pixel

Indian Festivity, photo by Tarikul Raana, taken from, unsplash.com 

Minstrels, photo taken by South African Tourism, taken from flickr.com 

Mardi Gras Sydney , photo taken by Jeffrey Feng, Sydney Gay and Lesbian Mardi Gras. taken from Mardi Gras.au

Kölner Rosenmontagsumzug, photo taken by Volker Urban, taken from wikipedia.de