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Zehn atemberaubende Konzerthallen mit unverkennbarem Design

Opernhäuser und Konzerthallen – vor allem die besonders alten und geschichtsträchtigen – wirken mit ihrer Opulenz und Grandeur auf manche Menschen abschreckend. Die anspruchsvolle Welt von Oper und klassischer Musik muss jedoch nicht zwangsläufig ausschließlich echten Kulturliebhabern vorbehalten sein. Städte weltweit suchen nach Möglichkeiten, um die Welt der Musik und Kultur für jedermann zugänglich zu machen und die Lücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart bzw. zwischen Moderne und Tradition zu schließen. Eine bessere Zugänglichkeit zur Kultur erfordert Aufgeschlossenheit, großartiges Design und die Unterstützung durch Technologie. Letztendlich ist eine kulturverbundene Stadt eine glückliche Stadt.
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Botschafter für städtische Nachhaltigkeit - Die Stadtplaner von heute errichten die urbanen Wahrzeichen von morgen, die die neue Botschaft von Nachhaltigkeit, grünen Entscheidungen und einem verantwortungsbewussten Lebensstil vermitteln.
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Erstellt am 01.08.2019

Parco della Musica e della Cultura, Florenz

Der Parco della Musica e della Cultura, der an das historische Stadtzentrum von Florenz und ein ehemaliges Bahnbetriebswerksgelände grenzt, spiegelt die unterschiedlichen Facetten der Stadtgeschichte wider. Der Komplex vereint Opernhaus, Konzerthalle und ein Amphitheater. Klare, moderne Linien und ein durchdachter Grundriss laden zu Erkundungstouren ein, die dank hochmoderner Mobilitätssysteme von jedermann absolviert werden können.

 
Parco della Musica e della Cultura, Florenz

National Center for the Performing Arts, Peking

Das National Center for the Performing Arts sticht wirklich sofort ins Auge: Es sieht aus wie ein großes schwimmendes Ei. Da das Bauwerk in unmittelbarer Nähe zur „Verbotenen Stadt“ liegt, empfanden es einige anfangs als respektlos gegenüber der Geschichte der Stadt. Mittlerweile erweist sich das chinesische Zentrum für Darstellende Künste mit seiner schimmernden Glaskonstruktion inmitten eines Sees aber als echter Besuchermagnet und ist eine beliebte Spielstätte für Musik, Ballett und darstellende Künste.

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Sala São Paulo, Brasilien

Die Sala São Paulo befindet sich in der eindrucksvollen ehemaligen Wartehalle des Bahnhofs von Sorocaba. Sie verfügt über eine riesige bewegliche Decke, die den akustischen Anforderungen des jeweiligen Musikstückes entsprechend nach oben oder unten gefahren werden kann. Eine atemberaubende, einzigartige Halle, die einst Knotenpunkt für das Kommen und Gehen der Stadt war.

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Osloer Opernhaus, Norwegen

Die Norweger lieben es, völlig frei durch die Natur zu streifen – warum also sollte nicht auch urbane Architektur genauso frei zu erkunden sein? Das Opernhaus von Oslo lädt die Besucher ein, auf dem Dach umherzuwandern oder am Ufer des Oslofjords entlang zu schlendern. Doch die Konzerthalle wartet natürlich mit mehr auf als nur mit grandiosen Ausblicken: Sie bietet den perfekten Schauplatz für Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen – und das nicht nur im Gebäude, sondern auch unter freiem Himmel.

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Sydney Opernhaus, Australien

Das Opernhaus von Sydney, das sich ganz dramatisch aus dem Hafen erhebt, ist ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt, das die Bürger mittlerweile bereitwillig angenommen und lieb gewonnen haben. Um dafür zu sorgen, dass wirklich keinem Gast mehr der Zugang zu der Kulturstätte verwehrt bleibt, wurden im Rahmen der „Dekade der Erneuerung“ Umbaumaßnahmen durchgeführt, um alle drei Ebenen des Gebäudes für Personen mit eingeschränkter Mobilität barrierefrei zugänglich zu machen. Auch was das Veranstaltungsprogramm betrifft, versucht man, niemanden außen vor zu lassen: Das Angebot reicht von Opern über Kabarettdarstellungen bis hin zu Filmvorführungen.

