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Gemischt genutzte Gebäude: Nutzen Sie Ihre Gebäude optimal

Das schnelle Wachstum urbaner Zentren treibt Stadtplaner weiter dazu an, immer neue Lösungen zu schaffen. Doch auch einige alte Ideen werden abgestaubt und modernisiert. Gemischt genutzte Gebäude und Stadtentwicklungen reichen bis in die Antike zurück. Heutzutage ist es kaum denkbar, dass ein Stadtplaner ein reines Büro- oder Wohngebäude konzipiert. Gemischt genutzte Gebäude nutzen nicht nur Ressourcen und wertvolle Flächen auf nachhaltige Weise, sondern bieten Stadtbewohnern auch Quartiere, die Arbeit, Wohnen, Einkaufen, Transportmittel und sogar Grünflächen kombinieren. Stadtplaner können mit diesem Konzept außerdem die Nutzung von Gebäuden im Laufe der Zeit flexibel anpassen. Urban Hub nimmt einige inspirierende gemischt genutzte Gebäude und deren Vorteile unter die Lupe.
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Botschafter für städtische Nachhaltigkeit - Die Stadtplaner von heute errichten die urbanen Wahrzeichen von morgen, die die neue Botschaft von Nachhaltigkeit, grünen Entscheidungen und einem verantwortungsbewussten Lebensstil vermitteln.
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Erstellt am 20.06.2018

Zurück ans Reißbrett

Gemischt genutzte Gebäude sind keineswegs ein neues Konzept. Schon immer ließen sich Menschen in gemischt genutzten Gebieten nieder und vereinten all ihre Ressourcen in einem zentralen Bereich. Ein historisches Beispiel sind die alten Marktplätze im antiken Rom, auf denen sich Geschäfte mit Wohnungen, Verwaltungsgebäuden und häufig auch einer Bibliothek mischten.

Das Industriezeitalter brachte jedoch neue Bebauungsgesetze und eine striktere Trennung zwischen Wohn- und Arbeitsflächen mit sich. Dieser Trend wurde durch das Aufkommen des Autos weiter verstärkt: Das Zurücklegen weiter Strecken zwischen Wohnort, Arbeitsort und Einkaufsmöglichkeiten wurde zunehmend toleriert und immer mehr Menschen zogen von den Innenstädten in Vororte.

Heute jedoch hält die Mischnutzung wieder verstärkt Einzug in die Stadtentwicklung. Die Menschen kehren in die Stadt zurück und häufig wird eine hohe Erschließungsdichte angestrebt. Gleichzeitig sind die Baugesetze zu Mischnutzung seit den 1990er Jahren gelockert worden, sodass Architekten und Stadtplaner kreative Konzepte entwickeln konnten, um vielfältige Bedürfnisse der Stadtbewohner an einem einzigen Ort zu erfüllen.

Möglichkeiten kombinieren

Gemischt genutzte Gebäude haben zum Ziel, drei oder mehr Nutzungszwecke in einer Struktur zu vereinen, beispielsweise Wohnen, Hotellerie, Einzelhandel, Parkplätze, Transport, Kultur und Unterhaltung. Unabhängig von der Kombination werden in jedem Fall unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten in einem Gebäude oder einem kleinen Bereich zusammengebracht. Dabei sind zwei Formen gemischt genutzter Gebäude besonders häufig anzutreffen:

Vertikal. In einzelnen, mehrstöckigen Gebäuden werden üblicherweise in den oberen Stockwerken Wohnungen angeboten, während sich auf Straßenniveau Geschäfte oder Büros befinden. In einem Untergeschoss stehen Parkplätze und/oder ein Zugang zu unterirdischen Transportsystemen zur Verfügung.

Horizontal. Mehrere Gebäude sind über einen Häuserblock verteilt oder umgeben eine Freifläche oder einen Innenhof. Jedes Einzelgebäude dient einem oder zwei bestimmten Zwecken und erzeugt einen Mikrokosmos innerhalb einer Nachbarschaft.

Mischnutzung ist gut für die Nachbarschaft

Die Stadtbevölkerung wächst und mit ihr auch der Druck, dass Gebäude mit weniger mehr „erreichen“ sollen. Ein erfolgreiches Konzept für Mischnutzung hat jedoch nicht allein zum Ziel, so viel wie möglich in ein Gebäude zu packen. Sowohl die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner als auch die Auswirkungen auf die Umgebung müssen bedacht werden, genau wie die Frage, welche Vorteile für die weitere Nachbarschaft entstehen können.

