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Der Osten auf dem Weg nach oben – Asien ist führend beim Bau superhoher Wolkenkratzer

„Superhohe“ Wolkenkratzer sprießen auf der ganzen Welt aus dem Boden, vor allem aber in Asien (inkl. Naher Osten). In Städten wie Bangkok, Doha, Dubai, Hongkong, Kuala Lumpur, Mumbai, Peking, Shanghai, Singapur und Taipeh wächst die Zahl hoher Gebäude rasant. Aktuell stehen neun der zehn weltweit höchsten Gebäude in Asien, zudem 17 der Top 20, 26 der Top 30 … und so weiter.
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Botschafter für städtische Nachhaltigkeit - Die Stadtplaner von heute errichten die urbanen Wahrzeichen von morgen, die die neue Botschaft von Nachhaltigkeit, grünen Entscheidungen und einem verantwortungsbewussten Lebensstil vermitteln.
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Erstellt am 11.04.2019

Wie konnten Gebäude so hoch werden?

Seit den 1960er Jahren wurde für Hochhäuser eine Bauweise genutzt, bei der ein Betonkern mit einem Rohrrahmen kombiniert wurde, um Höhe zu ermöglichen und die Grundfläche optimal zu nutzen. Neue Materialien, neue Bauweisen und neue digitale Tools haben das Bauen in die Höhe vereinfacht.

Gebäude mit einer Höhe von mehr als 300 m werden als „superhohe“ Wolkenkratzer bezeichnet. Sie sind hoch, aber es gibt noch höhere: jene mit mehr als 600 m. Diese werden „megahohe“ Wolkenkratzer genannt.

Warum sind Hochhäuser in Asien so beliebt?

Asien ist der richtige Ort zur richtigen Zeit. Städte und Länder sind verschieden, doch scheinen alle großen Städte Asiens genug der erforderlichen Eigenschaften aufzuweisen, um vertikal zu wachsen. Zu den Eigenschaften gehören: eine hohe Bevölkerungszahl, rapide Urbanisierung, enormes Wirtschaftswachstum, große Ansammlung von Wohlstand, räumliche Beschränkungen (z. B. Hongkong und Singapur) und/oder ein stärker werdender Wunsch nach hoher Besiedelungsdichte aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Platzsparens.

Wenn man außerdem die menschliche Begierde nach Zurschaustellung eigener Erfolge sowie ein wenig architektonische Vision und Ambition berücksichtigt, wird klar, warum vor allem Asien in die Höhe wächst.

World Map Supertall Cities

Superhohe Wolkenkratzer in Asien

Mit 116 der weltweit 144 superhohen Gebäude bietet Asien viele tolle Beispiele. Der 328,6 m hohe Keangnam Hanoi Landmark Tower, fertiggestellt 2012, ist das zweithöchste Gebäude Vietnams. Und der 300 m hohe NBK Tower in Kuwait-Stadt wurde zur neuen Hauptniederlassung der National Bank of Kuwait.

Unterdessen wird der 338 m hohe Parc 1 Tower A in Seoul bei seiner Eröffnung 2020 das zweithöchste Gebäude der Stadt sein. 28 TWIN-Aufzüge (zwei sich unabhängig voneinander bewegende Kabinen in einem Schacht) transportieren Personen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7 m/s in die 68 Stockwerke. Außerdem haben platz- und energiesparende TWIN-Aufzüge dazu beigetragen, dass der 385 m hohe PIF Tower in Riad eine LEED-Gold-Zertifizierung erhalten hat.

Superhoch plus – mind. 400 m hohe Gebäude

22 der 26 Gebäude weltweit, die 400 m und höher sind, stehen in Asien. Ein gutes Beispiel dafür ist das 492 m hohe Shanghai World Financial Center (SWFC). Es ist der zehnthöchste Wolkenkratzer der Welt und hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter den begehrten CTBUH 10 Year Award.

Im SWFC werden vier doppelstöckige Mobilitätslösungen von thyssenkrupp Elevator verwendet, die die interne Beförderung zwischen den 101 Stockwerken optimieren. Ebenfalls in China kommen im neuen 438 m hohen Wuhan Center Tower Hochgeschwindigkeitsaufzüge des gleichen Unternehmens zum Einsatz – also nur die besten für eine der „nächsten 15 Megastädte“.

Megahohe Wolkenkratzer: Pionierleistungen in Höhe von über 600 m

Alle vier megahohen Wolkenkratzer (≥ 600 m), die es auf der Welt gibt, sowie die einzigen zwei freistehenden megahohen Gebäude stehen in Asien. Etwa zehn weitere megahohe Wolkenkratzer sind in Bau oder weisen einen geplanten Baubeginn für 2019 auf. Einer der bereits bestehenden megahohen Türme ist der Makkah Royal Clock Tower, für den thyssenkrupp Elevator spezielle Mobilitätslösungen bereitgestellt hat.

Außerdem sind mindestens drei sogenannte „Kilotalls“ geplant – Gebäude, die mindestens einen Kilometer hoch sind. Momentan sieht es so aus, als würde der Jeddah Tower das erste; die Eröffnung soll 2021 stattfinden. Der vorgeschlagene Sky Mile Tower in Tokio wäre der erste Wolkenkratzer, der eine ganze Meile (1.700 m) hoch ist. Wird er tatsächlich gebaut, werden sicherlich innovative und flexible Mobilitätslösungen erforderlich sein.

Skyscrapers Asia

Hohe Gebäude liefern eine Antwort auf mangelnden Platz

Hohe Besiedelungsdichte ist eine wirtschaftliche und nachhaltige Lösung für den Megatrend der massiven Urbanisierung und das Problem der Zersiedelung. Wolkenkratzer erlauben eine hohe Besiedelungsdichte und optimieren die Verwendung knapper und kostbarer Bodenfläche. Flächen sind jedoch nicht das einzige Problem. Auch die Geschossflächen sind sehr wertvoll. Und je höher ein Gebäude wird, desto mehr Platz wird normalerweise für die Aufzüge benötigt, die Wohnen und Arbeiten in der Höhe ermöglichen.

Darum kommen in vielen superhohen Gebäuden platzsparende Systeme zum Einsatz, zum Beispiel doppelstöckige Aufzüge oder das flexible TWIN-System. Das ist auch ein Grund dafür, warum Architekten auf der ganzen Welt vom revolutionären MULTI-System begeistert sind. Durch Verwendung von Magnetschwebetechnologie anstelle von Seilen oder Kabeln werden in Gebäuden keine zusätzlichen Aufzugschächte mehr benötigt, um die obersten Stockwerke zu bedienen – egal, wie hoch die Gebäude werden!

Tokyo Mile High Skyscraper

Credits

Keamnam Honoi Landmark Tower, taken by Soyoungah, taken from Wikimedia Commons

Wuhan Center, taken by Baycrest, taken from Wikipedia

Shanghai World Financial Tower, taken by GG001213, taken from Wikimedia Commons

Makkah Clock Tower, taken from Max Pixel

Shanghai Tower, taken by Baycrest, taken from Wikimedia Commons

Burj Kalifa, taken by Pixabay, taken from Pexels

Abraj Al Bait, taken by King Eliot, taken from Wikipedia

Ping An Finance Centre Shenzhen, taken by Chris, taken from flickr.com

Tokyo (Sky Mile Tower), taken from Architectural Digest; image credits go to Courtesy of Kohn Pedersen Fox