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Metropolitan Opera, New York

Inmitten des Kulturzentrums „Lincoln Center for Performing Arts“ befindet sich die Metropolitan Opera, die Weltklasseaufführungen mit den größten Opernsängerinnen und -sängern der Welt beherbergt. Die „Met“ hat sich aber nie auf ihren Lorbeeren ausgeruht und war deshalb auch das erste Opernhaus der Welt, das kleine Bildschirme in die Rückenlehne jedes Sitzes integriert hat, auf denen die Operntexte angezeigt werden – dadurch wird Neulingen der Einstieg in die Welt der Oper erleichtert.

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Philharmonie de Paris, Frankreich

Die vom Stararchitekten Jean Nouvel entworfene Philharmonie de Paris ragt über dem Parc de Villette auf und bietet den Besuchern von der Dachterrasse aus einen spektakulären Panoramablick. Musikliebhaber werden aber wahrscheinlich noch mehr von der intimen Atmosphäre im Konzertsaal begeistert sein, die dadurch entsteht, dass gerade einmal 32 Meter zwischen der hintersten Sitzreihe und dem Dirigenten liegen. Aufgrund ihrer organischen, modularen Formen kann die Konzerthalle an die Anforderungen verschiedener Musikstile angepasst werden. Das Ergebnis ist ein Ort, der das Publikum voll und ganz in das Musikerlebnis eintauchen lässt.

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Royal Opera House, London

Das renommierte Royal Opera House in Covent Garden in London wurde im vergangenen Jahr einer Modernisierung unterzogen. Im Rahmen des „Open Up“-Projekts, das auf eine offenere Gestaltung abzielte, entfernte man einige Innenwände in dem historischen Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert, um neue Räume zu errichten und das Restaurant zu erweitern. Das neu gestaltete offene Foyer lädt Passanten jetzt dazu ein, eine Kostümausstellung oder das Restaurant zu besuchen – oder ihr Interesse an der Oper zu entdecken!

Royal_Opera_House_London

Elbphilharmonie, Hamburg

Mit der Fertigstellung der „Elphi“ in Hamburg hat sich die Skyline der Stadt sichtlich verändert. Als Leitstern zieht sie die Besucher an das Elbufer, das im letzten Jahrzehnt eine kulturelle Renaissance erlebt hat. Die geschwungenen Dächer, die an ein Schiff unter Segeln erinnern, laden dazu ein, „an Bord“ zu gehen. Über dreißig Aufzüge gelangen Besucher zum Außenrundgang um das gesamte Gebäude, von dem aus sie einen spektakulären Ausblick genießen können.

Musikzimmer im Āli Qapu-Torpalast in Isfahan, Iran

Manchmal ist die einfachste Lösung die beste und passendste Lösung. Auch wenn die Lehmziegel, aus denen die Konzerthalle im 17. Jahrhundert erbaut wurde, wahrhaft als „Low-Tech“ bezeichnet werden können, ist die Akustik im Gebäude doch genial. Die Gewölbedecken sorgen für eine geringe Nachhallzeit, während die traditionellen Muqarnas und in die Wände eingelassenen Nischen eine Echobildung verhindern. Im Musikzimmer des Āli Qapu-Torpalastes können Besucher außerdem zahlreiche Wandmalereien und Mosaike bewundern.

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Musik für unsere Ohren

Kunst, Kultur und Erholung tragen nach wie vor maßgeblich zur Lebensqualität in bedeutenden urbanen Zentren bei. In Anbetracht steigender Bevölkerungszahlen müssen Stadtplaner und Architekten sicherstellen, dass Kulturstätten für jedermann zugänglich sind und nicht nur für eine kleine Gruppe von Liebhabern. Wie die oben aufgeführten Beispiele zeigen, können Musik und Kultur auf verschiedene Arten erlebt werden: zu Fuß, auf einer Aussichtsplattform, in einem Saal oder unter freiem Himmel.