Wenn sich ein gemischt genutztes Gebäude oder Projekt nahtlos in seine Umgebung einfügt, ist der kombinierte Effekt größer als die Summe seiner Teile. Dazu gehören beispielsweise die folgenden Vorteile:

  • Größere Vielfalt und Dichte im Wohnungsbau
  • Verbesserte Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
  • Stärkerer nachbarschaftlicher Charakter
  • Bessere Integration mit städtischen Dienstleistungen wie öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Flexiblere Anpassung an neue Anforderungen und somit langfristig ein längerer Lebenszyklus des Gebäudes 

Die Mischnutzung kann ein Geschäftsviertel, in dem nachts alles geschlossen wird, zu einem Gebiet verwandeln, in dem rund um die Uhr Leben herrscht. Sie kann Menschen zusammenbringen, die sich üblicherweise nicht begegnen würden, die Autodichte auf den Straßen reduzieren und sogar dringend benötigte grüne Oasen schaffen.

Zugriffskontrollen und Bewegung in gemischt genutzten Gebäuden

Gemischt genutzte Gebäude benötigen immer ein Zutrittskontrollsystem, um sicherzustellen, dass Anwohner, Hotelgäste, Ladenbesucher und Geschäftsleute nur Zugang zu Gemeinschaftsbereichen und ihren eigenen Privaträumen haben. Transportlösungen spielen eine tragende Rolle darin, diese Bereiche getrennt zu halten und die Menschen gleichzeitig so schnell wie möglich an ihr Ziel zu bringen.

Intelligente Nachrüstungslösungen für Aufzüge können Nutzer mit Zutrittsberechtigungen bestimmten Gebäudebereichen wie einem Hotel oder einem Unternehmen zuordnen. Sie schaffen eine Entlastung in Stoßzeiten, indem die Aufzugnutzung vorhergesagt und der private Zugang zu Wohnbereichen ermöglicht wird, und sorgen somit für Sicherheit, Geschwindigkeit und Effizienz in gemeinsam genutzten Gebäuden.

Vía Vallejo in Mexiko-Stadt: Mischnutzung in Aktion

Die Vía Vallejo in Mexiko-Stadt umfasst Geschäfte, Wohnungen, Gesundheitsdienstleistungen und ein Hotel auf einer Fläche, die etwa der Größe eines Häuserblocks entspricht. Die Stadtplaner entwarfen ein attraktives Quartier mit zahlreichen Terrassen, Brunnen und Gehwegen. Das Ergebnis ist eine einladende Kombination aus Innen- und Außenbereichen für Anwohner und Besucher.

Vía Vallejo in Mexico City: inviting mixed-use solutions

Vía Vallejo integrates commercial, residential, health services, and a hotel on a site about the size of a city block in the heart of Mexico City. In designing the mixed-use development, planners enhanced the area with numerous terraces, fountains, and walkways. The result is an inviting combination of indoor and outdoor spaces for residents and visitors.

Vía Vallejo

JR Towers in Nagoya has something in the mix for everyone

The JR Towers in Japan is a major mixed-use site with a direct link to public transportation. The three towers are built over Japan Rail’s Nagoya station which services both long-distance bullet trains and local subways. The site merges a hotel and convention center with office space. The shared space on the ground level provides easy access via exterior elevators to a two-story sky street on the fifteenth floor, affording visitors high-rise retail with sweeping views of the city.

JR Towers and Station, Nagoya: meet, work, and shop

Mixed use: live and learn

Higher education has also caught the mixed-use wave. 35XV in Manhattan is a residential-academic building. The ground floor provides much-needed expansion space for Xavier High School, while the elegant, sloped tower above meets housing demands without over-shadowing the street scene below.

The Carlton Connective Initiative at the University of Melbourne is a mixed-use area bringing together spaces for students, businesses, and start-ups. Office and residential space is located in five buildings surrounding a communal courtyard that also provides a green space for the local community.

Mixing it up is the way to go

A building with multiple uses that adapts to the needs of its surroundings supports the creation of neighborhoods that are diverse. Mixed-use buildings do more than save resources, although sustainable building is a compelling and important benefit of these structures. They help us rethink how we can design metropolitan spaces so that growing urbanization becomes a boon rather than a bane.

Image Credits

Highrise Gebäude, photo by 35007, taken from istockphoto.com

Masterplannig And Architectural Concept Competition For Mixed Use Development, video by Azim ATSA

Vía Vallejo, photos by Marcos Betanzos, credit to Grow Arquitectos

JR Central Towers, photo by Tomi Mäkitalo, taken from commons.wikimedia.com, some rights reserved

Presenting Australia’s leading innovation precinct, video by the University of Melbourne